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Autovaccine

Autovaccine (auch autogene Vaccine oder Vakzine genannt) sind Mittel gegen chronische Infektionen, die individuell, also abhängig vom Patienten hergestellt werden. Autovaccine werden  unseres Wissens nach heutzutage ausschließlich in der Alternativmedizin, in der Tiermedizin und in einigen Teilen Osteuropas verwendet. Entwickelt zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie hierzulande innerhalb der Schulmedizin durch die zufällig entdeckten Antibiotika verdrängt. Impfschutz gewährleisten Autovaccine nach heutigem Kenntnisstand nicht, sie sind eher zur Bekämpfung bereits vorhandener Infektionen geeignet, und selbst das ist umstritten.

Aus einem 1914 veröffentlichten Werk zum Thema Autovaccine mit dem Titel „Die Vakzine-Therapie“ von R. W. Allen geht hervor, dass die Arzneimittel gegen neun verschieden Arten von Krankheiten angewendet werden können. Dabei handelt es sich um Erkrankungen von:

  • Haut und subkutanem Gewebe
  • Knochen und Gelenken
  • Verdauungsorganen
  • Geschlechts- und Harnorganen
  • Kreislaufsystem
  • Augen
  • Ohren und Nase
  • Atmungsorganen
  • Kiefer

Heute werden die Autovaccine in erster Linie angewendet bei:

  • Chronischen Infektionen wie Bronchitis, Gastritis, Sinusitis oder Blasenentzündungen
  • Allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien, Neurodermitis, Asthma, allergische Nesselsucht)
  • Hauterkrankungen, die mit Infektionen in Verbindung stehen, wie zum Beispiel Akne, Furunkeln und Abszessen
  • Chronischen Entzündungsprozessen (Fibromyalgie, Arthritis)
  • Parodontose

Verschiedene Arten von Autovaccinen

Die Mittel sind mit Ausnahme der generell zur Regulierung des Immunsystems verordneten „Escherichia coli-Autovaccine“ stets auf die Wirkung gegen bestimmte Krankheitserreger ausgerichtet.

Unterschieden werden weiterhin klassische Autovaccine und Hetero- oder Lagervaccine.

Um die klassischen Autovaccine herzustellen, entnimmt der behandelnde Arzt dem Patienten etwas Gewebe von der erkrankten Stelle, zum Beispiel in Form von Eiter oder als Vaginalabstrich. Alternativ kann auch eine Stuhlprobe verwendet werden. Die Substanzen werden dann in eine Labor geschickt. Dort wird der Krankheitserreger ermittelt und durch Hitze getötet. So sollen „inaktive“, vom Organismus des Patienten geprägte Bakterien / Viren entstehen.

Das von den Erregern befreite Gewebe wird dem Patienten wieder verabreicht. Meist über Injektion, teils auch oral zum Einnehmen oder perkutan zum Einreiben in die Haut. Die orale und perkutane Variante kann vom Patienten selbstständig zuhause angewendet werden. Bewährt hat sich die zweimal wöchentliche Verabreichung, wobei die Dosis nach und nach gesteigert wird. Erst wenn die Krankheit wieder abgeklungen bzw. geheilt ist, wird die Autovaccine-Therapie beendet.

Um die Qualität der Mittel zu garantieren, wurden Richtlinien wie die „Good Manufacturing Practice“ und entsprechende Überwachungsmechanismen aufgesetzt. So ist zum Beispiel eine Reinraumtechnik notwendig.

Anders als die patientenabhängig hergestellten Autovaccine werden Lagervaccine massenhaft hergestellt und gleichsam verschiedenen Patienten verabreicht. Da es sich dabei also nicht mehr um Individualarzneimittel handelt, sind sie in Deutschland zulassungspflichtig.

(Wie) wirken Autovaccine?

Autovaccine sollen das Immunsystem in der Abwehr gegen bestimmte Krankheitserreger stärken. Ein gestärktes Immunsystem bekämpft die Eindringline besser, die Krankheit und die Symptome sollen dadurch (schneller) wieder verschwinden. Tatsächlich gibt es Hinweise, dass dies funktioniert.

In einer Studie wurde gezeigt, dass es durch die Autovaccine-Therapie zu einer Immunmodulation kommt. Zwar ist diese nicht spezifisch gegenüber dem Krankheitserreger, scheint aber dennoch wirksam zu sein.

Nebenwirkungen

In einigen Fällen ist eine Sepsis (Blutvergiftung) beim Patienten aufgetreten, nachdem dieser die bearbeitete Substanz wieder einverleibt bekommen hatte. Ansonsten liegen uns keinerlei Studien zu möglichen Nebenwirkungen vor.

Hersteller in Deutschland

In Deutschland ist uns nur ein Unternehmen bekannt, dass sich auf die Herstellung von Autovaccinen spezialisiert hat, das Unternehmen SymbioVaccin GmbH.

Linktipps:

Weitere Infos zum Thema findet ihr auf der Homepage von PD Dr. Oliver Nolte www.autovaccine.de.
 


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