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Articain

Articain ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur örtlichen Betäubung, also ein Mittel aus der Gruppe der Lokalanästhetika. Eingesetzt wird es vorwiegend in der Zahnmedizin. Bis 1984 hieß das Mittel Carticain, patentiert wurde es 1969 und 1974 von den einstigen Farbwerken Hoechst.

Im Handel erhältlich ist Articain zum Beispiel unter den Namen:

  • Alphacain (CH),
  • Rudocain (CH)
  • Septanest (A, CH)
  • Sopira
  • Ubistesin (D, A, CH)
  • Ultracain (D, A, CH)

Articain – Anwendung und Wirkung

Hauptanwendungsgebiet des Arzneimittels sind zahnmedizinische, routinemäßige Eingriffe, bei denen eine örtliche Betäubung erforderlich ist.

Angewendet wird es im Rahmen einer Infiltrations- und Leitungsanästhesie. Es kann auf verschiedene Arten verabreicht werden:

  • subkutan
  • epidural
  • intramuskulär
  • submukosal
  • intravenöls
  • parenteral

Das Mittel beeinflusst die Durchlässigkeit (Permeabilität) der Zellmembran für Natriumionen. Dadurch ist kein Einstrom und damit zusammenhängendes Aktionspotential mehr möglich. Es bildet sich keine Erregung, wodurch auch keine Schmerzempfindung an der Anwendungsstelle erfolgt.

Abgebaut wird der Wirkstoff in der Leber und im Plasma, wo es von Esterasen aufgespalten wird. Die Halbwertszeit liegt bei ca. 30 Minuten, die Wirkung tritt nach etwa zwei Minuten ein und hält bis zu drei Stunden an.

Articain wird gut ins Knochengewebe penetriert. Inaktiviert wird die Substanz durch Hydrolyse sowie durch eine Freilegung einer hydrophilen Säuregruppe.

Dadurch kann es schnell aus dem Körper eliminiert werden.

Der Arzneistoff gilt als Mittel der Wahl bei Schwangeren und ist insgesamt sehr gut verträglich.

Articain – Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen zählen:

  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bei Überempfindlichkeit: Allergie-Symptome, Diarrhoe, Asthmaanfall
  • Krämpfe
  • Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Palpitationen
  • Schock

Nicht eingesetzt werden darf der Arzneistoff in folgenden Fällen:

  • Injektion in entzündetes Gewebe
  • Lokalanästhesie in den Akren oder am Penis
  • Bei schweren Überleitungsstörungen, dekompensierter Herzinsuffizienz, Engwinkelglaukom, Herzrhythmusstörungen, Tachykardie oder Arrythmie
  • Bei Asthma bronchiale mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Sulfit

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