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Chlorphenamin

Chlorphenamin (auch: Chlorpheniramin) ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika der 1. Generation und Bestandteil verschiedener rezeptfreier Mittel, siehe auch: rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen.

Chlorphenamin steht auf der WHO-Liste unverzichtbarer Arzneimittle und kommt auch in der Behandlung von Tieren zum Einsatz.

Der Arzneistoff ist folgenden Medikamenten beinhaltet:

  • Monopräparate: Arbid N Schlucktropfen, Balkis Schnupfenkapseln Neu; Trimeton
  • Kombipräparate: Benical Fluimucil Grippe, Grippostad C , Migräne-Kranit, Pecto-Baby, Rhinipront, Solmucalm, Triocaps

Chlorphenamin – Anwendung

Als Antihistaminikum wurde der Wirkstoff früher vor allem in der Behandlung von Allergien wie Heuschnupfen, allergischer Rhinitis und allergischer Sinusitis, allergischer Bindehautentzündung oder allergischem Nesselfieber eingesetzt.

Heute nutzt man Chlorphenamin vor allem zur Therapie von Grippe und Erkältungskrankheiten (Reizhusten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Fieber) sowie meist in Kombination mit Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen.

Weiterhin kann die Substanz helfen bei:

  • Histaminintoleranz
  • Histamin-bedingtem Juckreiz
  • Instektenstichen
  • Sonnenbrand
  • Erbrechen
  • Reisekrankheit
  • Schwindel

Das Mittel wird in Hartkapsel-Form eingenommen.

Chlorphenamin – Wirkung

Chlorphenamin wirkt 4-6 Stunden lang:

  • antiallergisch
  • austrocknend
  • antihistamin
  • anticholinerg
  • beruhigend

Der Arzneistoff wirkt am H1-Rezeptor als Antagonist und beugt damit entzündlichen Reaktionen des Immunsystems vor (Juckreiz, Husten, Schnupfen …). Es hemmt die Wirkung von Histamin und lässt so die Nasenschleimhaut abschwellen und die Schleimproduktion sinken.

Außerdem hemmt es die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in den Nervenendigungen, wodurch es antidepressiv wirken kann.

Bei Erkältungskrankheiten beruht die Wirkung unter anderem darauf, dass es wie Schlafmittel müde macht und dem Patienten beim nächtlichen Durchschlafen hilft, wodurch die Heilung gefördert wird.

Die Plasmahalbwertszeit beträgt 15 bis 30 Stunden, bei Kindern ist sie kürzer.

Chlorphenamin – Nebenwirkungen

Wie alle Antihistaminika der 1. Generation macht auch dieses sehr müde und trübt Konzentrationsfähigkeit und Fahrtüchtigkeit ein. Grund dafür ist, dass die Substanzen ins Nervensystem übergehen können und die dortigen Histaminrezeptoren ebenfalls stimulieren. Neuerer Antihistaminika sedieren deutlich weniger.

Bei einer Überdosierung – was aufgrund der entspannenden Wirkung häufiger vorkommt – drohen:

  • Gesichtsrötung
  • Erregung und Halluzinationen
  • Mundtrockenheit
  • Sehstörungen
  • Fieber
  • Krämpfe
  • Depression
  • Überhitzung des Körpers
  • Abfall des Blutdrucks
  • Herzkreislaufkollaps
  • Atemlähmung

In Kombination mit Alkohol verstärkt sich die Wirkung unberechenbar.

Der Einsatz des Mittels ist bei Kindern und älteren Menschen umstritten.

Chlorphenamin – Gegenanzeigen

Nicht angewendet werden darf der Wirkstoff in folgenden Fällen:

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
  • Blasenentleerungsstörungen, Prostatavergrößerung
  • Engwinkelglaukom
  • Phäochromozytom
  • Asthmaanfall
  • Die gleichzeitige Anwendung eines MAO-Hemmers ist kontraindiziert.
  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Kinder
     

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