Asthma und Allergien breiten sich immer weiter aus. In einer Langzeitstudie mit dem Namen ISAAC haben Forscher seit dem Beginn 1991 in 20 Jahren und 106 Ländern über zwei Millionen Kinder untersucht. Das Ergebnis: es gibt starke Unterschiede in der Ausbreitung der Erkrankungen. Die Region, aber vor allem die Lebensweise der Eltern und ihrer Kinder entscheiden mit über den Ausbruch von Asthma und Allergien.
Die Studie
ISAAC steht für International Study of Asthma and Allergies in Childhood. ISAAC ging hervor aus zwei internationalen Großprojekten aus Neuseeland und Deutschland, die sich beide mit Asthma befassten. Auf der deutschen Seite wurde das Projekt die meiste Zeit über von Prof. Dr. Ulreich Keil von der Univerisät Münster betreut. ISAAC ist die weltweit umfassendste Studie zu den Ursachen und Folgen der Verbreitung von Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen.
Im Rahmen von ISAAC untersuchten Forscher, die über die ganze Welt verteilt waren, wie stark die drei zusammenhängenden Krankheiten Asthma, Heuschnupfen und allergische Ekzeme in verschiedenen Städten, Regionen und Ländern verbreitet sind. In mehreren Untersuchungswellen zu verschiedenen Zeitpunkten wurden Eltern und Kinder zu den Erkrankungen befragt und zum Teil auch in klinischen Tests untersucht.
Ernährung
In englischsprachigen Ländern Großbritannien, USA, Kanada, Irland und Neuseeland fanden sich besonders viele Kinder mit Asthma, Heuschnupfen und/oder allergischen Ekzemen – überall hatten mindestens 9% aller Kinder eine der Krankheiten. Doch woran liegt das? All diese Länder verbindet neben der gemeinsamen Sprache noch etwas anderes: die Ernährungsgewohnheiten. Fast Food, frittierte Gerichte, viel Fett und Backwaren sind vermutlich Schuld an der besonders starken Verbreitung der allergischen Erkrankungen bei diesen Nationen.
Anders die mediterranen Länder. Dort, wo Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse, Olivenöl und Rapsöl zur täglichen Ernährung gehören, gab es deutlich weniger kranke Kinder.
Deutschland liegt sowohl hinsichtlich der Ernährung, als auch im Hinblick auf die Verbreitung von Asthma, Allergien und allergischen Ekzemen im Mittelfeld.
Rauchen
Rauchende Eltern haben häufiger Kinder mit Asthma und Allergien.
Stillen
Stillen scheint das Risiko allergischer Erkrankungen des Kindes im frühen Alter ebenfalls zu senken.
Medikamente
Kinder, die schon früh Paracetamol eingenommen haben, leiden öfter unter Allergien.
Reiche und arme Regionen
Eine weitere Erkenntnis von ISAAC: je reicher ein Staat ist, desto mehr Menschen leiden unter Asthma. Allerdings nur unter den leichten Formen. Die schweren Formen hingegen können in den reichen Staaten aufgrund der besseren medizinischen Infrastruktur so viel besser behandelt werden, dass sie letztlich nicht häufiger anzutreffen sind als in ärmeren Staaten wie Albanien.
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Häufigkeit von Asthma in den reichen Ländern weniger schnell zunimmt als in den armen Ländern.
Ost- und Westdeutschland
Im Osten Deutschlands gibt es zudem weniger allergische Erkrankungen als in den alten Bundesländern. Hier wird der Grund darin vermutet, dass ostdeutsche Kinder häufiger in Kinderkrippen waren und dort mit mehr Keimen in Berührung kamen. Das Immunsystem der Kinder in Kindergrippen wird dabei besser trainiert und entwickelt.
Hauptstraßen und Seitenstraßen
Kinder, die Abgasen von Diesel-Motoren stärker ausgesetzt sind, haben öfter Asthma als Kinder, die in kaum befahrenen Seitenstraßen leben.
Abgase aus der Industrie
Nur einen geringen Unterschied haben Abgase aus Industrie gemacht. Auch in der Nähe von Industrieparks und qualmenden Schloten gibt es nicht deutlich mehr asthma- und allergiekranke Kinder.
Quelle: ISAAC
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