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Beta 2-Sympathomimetika

Bei symptomatischer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Asthma zählt Beta-2-Sympathomimetika zu der Basistherapie. Patienten erhalten eine Medikation mit
den entsprechenden Wirkstoffen, im mindesten zur Bedarfstherapie, also zur Linderung der akuten
Beschwerden. Beta-2-Sympathomimetika erweitern die Atemwege umgehend nach der Einnahme, sodass der Patient eine sofortige Erleichterung verspürt. In Fällen von Asthma
bronchiale und COPD im fortgeschrittenem Stadium werden die Präparate, in Form von langwirksamen Substanzen der Stoffgruppe, auch als Dauertherapie verabreicht.

Verabreichung


Beta-2-Sympathomimetika werden in den meisten Fällen zur Inhalation verabreicht, als Inhalator, Spray oder Dosieraerosol. Der Vorteil liegt darin, dass die Wirkung sich lokal auf
 die Bronchien und Lunge beschränkt. Im Verlauf eines schweren Asthmaanfalls oder in einem fortgeschrittenem Krankheitsstadium der COPD, werden Beta-2-Sympathomimetika allerdings auch systematisch verabreicht mittels Infusion, Tablette oder Spritze.

Präparate, die inhaliert werden, weißen in der Regel jedoch weniger Nebenwirkungen auf. Zudem erfolgt eine Linderung der Beschwerden schon nach drei bis fünf Minuten.

Arzneimittel- und Wirkstoffgruppe


Zu den wichtigsten Vertretern auf dem Markt gehören:

  • Fenoterol
  • Salbutamol
  • Terbutalin
  • Clenbuterol
  • Salmeterol
  • Formterol
  • Tulobuterol
  • Indacaterol
  • Bambuterol.

Ersteres wird neben der Lungenheilkunde auch in der Gynäkologie angewandt, da es bei Schwangeren wehenhemmend wirkt. Indacaterol, Salmeterol und Formotero gehören zur langwirksamen Medikation und kommen bei einer Dauertherapie zum Einsatz. Salbutamol zählt zu den am häufigsten verwendeten Präparaten der kurzwirksamen Behandlung.

Indikationen

Beta-2-Sympathomimetika wirken entzündungshemmend, bronchienerweiternd und fördert die Insulin-Ausschüttung. Daher wird es bei den folgenden Erkrankungen in der Behandlung angewendet:

  • Asthma bronchiale
  • COPD
  • Chronische Bronchitis
  • Akuter Bronchospasmus
  • Wehenhemmung

Wirkungsweise


Beta-2-Sympathomimetika auch Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten genannt, entfalten ihre Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Da dieses von den Menschen nicht bewusst gesteuert werden kann, wird es auch als autonomes oder unwillkürliches Nervensystem bezeichnet.

Der gesamte menschliche Körper ist mit Fasern des vegetativen Nervensystems durchzogen und es wird gesteuert durch untergeordnete, sprich unbewusste Regionen des Hirns. Das vegetative Nervensystem hat die Aufgabe, die Funktionen von Organen und Körper zu regulieren und zu koordinieren. Herrschend sind hier zwei Nervenstränge – der Parasympathikus und der Sympathikus. Diese verhalten sich als eine Art Gegenspieler. Die Steuerung wird vom Parasympathikus immer dann übernommen, wenn der Mensch sich auf Nahrungsaufnahme und auf Ruhe einstellt. Der Sympathikus ist wird in Aktivitäts-, Wach- und Stresssituationen geht.

Er sorgt dafür, dass ausreichend Energie für das bewusste Handeln vorhanden ist und erhöht die Arbeitsleistung. Der Mensch wird aufmerksamer, Schweißproduktion und Muskelspannung nehmen zu und auch die Pupillen weiten sich. Muskeln in den Bereichen Gebärmutter, Darm, Harnblase und Magen lassen nach, die Speichelproduktion nimmt ab, wodurch der Mund trocken wird. Sämtliche Blutgefäße verengen sich, ausgenommen die der Skelettmuskulatur und die des Herzens, es kommt dadurch zum Anstieg des Blutdrucks, die Atmung wird beschleunigt und die Schläge des Herzens werden schneller.

Im Normalfall erfolgt die Stimulierung des Nervenstrangs Sympathikus, ausgelöst durch die körpereigenen Botenstoffe wie Noradrenalin (Stresshormon) und Adrenalin. Die Beta-2-Sympathomimetika imitieren diese Wirkung und sorgen so für eine Aktivierung des Sympathikus. Es findet eine Bindung der Rezeptoren jener Botenstoffe statt und je nachdem an welche Rezeptoren sich die Sympathomimetika befestigen, kommt es zu differenzierten Teilreaktionen. Die unterschiedlichen Rezeptoren bezeichnen die Begriffe "alpha" und "beta". Spezifische Untertypen sind alpha 1 und 2, sowie beta 1 und 2. Der therapeutische Effekt im Krankheitsbild Asthma wird hauptsächlich durch die maßgebliche Erregung der beta-2-Rezeptoren verursacht.

Der Angriff von Beta-2-Sympathomimetika an die beta-2-Rezeptoren zielt auf die Entspannung der Muskelzellen ab. Im Verlauf eines Asthmaanfalles kommt es zu einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur. Die Luftröhrchen (Bronchien) erweitern sich nach der Einnahme entsprechender Wirkstoffe, wodurch der Patient seine akute Atemnot überwinden kann. Weitergehend unterstützen die Wirkstoffe das Abhusten von Schleim und allergische sowie entzündliche Reaktionen werden minimiert.

Nebenwirkungen

Beta-Rezeptoren kommen nicht nur ausschließlich in der Bronchialwand vor, sie finden sich auch in den Bereichen von anderen Organen wie z.B. dem Herzen und im Blutgefäßsystem. Gerade bei der systematischen Verwendung von Beta-2-Sympathomimetika kann es zu unterschiedlichsten Nebenwirkungen kommen. Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

  • innere Unruhe
  • Schwitzen
  • Schlafprobleme
  • Zittern
  • Erhöhung der Herzfrequenz bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Werden Beta-2-Sympathomimetika inhaliert, treten Nebenwirkungen deutlich schwächer auf, da der Effekt des Wirkstoffes vornehmlich direkt vor Ort entfaltet wird, sprich in den Atemwegen. In den Blutkreislauf selbst gelangen nur wenige Mengen.

Bildquelle: ©Healthexpress

 


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