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Atopiker

Atopiker sind Menschen, deren Immunsystem zur Überreaktion neigt. Atopiker haben eine genetische Veranlagung, eine atopische Erkrankung zu bekommen, sprich:

Allergien, Asthma und Neurodermitis werden zusammengefasst zur „atopischen Trias“. Zum Kreis der atopiscen Krankheiten gehören daneben die allergische Bindehautentzündung, die allergische Darmentzündung und manche Formen der Nesselsucht.

All diese Krankheiten haben gemein, dass das Immunsystem an sich harmlose Substanzen fälschlicherweise als gefährliche Feinde einstuft und Abwehr- und Entzündungsprozesse auslöst, die zu den typischen Allergiesymptomen wie Schnupfen, Juckreiz, Hautrötungen und -schwellungen oder Atemnot führen.

Zahl der Atopiker steigt massiv

Aufgrund der explosionsartigen Verbreitung allergischer Erkrankungen wird inzwischen geschätzt, dass jeder dritte Deutsche unter einer Allergie leidet. Warum immer mehr Menschen Atopiker sind, ist bisher nicht abschließend geklärt. Als mögliche Ursachen verdächtigt werden unter anderem die zunehmende Belastung von Luft, Textilien und Nahrungsmitteln mit Allergenen und Schadstoffen. Andere Wissenschaftler vertreten die Hygienehypothese, nach der die Kinder in jungen Jahren immer weniger mit Keimen in Berührung kommen, da sie seltener im Freien und untereinander spielen. Das Immunsystem wird dadurch nicht gefordert und trainiert, es reagiert später schneller über. Mehr dazu unter Warum immer mehr Menschen unter Allergien leiden.

Ob man selbst Atopiker wird, hängt in erster Linie von den Genen ab. Je nachdem, ob Eltern und / oder Geschwister unter einer allergischen Krankheit leiden, fällt die Wahrscheinlichkeit dafür größer oder geringer aus:

Bei Kindern mit einer Atopie beginnt der Leidensweg häufig mit Neurodermitis, die in Heuschnupfen oder Asthma übergehen kann – ein Prozess, der auch als Etagenwechsel bezeichnet wird, da die Krankheit von der Haut über die Nase hinunter zur Lunge „absinkt“.

Nicht jeder Mensch, der zu Allergien neigt, muss auch tatsächlich von welchen betroffen sein. Damit aus der Veranlagung eine allergische Erkrankung wird, bedarf es einer oder mehrerer Auslöser, den Triggerfaktoren. Zu ihnen zählen unter anderem Allergene aus der Luft oder in der Nahrung sowie Kontaktallergene, trockene Haut, Bakterien, Keime und Pilze, Schadstoffe in der Luft oder Kleidung und Stress.

Triggerfaktoren spielen sowohl beim ersten Ausbruch einer allergischen Krankheit eine Rolle, als auch später bei der Entstehung neuer Krankheits-Schübe, also verstärkter Hautprobleme (bei Neurodermitis) oder Asthma-Anfälle.

Bin ich oder ist mein Kind Atopiker?

Einen einheitlichen Standardtest, mit dem eine Atopie sicher festgestellt werden kann, gibt es derzeit nicht. Stattdessen werden Patientengespräche und eine Reihe körperlicher Tests sowie Laboruntersuchungen (insbesondere Allergietests) zu Rate gezogen.

Atopiker weisen typischerweise eine oder mehrere der folgenden Symptome auf:

  • Die Haut und die Kopfhaut sind trocken und jucken häufig
  • Die Haut im Bereich der Augen ist dunkel verfärbt
  • Dennie-Morgan-Falte: eine doppelte Lidfalte am Unterlid
  • Verdünnte Augenbrauen außen
  • Tiefe Falten in den Händen

Mehr zur Diagnose erfahrt ihr unter Atopie.

Ich bin Atopiker – und nun?

  • Atopiker müssen in vielen Fällen behandelt werden. Je nach Art und Schwere der Erkrankung können Dauer- oder nur Notfallmedikamente notwendig sein.
  • Auf welche Substanzen der Betroffene allergisch reagiert, muss beim Arzt ausgetestet werden. Hierzu stehen eine Reihe von Allergietests zur Verfügung.
  • Wohnung, Arbeitsplatz und Speiseplan sollten möglichst allergenfrei gestaltet werden.
  • Etliche Allergien können mit einer Hyposensibilisierung deutlich gelindert werden, sodass sie keine spürbaren allergischen Reaktionen, Ekzeme und Atemnot mehr auslösen. Bei der Hyposensibilisierung wird der Körper in zunehmenden Dosierungen an das Allergen gewöhnt. Bis heute gibt es kein anderes Verfahren, mit dem Allergien so nachhaltig erfolgreich behandelt werden können.

Was ihr sonst noch über die Atopie und die Behandlung wissen müsst, erfahrt ihr auf jucknix.de – zum Beispiel unter Allergie, Heuschnupfen, Neurodermitis und Asthma.
 


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Eine Antwort zu “Atopiker”

  1. Peka sagt:

    Hallo , habe eine Tochter sieben Monate alt und hat seid über vier Monaten atopie also im Gesicht beide Wangen . War oft bei Ärzte aber leider nichts geholfen ,, weiß nicht was ich noch machen kann ,, möchte gern wiessen ob das überhaupt weg geht?

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