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Asthma – Ursache und Verbreitung

Asthma Ursachen

Grundsätzlich gilt: Asthma kann vererbt werden, es gibt dann eine Veranlagung zu atopischen Erkrankungen, das heißt zu Erkrankungen, bei denen das Immunsystem übereifrig ist und auf harmlose Stoffe unverhältnismäßig reagiert. Bei zwei von drei Asthmatikern ist ein weiteres enges Familienmitglied ebenfalls von Asthma betroffen. Asthma tritt meist als allergisches Asthma auf, bei Jungen öfter als bei Mädchen. Erwachsene bekommen sehr viel seltener Asthma, Frauen häufiger als Männer. Meistens erscheint das Asthma dann nicht vor dem 40. Lebensjahr und ist fast nie allergisch bedingt.

Als Ursachen und Auslöser für asthmatische Erkrankungen gelten bei extrinsischem Asthma (oder allergischem Asthma) eine ausgeprägte Allergieneigung gegen bestimmte Stoffe. Dies sind insbesondere:

  • Pollen von Hasel, Erle, Pappel, Ulme, Linde, Mais, Weizen, Hafer, Roggen, Ampfer, Wegerich und Holunder.
  • Tiere: Als Haustiere sind vor allem Katze, Kaninchen, Hund und Hamster, als Nutztiere Schaf, Ziege, Pferd, Rind, Hühner, Tauben, Enten relevant.
  • Farb- und Konservierungsstoffe in Hausmitteln und Industrieprodukten: Zu diesen gehören Lösungsmittel, Farbstoffe und Lacke oder Holzstäube.
  • Medikamente: In Medikamenten sind oftmals Allergene enthalten. Relevante Medikamente sind Antibiotika (v.a. Penicillin), Schmerzmittel (u.a. Aspirin), nichsteroidale Antirheumatika (NSAR, z.B. Ibuprofen, Ketaprofen, Naproxen, Celecoxib), Bluthochdruckmittel bzw. Betablocker (Concor, Dociton, Lopresor, Tenormin) und Immunglobuline. Mehr dazu unter Medikamente-Allergie. Die Überempflindlichkeit gegenüber den Medikamenten muss allerdings nicht unbedingt eine Allergie sein.
  • Hausstaubmilben: Allergieauslöser ist nicht die Milbe selbst, sondern der Kot des Tieres, der über die Atemorgane aufgenommen wird. Zu Beginn der Heizperiode erreicht die allergene Belastung seinen Höhepunkt, da durch die Luftumwälzungen besonders viel Kot der Hausstaubmilbe umgewälzt wird. Was man gegen Hausstaubmilben tun kann erfahrt ihr unter Hausstaubmilben-Allergie.
  • Nahrungsmittel: Zu den wichtigsten Nahrungsmittel-Allergenen, die asthmatische Beschwerden auslösen können, zählen Eier, Fisch, Milch, Nüsse, Obst, gewisse Gemüsearten sowie Konservierungs- und Farbstoffe in Nahrungsmitteln.

Wer Asthma bekämpfen möchte, muss sich daher fast immer auch mit dem Thema Allergie auseinandersetzen. Erfahrt hier mehr darüber, wie Asthma und Allergien zusammenhängen.

Asthma muss jedoch nicht unbedingt durch eine Allergie ausgelöst werden. In diesem Fall spricht man von intrinsischem Asthma, welches durch eine Entzündung der Atemwege ausgelöst wird.

Als Auslöser kommen dann unterschiedliche Reize in Frage:

  • Das Einatmen von kalter oder verunreinigter Luft
  • Medikamente (nicht-allergische Überempfindlichkeiten)
  • Tabakrauch
  • Stress
  • Sportliche Aktivität und körperliche Belastung (so genanntes Anstrengungsasthma)
  • andere Erkrankungen, zum Beispiel Nasennebenhöhlenentzündung, Schnupfen oder Virusinfektionen sowie die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

Trotz wiederholter Behauptungen gibt es derzeit keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass die Psyche einen Einfluss beim Ausbruch von Asthma hat. Auf den Verlauf können sich psychische Zustände und Stress aber durchaus einwirken. Asthma ist auf jeden Fall keine Sache, die sich "nur im Kopf des Patienten" abspielt, was leider ebenfalls immer wieder behauptet wird. Und: Asthma ist keine Charaktersache – jeder kann es bekommen.

Asthma Verbreitung

Die Verbreitung von Asthma liegt in Mitteleuropa bei drei bis sechs Prozent mit steigender Tendenz. Bei Kindern und Jugendlichen liegen die Quotenschätzungen sogar bei rund 10 Prozent. Asthma bei Kindern gilt damit als häufigste chronische Krankheit. Laut European Lung Foundation (ELF) gehen jährlich 13 Millionen Arztbesuche in Europa auf das Konto von Asthma. Jährlich brauchen 25% aller Asthmatiker eine Notfallbehandlung. Die europaweiten Kosten für die Krankheit lagen bereits 2007 bei sage und schreibe 17,7 Milliarden Euro. Und das, obwohl gerade bei der Diagnose und Behandlung der Ursache von Asthma, Atemwegsverengungen, viele wissenschaftliche Erkenntnisse und Durchbrüche erlangt wurden in den letzten Jahrzehnten.

Asthma existiert auf der ganzen Welt, jedoch sind Menschen in Industrieländern weitaus häufiger betroffen als Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Zu den Ländern mit den höchsten Quoten an Asthmatikern zählen Australien, Neuseeland und England während die Verbreitung in Indonesien, Rumänien oder Albanien deutlich niedriger liegt. Warum es diese großen regionalen Unterschiede gibt, ist bisher ungeklärt.

Eine Auswahl interessanter Fakten zur Asthma-Verbreitung:

  • Jeder dritte Deutsche ist Pollen- oder Milbenallergiker, ein Viertel aller Deutschen haben Asthma- und Heuschnupfensymptome
  • In Australien und Neuseeland haben 20% der Kinder einiger Altersklassen Asthma
  • 17 Millionen Amerikaner sind Asthmatiker
  • In Bombay (Indien) hat jeder 5. Bewohner überreaktive Atemwege

Großstadtbewohner sind dabei grundsätzlich häufiger von Asthma betroffen als Menschen, die auf dem Land leben.

Fest steht also: immer mehr Menschen leiden unter Asthma. Die Gründe ähneln denen der starken Ausbreitung von Allergien. Mehr dazu unter Allergie-Zunahme: Warum immer mehr Menschen unter Allergien leiden.

Um mehr darüber zu lernen (und das solltet ihr), welche Rolle Allergien bei Asthma spielen, solltet ihr folgenden Beitrag lesen: Wie Asthma und Allergien zusammenhängen

 

 

Weitere Informationen zum Thema Asthma:
Asthma – Überblick
Asthma – Symptome
Asthma – Diagnose
Asthma – Ursache und Verbreitung
Asthma – Behandlung


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