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Antiallergikum / Antiallergika

Ein Antiallergikum (Mehrzahl: Antiallergika) ist ein Medikament zur Linderung der Beschwerden allergischer Erkrankungen.

Antiallergika werden unterteilt nach den Wirkstoffgruppen sowie nach der Art der Anwendung:

Antiallergika zum Einnehmen

  • Antihistaminika
  • Mastzellenstabilisatoren
  • Lösungen zur Hyposensibilisierung
  • Pflanzliche Wirkstoffe
  • (Cortison-Präparate)

Antiallergika zur äußerlichen Behandlung

  • Cremes und Salben sowie Lotionen
  • Sprays zum Inhalieren, sogenannte Dosieraerosole
  • Augentropfen
  • Nasentropfen

Schauen wir uns die verschiedenen Arten des Antiallergikums genauer an.

Antiallergika vom Typ Mastzellenstabilisatoren

Mastzellenstabilisatoren sind eine Form des Antiallergikums. Sie umfassen Arzneistoffe, die antiallergisch wirken, indem sie die Mastzellen stabilisieren. Mastzellen sind Zellen im Körper, die den Botenstoff Histamin freisetzen, der zu den entzündlichen Reaktionen im Körper bei einer Allergie führen. Die Mastzellenstabilisatoren greifen in den Stoffwechsel der Mastzellen ein, stärken die Zellmembran und verhindern damit zumindest zum Teil, dass die Mastzellen Histamin ausschütten. Da jegliche mögliche Überdosis des Wirkstoffs gefahrlos ausgeschieden wird, kann das Mittel ohne Bedenken dauerhaft eingenommen werden.

Dieses Antiallergikum gibt es mit den Wirkstoffen Cromoglicinsäure und Nedocromilnatrium.

Antihistaminika

Ein Antihistaminikum ist ein Antiallergikum, das die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächt, indem es sich an die Rezeptoren für Histamin heftet und diese Blockiert. Antihistaminika gibt es seit den 1930er Jahren.

Man unterscheidet nach der genauen Wirkungsweise und den Spektren abgedeckter Allergene zwischen H1-, H2-, H3- und H4-Antihistaminika.
Bei den H1-Antihistaminka, die zur Behandlung allergischer Beschwerden wie Juckreiz und Hautrötungen, Schnupfen und Bindehautentzündungen eingesetzt werden, gibt es Präparate aus drei Generationen. Die aktuelleren Generationen machen unter anderem weniger müde.

Antiallergikum zur Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist das einzige Antiallergikum, das eine Allergie über die akuten Beschwerden hinaus lindern kann. Dabei werden dem Körper kleinste Dosen des Allergens zugeführt und langsam gesteigert, sodass sich das Immunsystem an die an sich harmlosen Substanzen gewöhnt und immer weniger überreagiert.

Möglich ist die Hyposensibilisierung bei IgE-vermittelten Allergien vom Typ I, also bei:

  • Heuschnupfen
  • Leichtem bis mittelschweren allergischen Asthma
  • in Verbindung mit folgenden Allergenen:
  • Gräserpollen (Roggen)
  • Birkenpollen, Haselpollen, Erlenpollen
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaaren
  • Schimmelpilzen
  • Insektengiftallergien (Bienen-Allergie, Wespen-Allergie)

Dieses Art Antiallergikum kann in unterschiedlichen Formen durchgeführt werden:

  • Subkutane Immuntherapie (SCIT): der Allergologe spritzt das Allergen als Teil einer Lösung unter die Haut
  • Sublinguale Immuntherapie (SLIT): die Allergene werden als Tropfen und Schmelztabletten unter die Zunge gelegt, wo sie sich auflösen
  • Rush-Immuntherapie (Kurzzeit-Immuntherapie): vor allem bei Pollenallergien, hochdosierte Allergene, schnellere Hyposensibilisierung

Immer wichtig: Allergenvermeidung

Sofern eine Hyposensibilisierung nicht möglich oder die Behandlung noch nicht weit fortgeschritten ist, sollten Allergiker das Allergen immer bestmöglich vermeiden, um den Körper so wenig wie möglich zu strapazieren.

Bei starken allergischen Beschwerden gegen bestimmte Pollenarten oder Hausstaubmilben kann ein Umzug sinnvoll sein – am Meer sowie im Gebirge gibt es zum Beispiel praktisch keine Milben.


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