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Asthma – Risiken und Sport

Es folgt ein Text von Allergieberaterin Roswitha Stracke.

Wussten Sie schon, 

dass eine Asthmaerkrankung, die erst im späteren Lebensalter auftritt, ein deutlich höheres Risiko beinhaltet, auch eine Herz- oder Gefäßerkrankung auszulösen? Die University of Wisconsin School in Madison hat über einen Zeitraum von 14 Jahren insgesamt 1269 Probanden (ohne bestehende Gefäßerkrankungen) beobachtet. Ziel der Studie waren Erkenntnisse zum Einfluss verschiedener Asthmaformen auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Die Gruppe wurde unterschieden in Probanden ohne Asthma, solche mit einer frühen Asthma-Diagnose (vor dem 18. Lebensjahr) und solche mit einer späten Diagnose (nach dem 18. Lebensjahr). Die 55 Patienten mit frühem Asthma waren durchschnittlich 8,9 Jahre alt bei der Erstdiagnose, die mit dem spät einsetzenden Asthma durchschnittlich bereits 39,5 Jahre alt. Im Beobachtungszeitraum ereigneten sich Angina Pectoris-Anfälle, Herzinfakte, Schlaganfälle, Herzinsuffizienz und auch Tod aus kardiovaskulärer Ursache. 179 dieser „Ereignisse“ entfielen auf die Nichtasthmatiker, 22 auf die Asthmatiker mit Spätdiagnose und 7 auf diejenigen mit früher Diagnose. Nachdem die Einflüsse potenzieller Störfaktoren wie u.a. Alter, Geschlecht, Raucherstatus, BMI sowie chronische Erkrankungen wie z.B. Diabetes oder Bluthochdruck berücksichtigt wurden, ergab sich im Vergleich ein um 60 % erhöhtes Risiko für Patienten mit später Asthmadiagnose gegenüber den Nichtasthmatikern für die vorgenannten kardialen (Herz) und vaskulären (Kreislauf/Gefäßsystem) Komplikationen. Die Patienten mit einer frühen Asthmadiagnose zeigten der Studie zufolge keine Risikosteigerung.

 

Es ist bekannt, dass früh bzw. spät einsetzendes Asthma zwei unterschiedliche Krankheitstypen darstellen. Der Grund liegt in der Behandelbarkeit. Ursachen für ein frühes Asthma sind familiäre Belastung durch eine atopische Erkrankung, aber auch virale oder bakterielle Infekte oder Kontakt mit Tabakrauch. Diese Ursachen kann man an Symptomen festmachen und je nach Anamnese und Testverfahren (bei Allergenkontakt bzw. Infektionen) behandeln (je früher eine adäquate Behandlung, auch und vor allem mit einem fettlöslichen und damit nur in Bronchien wirksamen Cortisonspray einsetzt, desto höher die Chance eines vollständigen Ausheilens der Atemwegserkrankung) bzw. (beim Tabakrauch) meiden. Das späte Asthma wird selten durch Allergene ausgelöst, sondern eher durch eine Vielzahl an unspezifischen Auslösern wie Umweltschadstoffe, individueller Hormonhaushalt, Psyche (z.B. belastende Erlebnisse) oder Medikamentenbestandteile (z.B. ASS). Ein spätes Asthma verläuft deshalb oft schwerer und spricht zudem auf die Standardtherapie nicht genügend gut an.

 

Besonders Hausfrauen tragen ein gewisses Risiko, ein Asthma zu entwickeln, denn wer zu Hause regelmäßig für die Reinigung zuständig  (und das sind fast nur die Frauen!) oder sogar beruflich in der Raumpflege tätig ist, ist auch häufiger den beim Putzen eingeatmeten Dämpfen (und damit z.B. Duftstoffen, ätherischen Ölen) ausgesetzt. Bekannt ist seit längerem, dass Beschäftigte im Putzdienst zu den Berufsgruppen mit dem höchsten COPD-Risiko gehören. Nun haben Forscher aus Norwegen anlässlich des European Community Respiratory Health Survey (ECRHS) über die Langzeitwirkung von chronischem Putzmittelkontakt und Asthma berichtet. Demnach weisen Frauen, die regelmäßig zu Hause sauber machen, einen deutlich höheren Abfall der Lungenfunktionswerte auf. Fazit: wer beim Reinigen Atemwegsbeschwerden (Reizhusten, Atemnot) verspürt, sollte den Arzt aufsuchen und vor allem Putzsprays nur mit Vorsicht einsetzen.

