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Amorolfin

Amorolfin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antimykotika (Mittel gegen Pilze). Amorolfin gibt es als Lack zur Therapie von Nagelpilz. Anders als andere Medikamente muss das Mittel noch einmal wöchentlich auf die befallenen Nägel aufgetragen werden, die Behandlungsdauer erstreckt sich jedoch wie bei Nagelpilz-Erkrankungen häufig über mehrere Monate bis hin zu einem Jahr. Vor dem Auftragen von Amorolfin werden Reste des Lacks mit Isopropanoltupfern entfernt und eventuelle Nagelverdickungen mit einer Feile abgetragen. Mögliche Nebenwirkungen des Arzneistoffs sind (selten) Hautreaktionen sowie Veränderungen am Nagel.

Daneben kann der Wirkstoff auch bei Hautmykosen angewendet werden.

Almorolfin ist auch bekannt unter den folgenden Namen:

  • Amorolfinum
  • Amorolfini hydrochloridum
  • Amorolfin-hydrochlorid

Erhältlich sind verschiedene Nagellake zur Pilzbekämpfung, die den Wirkstoff enthalten, der erstmalig 1991 in der Schweiz zugelassen wurden. Die Produkte mit Amorolfin heißen:

  • Loceryl (verschreibungspflichtig)
  • Curanel (rezeptfrei)
  • Curanail (rezeptfrei)

Das Antimykotikum unterscheidet sich von anderen Präparaten in seiner Struktur und wurde ursprünglich bei Hoffmann La-Roche entwickelt.

Amorolfin – Wirkung

Der Arzneistoff wirkt fungistatisch (das Wachstum der Pilze hemmend) bis fungizid (pilz-abtötend) und kann gegen Dermatophyten und gegen Candida eingesetzt werden. Amorolfin hemmt die Pilze dabei, bestimmte Stoffe herzustellen, die für ihr Überleben und die Vermehrung nötig sind.

Angewendet werden kann es in folgenden Fällen:

  • Fußpilz (Tinea pedis)
  • Pilzinfektionen der Leistenbeuge (Tinea inguinalis)
  • Pilzinfektionen des Rumpfes (Tinea corporis)
  • Nagelpilzerkrankungen (Onychomykosen)
  • Hautinfektionen durch Hefepilze von der Art Candida albicans

Hierbei handelt es sich um Mittel, das tief in den Nagel eindringt. Auch noch zwei Wochen nach dem letzten Auftragen lässt es sich im Nagel in einer pilzbekämpfenden Konzentration nachweisen.

Auch mit Amorolfin können nicht alle Patienten von hartnäckigen Nagelpilz-Erkrankungen befreit werden – dies gilt übrigens für alle lokalen Behandlungen mit Cremes, Salben, Lacken und Lotionen.

Amorolfin – Anwendung (bei Nagelpilz)

Amorolfin ist ein Mittel zur Behandlung von Mykosen am Nagel. Weil Nägel so langsam wachsen, dauert die Behandlung Monate bis hin zu einem Jahr.

Auch zur Vorbeugung von rezidivierenden (wiederkehrenden) Nagelpilzen kann das Mittel Studien zufolge dienen, hierfür ist es jedoch noch nicht zugelassen.

Die verschiedenen Präparate kommen je nach Land nur zum Einsatz, wenn die Schwere der Mykose unter 80% liegt, maximal 2 Nägel betroffen sind und Dermatophyten oder Candida vorliegen (für Schimmelpilze nicht geeignet).

Bei der Dosierung sollte man sich nach der Packungsbeilage richten. Anders als die meisten anderen Antimykotika gegen Nagelpilze wird Amorolfin nur einmal, höchstens zweimal in der Woche auf die betroffenen Nägel gegeben, was die Therapie deutlich erleichtert. Vorm erneuten Auftragen des Lacks müssen alte Reste von Nagel entfernt werden. Dazu bedient man sich Isopropanoltupfern. Verdickungen können mit Einwegfeilen entfernt werden.

Amorolfin – Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Unerwünschte Nebenwirkungen sind bei Amorolfin selten, möglich sind:

  • Veränderungen des Nagels (Verfärbungen)
  • Lokale Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung, Brennen)
  • Kontaktekzeme
  • Bläschen auf der behandelten Haut (sehr selten)

Nicht angewendet werden darf das Antimykotikum:

  • Bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • auf künstlichen Nägeln
  • auf stark entzündeten, verletzten Hautstellen
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei Säuglingen und Kleinkindern

Amorolfin sollte nicht auf Augen, Ohren und Schleimhäute gelangen.

Vorsicht: in Kombination mit anderen Antimykotika, da sich die Wirkung summieren kann.

Vorsicht ist außerdem geboten bei:

  • Kindern
  • entzündlichen Nagelbettveränderungen
  • Diabetes mellitus
  • starken Durchblutungsstörungen in Fingern oder Zehen
  • Mangelernährung
  • Alkoholabhängigkeit

… in diesen Fällen muss der Einsatz vom Arzt abgewogen werden.
 


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