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Cortison-Behandlung mit Budesonid

Glukokortikoide wie Budesonid haben in der Medizin die meisten Anwendungsgebiete. Budesonid findet sein größtes Anwendungsgebiet in der Therapie des Asthma bronchiale, darüber hinaus hat es seinen festen Stellenwert in der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen.

Glukokortikoide stellen eine Untergruppe der Steroidhormone dar, die in den Nebennierenrinden produziert werden. Es handelt sich folglich um Substanzen, die natürlicherweise im Körper vorkommen. Sie wirken immunsupprimierend (dämpfend auf das Immunsystem) und anti-entzündlich. Daher wird Budesonid wird vorwiegend in der Behandlung des Asthma bronchiale eingesetzt, findet aber ebenso Verwendung in der Therapie der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und der chronischen Bronchitis.

Als Nasenspray lindert der Wirkstoff die Beschwerden bei allergischem Schnupfen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Außerhalb von Atemwegserkrankungen wird er außerdem in Tabletten-, Zäpfchen- oder Schaum-Form (Rektalschaum) bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt. Eine Anwendung ist zusätzlich bei Autoimmunhepatitis möglich.

In Studien (bspw. Journal
Allergology International von Yoshihara et al., 2015) erwies sich Budesonid bereits als Monotherapie wirksam in der Behandlung von Asthma bronchiale im Kindesalter. Die derzeitigen Leitlinien empfehlen inhalative Glukokortikoide als Erweiterung einer Therapie mit beta-2-Sympathomimetika im Sinne einer Stufentherapie ab der Stufe 2 von 5. Die GINA-Leitlinien werden auf der Homepage der Global Initiative for Asthma als "Pocket Guide" angeboten und jährlich
überarbeitet.

Die Wirkung

Budesonid hemmt das Immunsystem und verringert auf diese Weise Entzündungsreaktionen. Seine akute Wirkung, die nach Minuten eintritt, ist noch nicht vollends geklärt. Es wird jedoch angenommen,
dass Glukokortikoide einen stabilisierenden Effekt auf Zellmembranen haben, wodurch die
Ausschüttung weiterer Entzündungsbotenstoffen gebremst wird. Langfristig, in einem Zeitraum über Stunden und länger, wird die Ablesung der DNA beeinflusst.

Glukokortikoide sind als fettlösliche Stoffe in der Lage, Zellmembranen ohne Transporter zu passieren. Über die Hemmung des im Zellinneren vorkommenden NF-?B (nuclear factor "kappa-light-chain-enhancer" of activated B-cells), an den Glukokortikoide binden können, wird das Immunsystem herunterreguliert.

Korrekte Dosierung und Anwendung

Wenn Budesonid zur Behandlung eines Asthma bronchiale eingesetzt wird, erfolgt die Applikation zunächst inhalativ. Sollte ein inhalatives Glukokortikoid nicht mehr ausreichen, um die Symptome zu kontrollieren, kann eine orale Verabreichung erwogen werden.

Üblich ist die Anwendung von ein bis zwei Inhalationsdosen jeweils morgens und abends. Welche Dosis zur Symptomkontrolle benötigt wird, ist abhängig von Patient und Schwere der Erkrankung. Die Einnahme richtet sich nach der Anordnung des behandelnden Arztes. Falls die Dosis nicht mehr ausreicht, um die Beschwerden zu lindern, sollte die Dosis nicht selbstständig erhöht werden! Eine Erhöhung sollte ausschließlich nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.


Um richtig zu inhalieren, ist es wichtig, zeitgleich mit dem Sprühstoß tief und langsam
einzuatmen. Um die Durchgängigkeit des Inhalators zu prüfen, kann vorab ein Probestoß in die Luft abgegeben werden. Das Mundstück sollte von den Lippen dicht umschlossen werden, sodass der Sprühstoß nicht am Mund vorbei abgegeben werden kann. Es empfiehlt sich, nach der Inhalation mit ausreichend Wasser nachzuspülen oder die Zähne zu putzen.

Typische Nebenwirkungen

Aufgrund der notwendigen Inhalation von Budesonid, gelangt ein großer Anteil des Wirkstoffs in die Lunge. Der Anteil, der
verschluckt wird, passiert den Magen-Darm-Trakt und wird mit Harn und Stuhl ausgeschieden. Budesonid hat eine geringe orale Bioverfügbarkeit, was bedeutet, dass der verschluckte Anteil im Körper kaum Wirksamkeit zeigen kann.

Häufige Nebenwirkungen sind Husten, Heiserkeit und Mundsoor (Pilzbefall
mit Candida albicans). Um der Pilzbesiedlung vorzubeugen, sollte der Mundraum durch Nahrungsaufnahme, Trinken oder Zähneputzen nach dem Inhalieren von Restbeständen gereinigt werden.

In seltenen Fällen können:

  • allergische Reaktionen,
  • psychische Veränderungen,
  • sehr selten Grüner
 oder Grauer Star,
  • eine Verminderung der Knochendichte sowie
  • Funktionsstörungen der Nebenniere auftreten.

Bei über 6000 dokumentierten Schwangerschaften konnte sich kein eindeutiger Hinweis darauf finden lassen, dass Budesonid eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind habe. Es wird empfohlen, die Therapie eines Asthma bronchiale mit dem Wirkstoff in der Schwangerschaft nach ärztlicher Absprache fortzusetzen. Ebenso ist die Anwendung während der Stillzeit als wenig bedenklich einzustufen. Zwar
ist Budesonid plazentagängig und kann in die Muttermilch übertreten, allerdings sind die üblichen Dosierungen so gering systemisch wirksam, dass kein schädigender Effekt auf das Kind wahrscheinlich ist.

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Budesonid zeigt erwünschte Wechselwirkungen mit beta-2-Sympathomimetika (Salbutamol, Salmeterol, Fenoterol, Formoterol), die ebenfalls zur Asthma-Therapie eingesetzt werden. Gegenseitig verstärken
diese Arzneimittel ihre atemwegserweiternde Wirkung und beugen Asthma-Beschwerden vor.

Weiterhin kann die Wirkung von Budesonid länger anhalten, wenn Medikamente eingenommen werden, die den Abbau des Wirkstoffs verzögern. Dazu zählen bestimmte Antibiotika (Makrolide), Pilzmedikamente (Ketoconazol, Itraconazol), Ciclosporin (Immunsuppressivum), Medikamente gegen HIV (Nelfinavir, Ritonavir) sowie Grapefruit-Saft.

Budesonid darf jedoch nicht eingenommen werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff besteht. Das Arzneimittel darf nur dann eingenommen werden, wenn keine Infektionen der Atemwege vorliegen oder eine solche gleichzeitig entsprechend medikamentös behandelt wird.

Im akuten Asthma-Anfall ist die Inhalation von Budesonid nicht sinnvoll. Bei leichteren Asthma-Anfällen kann ein orales Glukokortikoid Teil der Notfallmedikation sein. Wenn Glukokortikoide zur Behandlung schwerer Asthma-Anfälle eingesetzt werden sollen, erfolgt die Verabreichung intravenös.

Literatur:

http://www.meds4all.com/ch/budesonid.html

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/budesonid_473

https://www.embryotox.de/budesonid.html

http://www.allergologyinternational.com/article/S1323-8930(15)00122-7/abstract

http://ginasthma.org/

 


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