 

Im  Leistungssport wird gern mal eine Asthmaerkrankung zu Hilfe gezogen, um leistungssteigernde, weil atemwegserweiternde, Mittel legal einnehmen zu können. Doch auch „echte“ Asthmaerkrankungen sind nicht zu unterschätzen: Eine Untersuchung bei  Olympiateilnehmern ergab eine Prävalenz von 8 % für Asthma und bronchiale Hyperreagibilität. Bestimmte Sportarten waren besonders häufig betroffen. Laut der Untersuchung litt z.B. jeder vierte Olympionike unter asthmatischen Beschwerden. Eine Erklärung kann die erhöhte körperliche Anstrengung sein, sie erfordert eine vermehrte Atmungsleistung und führt damit zu einer Steigerung des Atemflusses. Durch die vermehrte Ventilation kommt es zu einer Abkühlung und einem Feuchtigkeitsverlust in den Atemwegen, eine bronchiale Hyperreagibilität oder ein Anstrengungsasthma kann die Folge sein. Besonders Hochleistungssportler sind bei dieser Extrembelastung einer vermehrten Entzündungsgefahr in den Atemwegen ausgesetzt. Aber auch das Umfeld eines Sportlers mit chlorhaltigem Wasser (Schwimmer), kalte Temperaturen oder Luftverschmutzung erhöhen das Asthmarisiko.

 

Bei Luftnot im Training muss auch an eine „vocal cord dysfunction (VCD)“ gedacht werden. Dabei tritt ein Spasmus der Stimmbänder auf, oft ausgelöst durch unzureichende körperliche Fitness im Leistungssport, schlichte Überanstrengung (z.B. auch durch nicht entsprechende Warmmach-Phase) oder auch bei übergewichtigen Personen (auch Kindern) im Freizeitsportbereich.

 

Fernab des Leistungssports spielt Asthma auch bei Hobbysportarten eine Rolle, so z.B. beim Tauchen. Tauchen ist in, aber bei Pollenallergie oder Asthma nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Eine gründliche Vorbereitung ist unabdingbar. Wichtig zu wissen ist, dass der Atemwiderstand durch den Lungenautomaten erhöht ist (das Atmen wird dadurch anstrengender), das kalte und trockene Atemgas einen Hustenreiz auslöst, durchaus Pollen an das Mundstück gelangen und unbewusst miteingeatmet werden sowie Pollen auch durch das Ansaugstück direkt in die Atemluft in der Flasche geraten können. Nach einem Tauchgang sollte nie direkt der Heimflug angetreten werden (quasi vom Strand direkt in den Flieger), da sonst die sogenannte Dekompressionskrankheit ausgelöst werden kann. Zwischen Tauchen und Abflug sollten mindestens 24 Stunden liegen. Übrigens: Sollte der Fluggast dies nicht beachten, trägt er die Kosten einer Unterbringung in einer speziellen Überdruckkabine des Flugzeugs, läppische 250.000 €!!

 

Denken Sie auch an das Hobbytauchen im Schwimmbad (als „Badebucht für kleines Geld“), da kommt noch die zusätzliche Atemwegs-Belastung mit Chlor dazu. Abgesehen davon verstärkt Chlor auch eine bestehende Neurodermitis bzw. lässt als „Nebenwirkung“ des Schwimmens Ekzeme aufflammen.

 

Gerade Asthmatiker haben ein erhöhtes Risiko für ein Barotrauma. Die in der Tiefe eingeatmete Luft dehnt sich beim Aufstieg stark aus und muss kontinuierlich abgeatmet werden. Geschieht dies nicht ausreichend effektiv (z.B. eingeschränktes Lungenvolumen), dehnt sich die Lungen bis zum Lungenriss. In 80 % der Fälle kommt es zu Bewusstlosigkeit, Halbseitenlähmung, Hirnnervenausfällen oder Querschnittsymptomatik. Das Risiko ist besonders groß, wenn u.a. während des Auftauchens die Luft angehalten oder der Aufstieg beschleunigt wird, ein Asthma bronchiale besteht, Verletzungen an der Lunge oder Zysten bestehen oder die Lungenfunktion beeinträchtigt ist (z.B. Allergenbelastung, Infekt). Bronchienerweiternde Mittel (Reliever) sind vor dem Tauchgang strikt verboten!

