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Anaphylaktischer Schock

Mediziner unterscheiden vier verschiedene Stufen einer allergischen Reaktion. Der anaphylaktische Schock beschreibt dabei die stärkste allergische Sensibilisierung und kann zu einem lebensbedrohenden Versagen des Herz-Kreislauf-Systems führen. Betroffene müssen dann sofort ins Krankenhaus.

Eine Anaphylaxie ist eine allergische Reaktion, die mehrere Organsysteme betreffen. Sind zwei oder mehr der folgenden Organsysteme betroffen, handelt es sich um eine Anaphylaxie:

  • Haut: Nesselausschlag (Quaddeln und Rötungen bilden sich auf der Haut) und Angioödem (wenn das Unterhautgewebe anschwillt) sind die häufigsten Symptome der Anaphylaxie. Sie treten bei 80% aller Anaphylaxien auf.
  • Atemwege: Auch die Atemwege sind häufig betroffen. In jedem zweiten Fall einer Anaphylaxiesind sie involviert. Besonders häufig sind davon Asthmatiker betroffen. Es kann in Folge auch zu Benommenheit, Schwindel oder Bewusstlosigkeit kommen.
  • Verdauungstrakt: der Verdauungstrakt zeigt bei ca. 30% aller Anaphylaxien Symptome.
  • Herz-Kreislauf-System: Hypotonie (der Abfall des Blutdrucks), Herzrhytmusstörungen (das Herz schlägt zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig) und schlimmstenfalls ein Herzinfarkt sind mögliche Symptome bzw. Folgen einer Anaphylaxie.

Eine Anaphylaxie ist damit nicht immer ein anaphylaktischer Schock. Unter Schock versteht man einen dramatischen Blutdruckabfall mit lebensbedrohlichen Folgen. Die Gefahr anaphylaktischer Schocks steigt mit zunehmendem Alter.

Die Stufen der allergischen Reaktion im Überblick

  • Schweregrad I: Symptome sind Hautrötungen, juckende Schwellungen, Hitzewallungen, Schwindelgefühle und Übelkeit
  • Schweregrad II: Symptome sind Hautrötungen gepaart mit Herzrasen und Atemproblemen
  • Schweregrad III: Symptome sind Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps und Bewusstlosigkeit
  • Schweregrad IV: Symptom ist ein drohendes Versagen des Herz-Kreislaus-Systems

Beim Schweregrad III und IV spricht man vom anaphylaktischen Schock. Ärztliche Versorgung im Krankenhaus ist dann unbedingt und dringend notwendig. Als Sofortmaßnahme, bevor der Arzt eintrifft, empfiehlt es sich, den Patienten flach hinzulegen mit einer leichten Tieflage von Kopf und Oberkörper.

 Der Arzt spritzt dann Adrenalin, welches die Herz-Kreislauf-Funktion sofort steigert und die Atmung erleichtert. Infusionen mit Cortison führen dazu, die allergische Reaktion des Körpers schnellstmöglich zu reduzieren.

Zeitliche Ausprägungen

Anaphylaxien können auf drei Arten ablaufen.

  • Monophasisch: es gibt eine einzige Welle mit Symptomen
  • Biphasisch: die Reaktion klingt zunächst ab, kehrt aber ein bis acht Stunden später noch einmal zurück. Betrifft ein Fünftel aller Fälle.
  • Verlängert: trotz Therapie bestehen die Symptome bis zu 48 Stunden. Diese Form der Anaphylaxie wird protrahierte Anaphylaxie genannt und ist sehr selten.

Risikofaktoren

  • Risikoreiche Nahrungsmittel: grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittelallergen einen anaphylaktischen Schock auslösen. Am gefährlichsten sind jedoch Sellerie, Nüsse, Erdnüsse, Sesam und Schalentiere. Ebenfalls gefährlich sind Eier, Weizen und Milch bei entsprechender Allergie.
  • Wiederholte anaphylaktische Anfälle: wer bereits in der Vergangenheit eine Anaphylaxie erlitt, hat auch in Zukunft ein größeres Risiko dafür.
  • Asthma: Asthma verschlimmert die allergischen Reaktionen häufig, besonders in Kombination mit Nahrungsmittelallergien



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2 Antworten zu “Anaphylaktischer Schock”

  1. Andreas sagt:

    Kann mir einer sagen ob ich als Neurodermitis Patient eine Hypersensibilisierung machen, ich habe gehört bei Neurodermitspatienten führt eine Hypersensibilisierung nicht zum Erfolg
    Gruß

  2. admin sagt:

    Hallo Andreas,

    das stimmt, ganz unumstritten war das Thema Hyposensibilisierung bei Neurodermitis bisher nicht. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass die Hyposensibilisierung nicht schadet und teilweise sogar auch gute Erfolge bei Neurodermitikern bringen kann. Zu den Studien findest Du etwas im allergo-journal: http://www.allergo-journal.de/pdf/105273.pdf?pdf=true

    Eine Absprache mit einem Dermatologen und Allergologen ist wahrscheinlich das beste, was Du tun kannst – die sollten darüber sehr gut Bescheid wissen …

    LG

    Tim

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