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Bienenstiche

Bienenstiche gehören zu den Insektenstichen. Bienenstiche sind eine Verteidigungsreaktion giftiger Insekten.

Bei diesen Insektenstichen handelt es sich um eine Abwehrhandlung mit einem Giftstachel, vor allem von Hautflüglern wie den Honigbienen, Wespen oder Hornissen. Mit dem Stachel injizieren die Insekten dem Feind ein giftiges Sekret unter die Haut – entweder als Reaktion auf eine Angriff eines einzelnen Insekts oder weil die Niststätte kollektiv bedroht wird. Bei Bienenstichen und anderen Insektenstichen reagiert der menschliche Körper auf das Stichgift, zudem treten bei Bienenstich-Allergikern allergische Reaktionen auf.

Bienenstiche führen zum Tod des Insekts. Beim Stich wird der Stechapparat herausgerissen, was an der Form des Widerhakens am Stachel und der elastischen menschlichen Haut liegt. Die Bienen verbluten infolge, während Wespen den Stachel wieder herausziehen können.

Die Gifte sind aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt.

Nach einem Bienenstich oder Stich durch ein anderes giftiges Insekt kommt es zu Schmerzen, später zu Juckreiz und Schwellungen. Diese kann bis zu sechs Tagen anhalten, oft ist die Reaktion am zweiten oder dritten Tag am stärksten. Wie stark sie ausfällt, hängt von der Einstichstelle und von der Giftmenge ab. Bei Allergikern können zudem mitunter massive Beschwerden auftreten.

Für gesunde Menschen sind die Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen erst bei mehreren hundert Stichen lebensbedrohlich. Anders bei Allergikern: hier reicht schon ein einziger Stich für eine anaphylaktische Reaktion, die lebensgefährlich verlaufen kann. Davon betroffen sind ca. 0,4 bis 0,8 Prozent der Kinder und knapp 3 Prozent der Erwachsenen.

Bienenstiche – Symptome

Nach Bienenstichen treten zunächst stechende Schmerzen auf. Anschließend folgen Rötungen, Schwellungen und Juckreiz an der Einstichstelle als Reaktion auf das Insektengift. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, hängt vom Einzelfall ab.

Wird die Wunde nicht gereinigt oder gekratzt, können zusätzlich bakterielle Infektionen an der Einstichstelle auftreten mit entzündlichen, teils nässenden und schlecht abheilenden Stichwunden.

Für gesunde Menschen sind die Stiche in der Regel jedoch ungefährlich. Die Giftkonzentration, die zum Tod führt (Letaldosis) benötigt Hunderte von Stichen.

Besonders gefährlich dagegen sind Bienenstiche im Mund-Rachen-Raum sowie an den Lippen. Auch bei einem Stich ins Auge sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Krankheitserreger wie Tetanusbakterien werden eher über Zeckenbisse übertragen.

Bienenstich-Allergie

Ist der Betroffene durch frühere Stiche sensibilisiert, dann kann schon das Gift eines einzelnen Stichs zur allergischen Reaktion führen, die unterschiedlich stark ausfallen kann:

  • Lokal begrenzte Hautreaktionen mit Rötungen, Schwellungen und Quaddeln sowie Juckreiz
  • Leichte Allgemeinreaktionen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und großflächigen Hautreaktionen
  • Blutdruckabfall, überhöhter Pulsschlag, Fieber, Atemnot
  • Anaphylaktischer Schock mit Kreislaufversagen

Diese Reaktionen können innerhalb von 10 Minuten bis 5 Stunden nach den Bienenstichen auf, meistens jedoch innerhalb der ersten Stunde.

Bienenstiche kühlen und behandeln

In jedem Fall sollten sofort der Stachel entfernt (mittels Pinzette o.ä.) und die Einstichstelle gekühlt werden (mit Eiswürfeln oder verdünntem Alkohol). Auch konzentrierte Hitze hilft nachweislich gegen Bienenstiche. Dazu drückt man einen von einem Mikrochip kontrollierten „Stichheiler“ auf die Stelle, der für einige Sekunden 51°C auf die Haut überträgt. Dadurch gehen die Symptome deutlich schneller zurück.

Allergische Reaktionen werden mit Medikamenten wie Antihistaminika, Cortison oder Adrenalin behandelt. Risikopersonen sollten stets ein Notfallset bei sich tragen. Bei anaphylaktischen Schocks muss dringend ein Notarzt angerufen werden. Möglich ist auch eine Hyposensibilisierung, bei der der Allergiker über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren langsam an das Gift gewöhnt wird, bis das Immunsystem nicht mehr überreagiert.

Das Risiko von Bienenstichen kann man senken, wenn man auf aggressive Bewegungen gegenüber Bienen in der Nähe verzichtet und Süßgetränke und Fallobst, Wiesen und Blüten meidet. Auch sollte man als Risikoperson auf geeignete Kleidung achten, nicht barfuß auf Wiesen laufen (Gefahr durch Tritt auf Bienen) und zuhause Insektenfallen aufstellen. Insektenabweisende Geruchsstoffe können ebenfalls zumindest eingeschränkt schützen.

Hausmittel bei Bienenstichen

Folgende Hausmittel könnt ihr bei bestehenden Stichen anwenden, um die Beschwerden zu lindern (Ausprobieren auf eigene Gefahr …):

  • Stück Würfelzucker anfeuchten und auf den Stich legen, soll das Gift herausziehen
  • Einstichstelle betupfen mit: 1 TL Tonerde in Wasser zu Brei verrühren und , 3 Tropfen Pfefferminzöl dazugeben
  • Saft zerdrückter Kohlblätter auf die Stelle schmieren, auch bei Bohnenkrautblättern soll dies funktionieren
  • Einstichstelle mit Meerrettich, Zwiebeln oder Zitrone einreiben
  • Frische Bienenstiche mit zerquetschten Basilikumblättern einreiben

Zuvor immer erst den Stachel entfernen

Wann zum Arzt?

Einen Arzt aufsuchen oder Notarzt anrufen sollte man:

  • bei starken allergischen Reaktionen sowie bei Personen, die bekanntermaßen an einer Insektengiftallergie leiden
  • bei Bienenstichen an den Lippen oder im Mund-Rachen-Raum
  • bei infizierten Einstichstellen, die nicht abheilen
  • bei fehlender Tetanus-Impfung
  • bei kleinen Kindern
     

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