 

Asthmatiker sollten einen Tauchgang deshalb nur dann beginnen, wenn sie innerhalb der letzten 48 Stunden keine Symptome hatten, der Peak-Flow nicht um mehr als 20 % abweicht, sie ein langsam wirkendes Asthmaspray verwendet haben und das Tauchprofil an die Erkrankung angepasst wird (langsamer Aufstieg, keine Anstrengungen).

 

Die Deutsche Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin rät von Tauchgängen ab bei akuten Asthmaanfällen und Lungenentzündungen, bei Belastungs- und/oder kälteinduziertem Asthma, bei unkontrolliertem Asthma, COPD und anderen Lungenerkrankungen. Unter bestimmten Umständen und ärztlicher Kontrolle ist Tauchen erlaubt bei leichtem bis mittlerem Asthma sowie kontrolliertem Asthma.

 

Bei Einnahme von Medikamenten vor dem Tauchen ist zu beachten, dass Antiallergika u.U. müde machen (z.B. Loratadin) und deshalb nie vor Tauchgängen eingenommen werden dürfen. Abschwellende Nasentropfen (z.B. Xylometazolin, Oxymetazolin) dürfen zwölf Stunden vor dem Tauchgang nicht verwendet werden, denn unter Wasser lässt die Wirkung nach und die Luft staut sich beim Auftauchen in den Nebenhöhlen. Beruhigungsmittel bzw. Psychopharmaka (z.B. Benzodiazepine, Antidepressiva, Atosil) verändern den Gehirnstoffwechsel, was durch den erhöhten Druck unter Wasser möglicherweise verstärkt wird. Antiepileptika (z.B. Phenytoin, Carbamazepin) machen tauchuntauglich. Epileptiker dürfen ohnehin grundsätzlich nicht tauchen! Malariamittel (z.B. Mefloquin) stören den Gleichgewichtssinn. Generell ist Vorsicht bei Medikamenten, die erst seit kurzem eingenommen werden, geboten, da die Wirkung noch nicht individuell bekannt bzw. nicht absehbar ist. Außerdem wichtig: beim Tauchen gelangt vermehrt Blut aus den Beinen in den Brustkorb, das belastet das Herz. Personen mit akuten Herzerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein und nur nach ausführlicher Beratung und Anweisung des behandelnden Arztes tauchen.

 

Allergie und Sport 2016: Etwa 6 % aller Kinder und 3 % aller Erwachsenen leiden nach Schätzungen des DAAB e.V. an einer Nahrungsmittelallergie. Vermehrt treten Reaktionen auf im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung. So z.B. bei einer besonderen Form der Weizenallergie: Sie wird „Wheat Dependet Exercise Induced Anaphylaxie“ genannt, kurz WDEIA und ist eine ernährungsabhängige und durch körperliche Anstrengung herbeigeführte allergische Reaktion. Oft vertragen die Betroffenen Weizen und Weizenprodukte problemlos, nur in Verbindung mit Anstrengung werden Reaktionen ausgelöst. Dies gilt auch für Soja. Aktuelle Studien wollen dem genauen Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und Allergie auf die Spur kommen.

 

 

Asthma und Sport schließen sich nicht aus und sind besonders auch für Kinder wichtig, denn Kinder haben neben dem exogenen Asthma grundsätzlich immer auch ein Anstrengungsasthma. Da durch körperliche Anstrengung vermehrt und hastiger geatmet wird (Kinder atmen schneller und nehmen damit auch mehr Luft auf), kann leicht Atemnot eintreten. Deshalb muss und soll nicht auf Sport verzichtet, sondern den Gegebenheiten angepasst die richtige Sportart und die zumutbare Belastung gefunden werden, um die Atemmuskulatur entsprechend zu trainieren. Geeignet sind alle Ausdauersportarten, deren Belastung langsam gesteigert kann und die regelmäßig ausgeübt wird (auch gezieltes Krafttraining). Sport kann auch dazu beitragen, dass der Schleim aus der Lunge besser abtransportiert und die Atemtiefe erhöht wird.

