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Belastungsasthma

Belastungsasthma (Anstrengungsasthma, Exercise-Induced-Asthma) ist eine Form von Asthma bronchiale, bei der Atemnot während oder nach körperlicher Belastung aufkommt, also zum Beispiel nach dem Sport.

Symptome

Typischerweise beginnt der Belastungsasthma-Anfall innerhalb von sechs bis acht Minuten nach der Beginn der Betätigung, am stärksten sind die Symptome meist fünf bis zehn Minuten nach dem Ende der Belastung. Die Atemwege verengen sich, es kommt zu Engegefühlen in der Brust und zu Atemnot, teils auch zu Reizhusten.

Die Beschwerden vergehen in der Regel nach 30 bis 60 Minuten wieder.

Die Schwere des Verlaufs hängt ab von der Intensität, Dauer und Art der körperlichen Anstrengung. Daneben spielen auch Allergene und Schadstoffe in der Luft eine Rolle, das Belastungsasthma kann also schneller und stärker ausgelöst werden, wenn der Betroffene neben einer stark befahrenen Straße Fußball spielt oder inmitten von Gräsern, auf die er allergisch reagiert.

Idealerweise findet der Sport nicht statt in der Nähe von:

  • Abgasen und Zigarettenrauch
  • Milben
  • Pollen
  • Schimmelpilzen
  • Spuren von Farben und Lacken
  • Tierhaaren

Auffällig ist, dass Atemnot sehr viel seltener auftritt, wenn man nach einem solchen Anfall erneut innerhalb der nächsten zwei Stunden erneut körperliche Anstrengungen unternimmt. Dieser Zeitraum wird auch „Refraktärphase“ genannt.

Diagnose

Meist zeigt sich das Belastungsasthma ganz von selbst, nämlich dann, wenn man wiederholte Anfälle nach oder während der körperlichen Anstrengung erlebt.
Einen Hinweis kann auch der Peak-Flow-Meter liefern. Dazu misst man den Peak-Flow-Wert zehn Minuten vor und zehn Minuten nach der Belastung. Ist der zweite Wert niedriger als der zuerst gemessene, handelt es sich häufig um ein Belastungsasthma.

Zum Arzt gehen sollte man bei Verdacht auf jeden Fall, um einen Notfallplan erstellen und lebensbedrohliche Anfälle vermeiden zu können. Dieser kann auch einen RC-Test zusammen mit einer kontrollierten körperlichen Anstrengung durchführen, um Belastungsasthma sicher zu diagnostizieren.

Ursachen und Verbreitung

Wie alle Formen des Asthmas ist auch das Belastungsasthma Folge einer Kombination aus Genen und Umwelt, die genauen Ursachen sind jedoch bis heute nicht wissenschaftlich vollständig geklärt.

Besonders häufig betroffen sind Kinder. Geschätzte 90% aller asthmakranken Kinder leiden auch unter einem Belastungsasthma, bei vielen Kindern tritt die Atemnot überhaupt nur im Rahmen von Sport auf. Unter den erwachsenen Asthmatikern sind etwa 30% vom Belastungsasthma betroffen.

In einer Studie der Universität Michigan kam heraus, dass Menschen, die beim Sport stark schwitzen, seltener Belastungsasthma haben als andere. Vermutet wird, dass eine starke Schweißentwicklung und die starke Befeuchtung der Atemwege zusammenhängen. Trockene Atemwege hingegen verengen sich weitaus häufiger. Siehe dazu auch den Artikel unter „Quellen“.

Wie umgehen mit dem Belastungsasthma?

Sport ist bei Belastungsasthma keinesfalls tabu. Die einzigen Ausnahmen stellen akute Infekte, akute Atemnot sowie erst kürzlich (in den letzten zwei bis drei Tagen) aufgetretene Asthmaanfälle dar.

Wohldosierter Sport hilft der Lunge und ist für Kinder sowohl sozial als auch hinsichtlich des Erlernens von Koordinationsfähigkeiten sehr wichtig. Allerdings sollten geeignete Sportarten gewählt und Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Je weniger der Körper bei der Sportart durchgerüttelt wird, umso unwahrscheinlicher sind Asthma-Anfälle als Folge der Betätigung.

Gut geeignet Weniger geeignet
Kraftraining
Radfahren
Schwimmen
Skilanglauf
Bewegungsintensive Ballspiele
Joggen
Seilspringen
Sport in kalter, trockener Luft

Ganz gleich, um welche Sportart es geht, sollten Patienten es nicht übertreiben mit der Anstrengung. Das gilt erst Recht für Menschen, die seit Ewigkeiten nicht mehr aktiv waren.

Für Asthmatiker ist die Aufwärmphase vor dem Sport oder einer anderen intensiven körperlichen Betätigung noch wichtiger als für gesunde Menschen. Mindestens zehn Minuten lang sollte der Körper auf Trab gebracht und gedehnt werden.

Bei körperlich belastenden Berufen sollten die Kollegen über das Asthma und die notwendigen Schritte im Notfall aufgeklärt werden. Bei Kindern die Lehrer und ggfs. auch die Klassen- oder Spielkameraden.

Auch die medikamentöse Versorgung spielt eine große Rolle. Optimal eingestellte Patienten erleiden seltener Asthmaanfälle. Das gilt auch für das Belastungsasthma. Vor dem Sport oder der körperlichen Arbeit kann ein bronchienerweiterndes Medikament vorbeugend eingenommen werden.

Der Peak-Flow-Messer und das Notfallset sollten ständige Begleiter aller Betroffenen sein.

Quellen:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/asthma/news/belastungsasthma-viel-schwitzen-wenig-keuchen_aid_331833.html
 


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