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Augenlider

Augenlider (lat.: Palpebra, griech.: Blepharon) sind dünne Falten, die aus Muskeln, Drüsen, Bindegewebe und Haut bestehen und die vordere Begrenzung der Augenhöhle bilden. Zwischen Oberlid (Palpebra superior) und Unterlid (Palpebra inferior) befindet sich die sogenannte Lidspalte. Lidwinkel bezeichnet die nasen- und schläfenseitige Stelle, an denen die Augenlider in geöffnetem wie auch geschlossenen Zustand zusammentreffen. Die Linie zwischen beiden Lidwinkeln heißt Lidachse.

Augenlider haben verschiedene Funktionen. So schützen sie die Augen vor eindringenden Stoffen aus der Umwelt und halten sie feucht und sauber. Außerdem spielen sie eine Rolle bei der Mimik, also dem Gesichtsausdruck.

Je nach Spezies können die Augenlider verschiedenartig aufgebaut sein.

Augenlider – Wortherkunft und Kulturelles

Das Wort Lid stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Es bedeutet „Verschluss“ oder „Deckel“.

In manchen Kulturkreisen werden die Augenlider Verstorbener als letzter Dienst am Menschen verschlossen.

Doch auch in der Kultur Lebender sind sie wichtig und werden aus kosmetischen Gründen speziell geschminkt mit Lidschatten und Lidstrich.

In Japan geht die alte Legende um, beim Mönch Bodhidharma sei aus den zwei Augenlidern ein immergrüner Teestrauch erwachsen. Aus diesem Grund hat das japanische Schriftzeichen Cha zwei Bedeutungen: „Augenlid“ und „Augenlid“.

Augenlider – Aufbau

Die Lider bestehen innen aus elastischem und kollagenem Bindegewebe, das das Augenlid stützt. In dieses Gewebe hinein reichen Muskeln aus glatter Muskulatur.

Die Haut der Augenlider enthält mehrere Schichten verhorntes Plattenepithel, am Rand entspringen die Wimpern und zum Augapfel hin existiert ein aus Becherzellen bestehendes Konjunktivalepithel.

Nah an den Augenlidern gibt es verschiedene Drüsen:

  • Zeis-Drüsen: Talgdrusen an den Haarbälgen der Wimpern
  • Krause-Drüsen: akzessorische Tränendrüsen
  • Moll-Drüsen: ähneln Schweißdrüsen, ihre Ausführungsgänge münden am Rand der Augenlider oder an den Haabälgen der Wimpern
  • Meibom-Drüsen: produzieren eine talgähnliche Substanz, die auf dem Auge eine ölige Schicht hinterlässt und dieses so vorm Austrocknen schützt

Augenlider – Funktionen

Die Augenlider werden per sogenanntem Lidschlag geöffnet und geschlossen, auch als „Blinzeln“ bezeichnet. Diese Bewegung kann willentlich oder unwillkürlich als Lidschlussreflex erfolgen. Treten bestimmte Reize auf, schließen sich die gesunden Augenlider des Menschen innerhalb von ca. 300 Millisekunden, wobei das Schließen etwas schneller geht als das Öffnen.

Durchschnittlich blinzeln wir 10-12 Mal pro Minute, Frauen häufiger als Männer.

Das Augenlid erfüllt zahlreiche Aufgaben:

  • Es schützt vor hellem Licht und wirkt als Blendschutz
  • Es hält das Auge feucht, indem es durch den Lidschluss die Tränenflüssigkeit auf der Hornhaut verteilt
  • Zum Schlafen kann es die Augen lichtdicht verschließen (Ausnahme: z.B. Hasen schlafen mit offenen Augen)
  • Nähern sich dem Auge Gegenstände, wird das Auge reflexhaft geschlossen
  • Mimik (Freude, Trauer, Müdigkeit, Erschrockenheit, Angst ausdrücken)

Augenlider – Erkrankungen

Zu den häufigsten Krankheiten der Augenlider zählen:

  • Anatomie der Augenlider: das Augenlid besteht aus zwei Blättern, die die verschiedenen Drüsen beinhalten
  • Gerstenkorn: schmerzhafte Veränderungen der Liddrüsen aufgrund von Infektionen
  • Geschwüre: diverse Arten von Geschwüren und Tumoren
  • Hagelkorn: das Sekret der Meibomschen Drüsen staut sich und führt zur Schwellung
  • Lidrandentzündungen: durch Infektionen mit Staphylokokken oder Streptokokken
  • Lidfehlstellungen: ein Lid ist verschoben, was zu Störungen des Sehapparats führen kann
  • Xanthelasma: hellgelbe Schwellungen durch am Augenlid abgelagertes Cholesterinablagerungen

 


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