Immer vor der Anstrengung ein bronchienerweiterndes Präparat anwenden und Notfallmedikamente bereithalten!!

Sie sehen, als Asthmatiker hat man einiges zu beachten. Bevor Sie sich für eine Leistungssportart oder überhaupt Sport als Fitmacher entscheiden, sollte ein Termin beim Arzt stehen. Mit diesem kann dann unter Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen abgesprochen werden, welche Sportart geeignet ist und welches Trainingspensum individuell geeignet erscheint. Dazu hilfreich ist auch ein Lungenfunktionstest, der eventuelle Grenzen aufweist. Eine Beratung zu eventuell einzunehmenden Medikamenten wegen eines Belastungsasthmas oder der Einsatz eines Notfallsprays (inklusive Schulung der Anwendung) sollten auch zu diesem Beratungsgespräch gehören.

 

Gut geeignet bei Asthma sind: Aquasport (hier allerdings auf Belastung durch Chlor achten, denn die Haut trocknet schneller aus und reagiert dann „gereizt“), Squash (vor dem Sport Haut cremen, Schweiß kann Juckreiz auslösen), Tischtennis und Ballsportarten (Milbenallergiker sollten ggfls. auf vorherige Reinigung der Halle drängen), Tanzen, Fitnesstraining (Hautkontakt mit metallhaltigen bzw. nickelhaltigen Geräten eventuell meiden bzw. Kleidung wählen mit gutem Hautschutz) sowie Radfahren und Walken (Vorsicht bei Pollenflug, an Sonnenschutz denken).

 

Kommt ein Taucher in ein Uhrengeschäft und sagt: „Ich hätte gern eine Taucheruhr, aber mit Datumsanzeige.“ Der Uhrenverkäufer: „Wie lange wollen Sie denn unten bleiben?“

 

 

Zwar ist gerade frühes Asthma sehr gut zu behandeln und auszuheilen, aber der Facharzt muss natürlich auch Kenntnis der Erkrankung haben. Hier deshalb ein weiteres Beispiel aus meiner Beratungspraxis: Die Mutter leidet seit ihrer Kindheit an Neurodermitis, später kam Asthma dazu. Trotz vieler Jahre mit Atemnot begab sie sich erst nach der Geburt ihrer zwei Kinder in Behandlung, die dann auch erfolgreich verlief. Da im Laufe der Zeit auch eine Nickelallergie auftrat, kam die junge Mutter explizit deswegen zu mir in die Beratung. Im Gespräch sind wir neben der Schulung für eine nickelarme Ernährung aber auch auf ihre sowie die gesundheitliche Entwicklung der beiden Jungs und die kinderärztliche Behandlung eingegangen. Bedenklich war, dass die offensichtliche allergische Vorgeschichte für den Kinderarzt kein Grund gewesen war, zu Präventionsmaßnahmen zu raten. – Hierzu sei nochmals gesagt, dass Prävention nicht mehr generell in allen Bereichen empfohlen wird, jedoch für bestimmte Allergikergruppen bzw. Grunderkrankungen im Allergiebereich (vor allem Asthma) weiterhin geraten ist, denn Kinder von Asthmatikern gehören z.B. zur Hochrisikogruppe, da macht Prävention durchaus Sinn.-  Der ältere Sohn war zum Zeitpunkt der Beratung zwar von der Haut her unauffällig, zeigte aber deutliche Tendenzen zu Hyperaktivität. Der Säugling jedoch entwickelte von Geburt an Ekzeme, die zunächst mit einer cortisonhaltigen „Wundersalbe“ behandelt wurden. Nach Absetzen der Salbe blühten auch die Ekzeme wieder auf.  Der Kleine wurde bei normaler Ernährung der Mutter weiterhin gestillt. Immer nach dem Genuss von Hühnerei durch die Mutter konnte nach dem Stillen eine deutliche Verschlechterung über die Haut festgestellt werden. Wir einigten uns auf die Umstellung auf eine allergenarme Ernährung, dies brachte zunächst Erfolg. Beim zweiten Termin zwei Jahre später (diesmal speziell wegen der Kinder) zeigte sich, dass die Atemwege beider Kinder mittlerweile stark betroffen waren. Der Jüngste litt unter häufig wiederkehrenden Infekten und Mittelohrentzündungen, außerdem reagierte er allergisch auf Kirschen und Hustenlöser und war auch deutlich hyperaktiv. Der Ältere hatte massive Atemprobleme, rang häufig nach Luft, schlief sehr unruhig und war auffällig schnell körperlich am Ende. Trotz der bekannten Asthmaerkrankung der Mutter hatten es weder Kinder- noch Hausarzt für notwendig erachtet, nach Auftreten der ersten typischen Symptome vorsorglich eine Behandlung einzuleiten. Im Gegenteil: der Kinderarzt „sah“ aufgrund seiner kommerziellen Nebenerwerbstätigkeit für eine Pharmafirma einen nicht vorhandenen Mineralstoffmangel (und verkaufte gerne Mittelchen dieser Firma), das Asthma (für ihn nur ein Infekt) behandelte er mit Kügelchen. Auf mein dringendes Anraten wurden die Kinder einem Lungenfacharzt vorgestellt, der eine angemessene Behandlung in Gang setzte.

