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Apfelessig

Apfelessig taucht als Hausmittel gegen Hautunreinheiten und Hauterkrankungen sowie Magen-Darm-Beschwerden in fast jeder Liste auf. Schon im alten Ägypten nutzte man ihn für medizinische Zwecke. Was ist wirklich dran am Apfelessig – nichts als Humbug oder echtes Heilmittel?

Was ist Apfelessig?

Apfelessig ist in erster Linie ein Speiseessig. Hergestellt wird er aus Apfelwein, der fermentiert wird. Als Lebensmittel dient der Essig wegen seines Geschmacks als Würzmittel für Fisch- und Geflügelgerichte sowie für Rohkostsalate. Daneben kann er als Basis für Limonaden und Fruchtschorlen dienen.

Außerdem kann man ihn als natürliches Konservierungsmittel einsetzen.

Im Haushalt wird er gern als Putzmittel, Geschirrspülmittel und Weichspüler verwendet.

Apfelessig in der Medizin

Neben anderen Essigsorten ist auch der Apfelessig ein beliebtes Mittel aus der Naturheilkunde.

Fakt ist: Apfelessig ist reich an Nährstoffen, er enthält reichlich Vitamine:

  • Vitamin A: spielt eine Rolle fürs Immunsystem sowie für die Hautbildung und die Augen
  • Vitamin B1, B2, B6, B9 (Folsäure): beteiligt an vielen Stoffwechselvorgängen, Folsäuremangel zeigt sich zum Beispiel durch schlechtere Wundheilung und erhöhtes Risiko für Arteriosklerose
  • Vitamin C: stärkt das Immunsystem und ist daran beteiligt, Eisen aus den Nahrungsmitteln zu verarbeiten
  • Vitamin E: Mangel kann zu Störungen von Organfunktionen und zu beschleunigter Alterung führen
  • Ebenfalls enthalten sind viele Mineralstoffe und Spurenelemente:
  • Calcium: wichtig für die Knochen, Zähne und Muskeln, beteiligt an Blutgerinnung
  • Natrium und Kalium: regulieren den Wasserhaushalt und sind wichtig für die Arbeit von Nerven und Muskeln
  • Eisen: fördert die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Organismus
  • Fluor, Jod, Kalium, Kupfer, Magnesium, Phosphor, Selen, Zink

Einsatzgebiete sind zum Beispiel:

  • Bäder und Haarwäsche
  • Mundhygiene
  • „Entgiftung und Entschlackung“
  • Gewichtsreduktion
  • Kopfschmerzen
  • Äußerliche Anwendung gegen Verletzungen der Haut, Akne und Schuppenflechte

Wissenschaftliche Belege gibt es für die Wirkung nicht. Mit einer Ausnahme: Apfelessig wirkt nachweislich antibakteriell.

Wissenschaftler warnen auch vor zu viel Essigkonsum: so kann er zum Beispiel die Zähne schädigen, wenn er zu häufig gegessen oder als Mundspülung genutzt wird.

Für die Wirkung als Abnehm-Mittel gibt es zwar ebenfalls keine seriösen Studien, allerdings zumindest Vermutungen, warum dem so sein könnte: Apfelessig regt den Zwölffingerdarm dazu an, eine bestimmte Säure (Cholecystokinin) vermehrt zu produzieren, die den Glykämischen Index senkt. Zudem verringern die enthaltenen Mineralien den Appetit. Kaliumreiche Nahrungsmittel wie der Apfelessig dienen zudem der Entwässerung – die Zahl auf der Waage mag so sinken, Fett wurde dabei jedoch nicht zwangsläufig reduziert.

Grundsätzlich empfehlen wir, Apfelessig nicht pur, sondern immer nur verdünnt anzuwenden. Dies gilt für die innerliche wie für die äußerliche Anwendung, sonst können Magen und Haut stark gereizt werden.

Und wie immer bei Hausmitteln: spätestens dann, wenn die Beschwerden sich nicht besser, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Apfelessig selbst herstellen

Ihr könnt Apfelessig sowohl fertig kaufen, als auch mit überschaubarem Aufwand selbst herstellen.

Dazu braucht ihr:

  • 7 Kilo reife, möglichst saure und hochwertige Äpfel oder
  • 5 Liter naturtrüber Apfelsaft
  • sowie
  • 1 Flasche Reinzuchthefe (gibt’s in Naturkostläden und Biomärkten)
  • 1 Hefenährsalztablette
  • 100 ml Essigmutter (ebenfalls in Biomärkten erhältlich)

Und so geht’s:

  • Saft aus den Äpfeln pressen oder naturtrüben Apfelsaft in ein Gefäß schütten, am besten in einen sehr sauberen Glasballon mit Gäraufsatz (das Gefäß sollte nur zu 2/3 gefüllt sein)
  • Hefenährsalztablette und Reinzuchthefe sofort dazugeben
  • Gefäß mit Gäraufsatz verschließen – dadurch wird verhindert, dass Sauerstoff eintreten kann, während das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid entweichen kann
  • Auf konstante Raumtemperatur achten, auf keinen Fall mehr als 22°C, sonst entwickeln sich starke Gase
  • 3-4 Wochen warten, die Gärung ist abgeschlossen, wenn keine Bläschen mehr im Gäraufsatz aufsteigen
  • Fertig gegärten Saft (Apfelwein) in ein großes Weckglas / Krug geben, 100 ml Essigmutter dazugeben (startet die Essigsäurebildung)
  • Das Gefäß muss nun in einer Temperatur von 25 bis 30°C untergebracht werden, dann arbeiten die Essigbakterien am besten (im Winter in die Nähe der Heizung stellen)
  • Das Gefäß darf nicht fest verschlossen werden, weil der Essig frischen Sauerstoff benötigt. Besser ist ein verkehrt herum aufgesetzter Kaffeefilter als Abdeckung, der mit einem Gummiband am Gefäßrand fixiert wird … oder eine Watteschicht.
  • Gefäß mehrmals täglich schwenken
  • 2-3 Monate warten

Das ist nur eine recht grobe Anleitung, wer es ausprobieren möchte und Apfelessig selbst herstellen will, kann hier mehr darüber erfahren: http://kurt.gegenbauer.org/themen/essig_1×1.htm.
 


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