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Bleichlauge gegen Neurodermitis

Bleichlauge hat sich in den letzten Jahren als „Geheimtipp“ gegen Neurodermitis gemausert. Doch wirkt sie wirklich, oder richtet die Bleichlauge sogar mehr Schaden als Nutzen an? Die Ergebnisse einer Studie von Paller und Kollegen zeigen, was es mit dem Mittel auf sich hat.

Gewöhnlich wird Bleichlauge eingesetzt, um Wäsche von Flecken zu befreien. Doch nicht nur Wäsche kann behandelt werden, sondern auch die Haut neurodermitiskranker Menschen. Wer in verdünnter (!) Bleichlauge baden, kann infizierte Ekzeme deutlich lindern, so die Forscher.

Die Wissenschaftler ziehen die Badekur sogar einer Antibiotika-Behandlung bei infizierten Ekzemen vor.

Die Studie lief folgenermaßen ab: 

  • Teilgenommen haben 31 Kinder zwischen 6 Monaten und 7 Jahren, die unter einer mäßigen bis schweren Neurodermitis leiden und bakterielle Infektionen aufweisen, zum Beispiel mit Staphylokokken auf der Haut
  • Zunächst wurde dazu der EASI (Eczeme Area and Severity Index) erhoben, der von 0 bis 72 reicht, wobei 72 für das stärkste Krankheitsbild steht
  • Anschließend wurden die Teilnehmer in die Versuchsgruppe und eine Placebogruppe zum Vergleich eingeteilt
  • Alle Kinder wurden danach für zwei Wochen mit einem Antibiotikum behandelt
  • Die Bleichlaugen-Gruppe wurde danach zwei Mal täglich für 5-10 Minuten in verdünnter Bleiche gebadet (0,005 Prozent = ½ natriumhypochloritlösung pro gefüllter Badewanne)
  • Die Kinder der Bleichlaugen-Gruppe haben das Mittel allesamt gut vertragen.
  • Kinder, die in verdünnter Bleichlauge baden, haben nach drei Monaten deutlich weniger Ekzeme als Kinder, die in reinem Wasser baden. Allerdings nur an den Stellen, die tatsächlich gebadet wurden – Ausschläge am Hals und auf dem Kopf besserten sich nicht.

Das Fazit der Wissenschaftler: Bleichlauge tötet die Bakterien ab, die Ekzeme verschlimmern.

Wer – auf eigene Gefahr – untertauchen möchte, um auch Ekzeme an Hals und Kopf zu baden, sollte dies unbedingt nur mit geschlossenem Mund und geschlossenen Augen tun.

Zusätzlich zur Bleiche kann auch Triclosan mit ins Wasser gegeben werden (zu 1-2%), die die keimtötende Wirkung zu verstärken.

Neurodermitis ohne bakterielle Infektionen wird durch die Bleiche jedoch kaum therapiert werden können.
 

Quellen:

Hautsache.de

A. Paller et al., Pediatrics 123, 2009, e808

WirtschaftsTipp für Dermatologen/Allergologen, Beilage der Ärzte Zeitung, Ausgabe Nr. 7/2009 vom 13.07.2009, Seite 22


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