 

Aber auch das passiert: Der kleine K. wurde lange gestillt, reagiert aber schon früh mit ausgeprägten Ekzemen. Er litt häufig unter Bronchitis und „Krupp“, eine starke Pollenallergie wurde nur mit frei verkäuflichen Medikamenten, aber ohne Facharztbehandlung „durchlebt“. Statt einer angemessenen Facharztbehandlung wird K. in die Hände eines Wunderarztes gegeben, der laut Eigenwerbung mit chinesischen Tees alle Wehwehchen heilen kann. Die pfeifende Atmung des Kindes wird dabei konsequent ignoriert. K. ist zwar auffällig kurzatmig, aber laut teeschwenkendem Arzt „insgesamt gesund“. Die Mutter des Jungen hat seit ihrer Kindheit Neurodermitis und seit vielen Jahren eine Pollenallergie (auch hier ein Beispiel für ein Hochrisikokind). Eine Behandlung hat sie (Gründe dafür sind ihr selbst nicht mehr bekannt) vor Jahren abgebrochen („mir konnte keiner helfen“) und konzentriert sich nun darauf, alternative Behandlungen „durchzuprobieren“. In meine Beratung kam sie eher durch Zureden einer Bekannten. Nachdem wir die Vor- und vor allem Nachteile einer solchen alternativen Behandlung durchgesprochen haben, wird der mittlerweile 5jährige K. endlich einem Facharzt vorgestellt, der auch die Mutter fachärztlich mitbehandeln konnte.

 

Die Jungs aus den Beispielen sind mittlerweile in einem Alter, wo sie sich sicher mit Apps auskennen bzw. beschäftigen. Da kommt eine Neuerung wie gerufen: Ein Jungunternehmen aus Israel hat auf dem Weltgesundheitsgipfel 2016 in Berlin auf Vorschlag des Bundesverbandes Internetmedizin, der Helmholtz-Gemeinschaft und Pfizer den „Startup Track“ gewonnen. Elad Fein vom Jungunternehmen iFeel Labs hatte die Idee, Asthma mit digitalen Spielen zu lindern. Die App bzw. der iFeel Labs Sensor funktioniert so, dass er den Herzschlag des Nutzers überwacht. Nur bei richtigem Ein- und Ausatmen (alles unter Anleitung der App) kommt der Spieler einen Schritt weiter. Wird die Anleitung richtig ausgeführt, entspannt sich die Atemmuskulatur.

Die App, ursprünglich zur Stressbehandlung gedacht, ist nicht billig (Bluetooth Sensor 199 US Dollar, USB Sensor 99 US Dollar), aber durchaus sinnvoll.

 

Text von und herzlichen Dank an:

Roswitha Stracke – Allergieberaterin
www.allergieberatung-stracke.de

 


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