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Anstrengungsasthma

Anstrengungsasthma (Belastungsasthma) ist eine Form von Asthma, bei der die Anfälle durch körperliche Betätigung ausgelöst werden. Zu viel Anstrengung führt dann zu den bekannten Symptomen wie Atemnot und Angstgefühlen. Wer deswegen jedoch gänzlich auf Aktitiväten verzichtet, riskiert, dass seine Lunge an Leistungsfähigkeit einbüßt. Deswegen bedeutet Anstrengungsasthma, das richtige Maß an Sport finden zu müssen, nicht jedoch ein komplett sportloses Leben zu leben. Wie man dieses Maß findet und welche Medikamente bei Anstrengungsasthma helfen – jucknix verrät es.

Anstrengungsasthma ist eine Art des Asthma bronchiale, einer chronischen Erkrankung der Atemwege, häufig verbunden mit Allergien (allergisches Asthma, siehe auch Allergisches Asthma – Symptome). Asthmapatienten leiden unter überempflndlichen Atemwegen, die sich schnell und häufig entzünden. Dabei schwillt die Schleimhaut an, zudem werden die Atemwege durch zähen Schleim und eine angespannte Atemwegsmuskulatur verengt. Die Folgen: Kurzarmigkeit bis Luftnot, ein pfeifendes Geräusch beim Atmen, Husten oder Hustenreiz und ein Engegefühl in der Brust, das zu Angstgefühlen führen kann.

Anstrengungsasthma – Ursachen

Bei 70-90 Prozent der Asthmatiker kann die körperliche Anstrengung zu Asthmaanfällen führen. Von Anstrengungsasthma bzw. Belastungsasthma ist dann die Rede, wenn nach oder bei körperlicher Belastung Kurzatmigkeit, Luftnot etc. auftreten.

Am häufigsten treten die Beschwerden beim Wintersport auf, da hier die kalte und trockene Luft schneller zu Entzündungen der Atemwege führt, wodurch sich diese verengen.

Wie schwer die Symptome beim Belastungsasthma sind, hängt ab von der Stärke der Belastung und davon, wie weit die letzte Belastung zurückliegt, zudem von der Luft (Temperatur, Feuchtigkeit, Pollenbelastung) und den angewendeten Medikamenten. Diese Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie empfindlich die Bronchien sind.

Meist treten die Anfälle 5-10 Minuten nach dem Ende der Anstrengung auf. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde sind sie i.d.R. wieder vorbei.

Anstrengungsasthma – Diagnose

Häufig beginnt das Anstrengungsasthma in der Kindheit oder Jugend. Da sich Kinder meist mehr bewegen als Erwachsene, hat die Erkrankung „mehr Gelegenheit“, Anfälle zu produzieren.

Zur Diagnose dieser Asthmaform wird zunächst ein Belastungstest durchgeführt (einige Minuten Laufband / Fahrradtrainer). Davor und danach werden Messungen durchgeführt, um zu schauen, inwiefern die körperliche Aktivität die Atmung beeinflusst.

Die Lungenfunktion wird v.a. mittels Spirometrie bestimmt, wobei das Atemvolumen und das Lungenvolumen gemessen werden. Alternativ oder ergänzend kann ein Peak-Flow-Meter eingesetzt werden, mit dem die Geschwindigkeit der aus den Atemwegen strömenden Luft gemessen werden kann. Daraus lassen sich Aussagen über die Verengung der Bronchien ableiten.

Anstrengungsasthma – Medikamente

Mit richtig eingestellter Medikation ist das Risiko von Anfällen während der Belastung deutlich geringer.

Behandelt wird das Belastungsasthma ebenso wie andere Formen mit zweierlei Arten von Medikamenten:

  • Dauermedikamente („Controller“), die kontinuierlich verabreicht werden
  • Bedarfsmedikamente („Reliever“) vor der Belastung oder bei einem akuten Anfall

Die Art und Dosierung der Mittel legt der Arzt fest.

Um Anfällen vorzubeugen, können vor der körperlichen Belastung verschiedene Mittel zum Einsatz kommen:

  • Anticholinergika: erweitern die Bronchien über eine Beeinflussung des Nervensystems, bei Anstrengungsasthma weniger wirksam als Beta-2-Mimetika und Mastzellenstabilisatoren.
  • Kurzwirksame Beta-2-Mimetika: Inhalation als Spray, schnelle Erweiterung der Bronchien, können kurz vor der körperlichen Anstrengung eingesetzt werden, Wirkung am stärksten nach 30 Minuten, dauert insgesamt aber 3-5 Stunden an. Wegen ihrer schnellen Wirkung auch bei akuten Anfällen geeignet.
  • Leukotrienantagonisten: Tabletten, die bestimmte für die Entzündungen der Atemwege verantwortliche Botenstoffe (Leukotriene) blockieren, kann direkt vor Belastungen oder dauerhaft angewendet werden, in Deutschland ist Montelukast der einzige zugelassene Wirkstoff dieser Gruppe.
  • Mastzellenstabilisatoren: Inhalation als Spray zur Linderung von allergischen und entzündlichen Reaktionen durch Verhinderung der Histamin-Ausschüttung im Körper, können ebenfalls dauerhaft oder vor der Belastung eingesetzt werden, beugen bei Belastungsasthma jedoch weniger gut vor als die Beta-2-Mimetika.

Unter Umständen müssen erst mehrere Medikamente ausprobiert werden, bis man die für sich passenden gefunden hat, und weiß, was einem selbst am besten hilft.

Sport bei Anstrengungsasthma

Anstrengungsasthma bedeutet nicht, dass man Abstand von jeglicher körperlicher Betätigung nehmen sollte. Richtig eingesetzt kann der Sport nämlich Beschwerden verhindern oder lindern, und dies dauerhaft. Dazu muss die Anstrengung aber ans eigene Fitness-Level angepasst sein. Bei Atembeschwerden sollten Betroffene pausieren oder einen Gang herunter schalten. Auch speziell das Intervalltraining mit sich rasch abwechselnden Phasen von Anstrengung und Erholung dient der Vorbeugung von Anfällen.

Wer Sport treibt, sollte zudem immer Bedarfsmedikamente dabei haben.

Bei trockener oder kalter Luft kommt es häufiger zu Beschwerden, insofern sind im Winter Hallensportarten besser geeignet. Für Menschen mit allergischem Asthma gilt dies auch in der Pollensaison.

Ausdauersportarten sind in der Regel am besten geeignet. Sie sollten langsam angegangen und schrittweise in ihrer Intensität gesteigert werden.

Kindergärtner, Sportlehrer und Trainer sollten über die Erkrankung des Kindes informiert werden, um bei einem akuten Anfall schnell und richtig handeln zu können. Dann steht auch für Kinder dem Sport nichts im Weg.
 


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