});

Asthma-Behandlung durch Medikamente

Die Behandlung des Asthmas mit Medikamenten erfolgt durch bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente. Während bronchienerweiternde Medikamente die verkrampfte Bronchienmuskulatur lockern und die Atemwege erweitern, sorgen enzündungshemmende Medikamente für eine Abschwellung der Bronchienschleimhäute und eine reduzierte Schleimansammlung in den Bronchien.

Entzündshemmende Medikamente werden also eingesetzt, um die Ursache des Asthmas, die Entzündung der Atemswegsschleimhaut entgegenzuwirken, um so das Auftreten von Symptomen zu reduzieren. Bronchienerweiternde Medikamente wirken hingegen auf die akute Atemnot, nicht jedoch auf die zugrunde liegende Ursache der Entzündung.

Je nachdem, ob ein Medikament dauerhaft Entzündungen lindern oder kurzfristig gegen die Verengung der Atemwege wirken soll, werden die Mittel unterschieden in Dauermedikamente und Notfallmedikamente gegen Asthma.

Kortison

Als Wirkstoff kommt oft Kortison zum Einsatz, welches dem Patienten über Inhalation zugeführt wird. Durch die Inhalation gelangen die Wirkstoffe direkt dahin, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen. In selteneren Fällen kommen die Medikamente auch in Tablettenform zum Einsatz, die Dauer, bis die Wirkung eintritt, ist dann aber deutlich länger.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Auftreten der oftmals diskutierten Nebenwirkungen des Kortisons wie Gewichtszunahme, Nierenfunktionsstörungen und Knochenentkalkung (Osteoporose) sind bei der Inhalation des Kortisons deutlich geringer als wenn das Kortison in Tablettenform oder durch Injektion zugeführt wird. Kortisonpräparate können somit sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern eingesetzt werden. Allerdings sollte die Art und Weise der Verabreichung und die Dosierung en Detail mit dem Arzt abgesprochen werden.

Beta-2-Sympathomimetika

Daneben werden Beta-2-Sympathomimetika verschrieben, die für eine Entkrampfung der Bronchien sorgen sollen. Unter den Beta-2-Sympathomimetika gibt es kurz- und langwirksame Präparate, zweitere führen zu einer Symptomfreiheit bis zu 12 Stunden, während kurzfristige Präparate eher bei akuten Asthmaanfällen genutzt werden sollten und sehr schnell ihre Wirkung entfalten. Schnellwirksame Beta-2-Sympathomimetika entfalten ihre Wirkung bereits nach wenigen Minuten, erreichen ihr Wirkmaximum nach ca. 20 Minuten und sorgen für eine befreiende Wirkung auf die Atemwege für ca. fünf Stunden

Beispiele für langwirksame Beta-2-Sympathomimetika sind Formoterol und Salmeterol, für kurzwirksame Salbutamol und Terbutalin.

Sowohl Kortison als auch Beta-2-Sympathomimetika sollten nie zum Dauereinsatz führen. Denn dann ist die Dosierung und die Asthmabehandlung meist nicht richtig eingestellt oder wird vom Patienten falsch angewendet.

Besteht beim Patienten eine Allergie auf Beta-2-Sympathomimetika kann auf den Wirkstoff Ipratropiumbromid zurückgegriffen werden. Ein Präparatsbeispiel ist Theophyllin. Allerdings sind dies Präparate bei einer Überdosierung äußerst schädlich.

Weitere Wirkstoffe

Als weitere Wirkstoffe können Cromoglicinsäure, Nedocromil und Antileukotriene verschrieben werden, die die Empfindlichkeit der Mastzellen und Leukotriene, die an der Entzündung der Bronchialschleimhaut beteiligt sind, deutlich reduzieren. Häufig wird Asthma durch Allergien hervorgerufen. Dann bietet sich, insbesondere bei leichten bis mittelschweren Verläufen, auch eine Hyposensibilisierung an, um den Patienten gegen allergene Stoffe resistent zu machen.

Nicht geeignet: Antibiotika

Regelmäßig werden Asthma-Patienten irrtümlicherweise Antibiotika verschrieben, in der Annahme, es würde sich statt um Asthma um eine Bronchitis oder sonstige Entzündung / Infektion der Atemwege handeln. Das ist nicht verwunderlich, schließlich ähneln sich die Hustensymptome der Atemwegserkrankungen. Während Antibiotika bei bakteriellen Effekten Wunder wirken können, sind sie bei Asthma  schlichtweg wirkungslos (belasten aber den Körper trotzdem). Ein Lungenfunktionstest kann Hinweise liefern, ob es sich um wiederkehrende Infekte, Bronchitis oder Asthma handelt.

 

Weitere Informationen zum Thema Asthma:
Asthma – Überblick
Asthma – Symptome
Asthma – Diagnose
Asthma – Ursache und Verbreitung
Asthma – Behandlung
  Asthma-Behandlung durch Medikamente
  Asthma-Behandlung durch Inhalation
  Asthma-Behandlung durch Vermeidung von Allergien
  Asthma-Behandlung durch Fünf-Stufen-Plan
  Asthma-Behandlung durch zusätzliche Maßnahmen

 

 

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de


Das könnte Dich auch interessieren:

  1. Asthma-Behandlung Eine optimale Behandlung des Asthmas setzt sich aus medikamentösen und...
  2. Asthma-Medikamente – Betamimetika Kurz wirksame Betamimetika sind Bronchien-erweiternde Medikamente, die zu den wichtigsten...
  3. Asthma-Medikamente – Anticholinergika Anticholinergika (Parasympatholytika) blocken einen Botenstoff, der die Schleimproduktion anregt, das...
  4. Asthma-Behandlung durch Inhalation In der Regel wird bei der Verabreichung von bronchienerweiternden Präparaten...
  5. Asthma-Medikamente – Dauermedikamente und Notfallmedikamente Asthma-Medikamente werden in zwei Grundklassen unterschieden, die Dauermedikamente zur Langzeitkontrolle...

Dein Kommentar

*