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Basenkur

Eine Basenkur soll der Entsäuerung des Körpers und der Regulierung des Stoffwechsels dienen. Die Basenkur umfasst sowohl Basenbäder, als auch eine innerliche Behandlung mit Tees, Basenpulvern und einer Ernährungsumstellung. So soll der Säure-Basen-Haushalt des Organismus wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Der Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt gilt als wichtiges Regulationssystem im menschlichen Körper, er hält das Verhältnis von Säuren und Basen durch verschiedene Stoffwechselprozesse im Gleichgewicht. Gemessen wird der Säure-Basen-Haushalt mittels pH-Wert. Der pH-Wert kann in den verschiedenen Organen und Körperflüssigkeiten (Urin, Speichel, Lymphe, Blut) sehr unterschiedliche Größen annehmen:

  • Magen: pH-Wert von 1-5 – so kann die Nahrung, vor allem das Eiweiß, gut aufgespalten werden
  • Dünndarm: pH-Wert von 7 – in diesem Milieu werden Enzyme zur Verdauung der Kohlenhydrate aktiv
  • Dickdarm: pH-Wert von 6-7
  • Körperzellen: pH-Wert von ca. 7
  • Blut: pH-Wert von 7

Ein pH-Wert kleiner als 7 ist „sauer“, über 7 „basisch.

Was passiert, wenn der Körper übersäuert ist?

Bei Säuren handelt es sich um Stoffwechselprodukte. Sie entstehen, wenn im Zellinneren bei Kohlenhydrate abgebaut, Eiweiße verstoffwechselt oder Fett verbrannt wird.

Zu einem starken Überschuss an Säure führt zum Beispiel der Abbau tierischer Eiweiße, die wir als Käse, Wurst, Fleisch oder Eier über die Nahrung aufnehmen. Auch Getränke mit Phosphorsäure säuern den Körper zusätzlich, etwa Limonaden oder Cola. Daneben können Fastenkuren und Diäten den Säuregehalt im Organismus steigern, da auch bei der Fettverbrennung Säuren entstehen. Weiterhin können Mangel an Spurenelementen oder Vitaminen verantwortlich sein, ebenso zu wenig körperliche Bewegung.

Schon geringe Schwankungen zum Beispiel im Blut können den gesamten Stoffwechsel massiv ins Ungleichgewicht bringen.

Ist ein Organ oder ein übersäuert, versucht es, den Überschuss zu neutralisieren, um Schädigungen abzuwenden. Dann tritt ein Notfallprogramm in Kraft, durch das die Säuren dorthin transportiert und abgelagert werden, wo sie den wenigsten Schaden anrichten können: meist ins Bindegewebe. Das Bindegewebe kann dadurch Wasser schlechter binden, wird undurchlässig und büßt an Elastizität ein. Auch können Nährstoffe, Sauerstoff und Giftstoffe schlechter im Körper transportiert werden, wodurch dem Körper Stoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium und Natrum fehlen, die er eigentlich zur Bekämpfung der Säurebelastung benötigt. Werden diese dann nicht ausreichend über die Nahrung aufgenommen, entzieht der Körper sie zum Beispiel den Knochen, was zu Osteoporose führen kann. Je größer die Übersäuerung, umso anfälliger ist der Organismus für Beschwerden und Krankheiten wie:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Cellulite
  • Haarausfall
  • Allergien
  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne

Bestehende Erkrankungen können sich zudem verschlechtern, Medikamente sollen teilweise schlechter wirken können.

So zumindest die Betrachtung der Vertreter der Übersäuerungs-Theorie.

Den pH-Wert des Urins messen

Eine erste Einschätzung des Säure-Basen-Zustands ermöglicht ein Teststäbchen aus der Apotheke, auf das morgens nüchtern der Mittelstrahlurin gegeben werden muss. Um die Ergebnisse zu sichern, könnt ihr den Wert über eine Woche je morgens, mittags und abends messen und am Ende einen Durchschnittswert bilden.

Liegt der pH-Wert unter 7, liegt eine Übersäuerung vor.

Dann kann eine Basenkur helfen.

Die Basenkur – 3 Säulen gegen die Übersäuerung

Eine wirkungsvolle Basenkur dauert drei Monate. Die Übersäuerung des Körpers geschieht über Monate, Jahre oder gar Jahrzehnte und kann kaum in wenigen Tagen vollständig beseitigt werden. Sie besteht aus drei Säulen:

  • die im Körper abgelagerten Säuren sollen gelöst werden
  • Schadstoffe sollen neutralisiert werden
  • die Säuren sollen ausgeschieden werden, über die Haut, den Urin und den Stuhl

1. Abgelagerte Säuren lösen

Zunächst müssen die Säuren, die überwiegend im Bindegewebe abgelagert sind, gelöst werden. Dafür geeignet sind zum Beispiel basische Kräutertees, die etwa zu 1 Liter am Tag getrunken werden müssen. Daneben können Produkte mit „aktiven Basen“ eingenommen werden, auch diese sollen die Säuren entfernen und den Zellen wieder ermöglichen, Gifte besser abzutransportieren und Nährstoffe besser aufzunehmen.

2. Gelöste Schadstoffe neutralisieren

Damit die überschüssigen Säuren neutralisiert werden, benötigt der Körper zum einen eine basische Ernährung und zum anderen ausreichend viel Nährstoffe wie:

  • Calcium
  • Kalium
  • Magnesium
  • Natrium
  • Phosphor

Sie können über die Nahrung aufgenommen werden, notfalls auch über Nahrungsergänzungsmittel oder ein Basenpulver. Bitterstoffe können die körpereigene Produktion von Basen ankurbeln und fördern zudem auch die Verdauung, die eine wichtige Rolle bei der Entgiftung spielt.

3. Säuren ausscheiden

Im dritten Schritt müssen die gelösten Säuren entfernt werden, und zwar über den Urin und Stuhl sowie über die Haut mittels Basenbädern. Dazu sollte man viel trinken, am besten stilles Wasser oder Kräutertee. Weiterhin sollte man reichlich ballaststoffreiche Nahrung aufnehmen (Müsli, Salate, Gemüse, …) und zweimal wöchentlich ein basisches Vollbad nehmen. Dieses kann man selbst herstellen oder als fertigen Badezusatz kaufen. Das Bad sollte mindestens 45 Minuten dauern, da die Entsäuerung des Körpers über die Haut erst nach einer halben Stunde beginnt.

Basische Ernährung

Für eine basische Ernährung wird häufig empfohlen: viermal soviel basenreiche Lebensmittel wie säurebildende aufnehmen.
Basische Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Obst (enthält zwar Fruchtsäuren, diese sollen jedoch leichter vom Körper abgebaut werden können und beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt damit nicht negativ)
  • Rosinen
  • Gemüse, v.a. Blattsalate, Kartoffeln, Karotten, Spinat und Zwiebeln
  • Saure Lebensmittel sind unter anderem:
  • Kaffee, schwarzer Tee
  • Limonade, süßer Sprudel
  • Alkohol
  • Wurst, Fleisch und Fisch sowie Eier
  • Teigwaren aus Weizenmehl, Kuchen
  • Zucker

Die Ernährung soll außerdem möglichst viele Antioxidantien enthalten.

Auch soll das Trinken einen großen Teil dazu beitragen können, dass der Körper nicht übersäuert. Als Empfehlung liest man häufig 2,5 Liter stilles Wasser oder naturbelassene Gemüsesäfte.
 


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