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Ambrosia

Ambrosia ist eine Traubenkraut aus der Familie der Korbblüter. Die Pflanze wird im Hinblick auf Allergien immer relevanter. In der Liste der aggressivsten neu eingewanderten Arten belegt die Ambrosia Platz 5. Schon wenige Pollen können schwere allergische Reaktionen auslösen.

Ambrosia wird auch bezeichnet als:

  • Beifuß-Ambrosie
  • Beifußblättrige Ambrosie
  • Ragweed
  • Aufrechtes Traubenkraut
  • Ambrosia artemisiifolia / Ambrosia elatior

Die Ambrosia stammt ursprünglich aus Nordamerika und zählt zu den einjährigen krautigen Pflanzen. Sie wird zwischen 30 und 150 Zentimetern groß und blüht vor allem von Juli bis Oktober. Erkennbar ist sie an den fingerförmigen, grün-gelblichen Blütenständen, die äußerst viele allergene Pollen produzieren – nämlich bis zu einer Milliarde pro Pflanze.

Bei der Beifuß-Ambrosie handelt es sich um eine Pflanze, die sowohl weibliche als auch männliche Blüten enthält, die jedoch in getrennten, körbchenförmigen Beständen gebildet werden. Während die männlichen Blütenkörbchen eine nur schwach behaarte bis kahle Hülle sowie fünf freie Staubblätter enthalten, gibt es meist nur eine einzige weibliche Blüte. Sie befindet sich in Knäulen in den Blattachseln unterhalb der männlichen Blüten und verfügt über einen zweifächrigen Fruchtknoten, der von einer Körbchenhülle halb umschlossen ist. Ohne Lupe sind die winzigen Blütenkronblätter der weiblichen Blüte kaum zu erkennen.

Ist die Pflanze gereift, fallen die Körbchen im Ganzen ab.

Anders als der Gemeine Beifuß ist die Blattunterseite der Ambrosia doppelt bis dreifach gefiedert, die Blätter sind grün (Beifuß: grauweiß-filzig), die Pflanze ist einjährig (Beifuß: ausdauernde Pflanze mit dichtem Wurzelwerk) und die stark verzweigten Stängel des Traubenkrauts sind zudem leicht behaart, ihre Blütenstände dichter gedrungen.

Die Ambrosia hat einen aromatischen Duft. Ihre Pollenkörner, die am frühen Morgen entlassen werden, sind nur 0,02 Millimeter breit.

Ausbreiten kann sich die Pflanze besonders gut durch ihre Körbchenhüllen, die über Widerhaken verfügen.

Jährlich kann eine Pflanze 3.000 bis 60.000 Früchte ausbilden. Die Fruchtreife beginnt im Oktober. Wegen der späten Blütezeit reifen die Samen nicht sofort aus. Dafür bleiben sie als sogenannte Wärmekeimer bis vier Jahrzhente lang keimfähig. Auch starker Frost kann die Keimungsrate erhöhen.

Ambrosia – Verbreitung

Die Ambrosia ist eine invasive Pflanze. Sie ist vor allem in Nordeuropa weit verbreitet und wurde von dort aus unbeabsichtigt nach Europa eingeschleppt.
Zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen wurde sie 1860 in der Nähe von Hamburg auf einem Kartoffelacker. Viele Jahre war sie ein eher seltenes, wenig beständiges Unkraut.

Erst gegen 1990 breitete sich die Pflanze zunehmend aus, vor allem in Süddeutschland, aber auch in verschiedenen Städten wie Berlin fand man gehäuft große Bestände.

Auch in Österreich (v.a. im warmen Klima) ist das Beifußkraut ebenfalls verbreitet, in der Schweiz fand man es erstmals im Ersten Weltkrieg. Inzwischen hat es auch Südosteuropa erobert, auch in Italien und Frankreich kommt sie teilweise gehäuft vor.

In den nächsten soll sich Untersuchungen und Prognosen zufolge die Ausbreitung in den Norden verlagern, während sie in Südeuropa nach und nach zurückgehen soll.

Die Verbreitung der Beifuß-Ambrosie wird vor allem durch den Menschen gefördert. Verunreinigtes Saatgut mit verunreinigten Sonnenblumensamen und verunreinigte Futtermitte, insbesondere Vogelfutter, führen dazu, dass sich die Pflanze zunehmend ausbreitet – nicht nur auf Feldern und am Wegrand, sondern auch in Privatgärten. Von den Gärten können sich die Samen unbemerkt auf weitere Freiflächen verschleppen.

Eine Untersuchung von Ökotest zeigte in 2007, dass nur 3 von 18 getesteten Vogelfuttern frei von Ambrosia warne.

Bevorzugt wächst die Ambrosia:

  • an Vogelfutterplätzen in privaten Gärten
  • an Straßen und  Wegen
  • an  Bahnschienen
  • in Neubaugebieten und an Schuttplätzen

Damit die Pflanze gut wachsen kann, benötigt sie gute Lichtverhältnisse, weswegen sie sich vorwiegend auf freien Flächen ausbreitet, weniger auf stark bewachsenen.

Ambrosia – Allergie

Schätzungen entsprechend reagieren etwa 12 bis 20 Prozent aller Deutschen allergisch auf das Aufrechte Traubenkraut. An genauen Daten mangelt es vor allem deswegen, weil die Betroffenen oft auch andere Pollenallergien und die Ursache ihrer Beschwerden daher nicht an der Ambrosia festmachen.
Die Pollen der Ambrosia treten vor allem zwischen Juli und Oktober auf und können sehr starke Beschwerden bei Heuschnupfen und allergischem Asthma hervorrufen. Auch allergische Reaktionen auf der Haut sind nach Kontakt mit der Pflanze möglich.

Die Pollen gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern und können schon ab sechs Pollen pro Kubikmeter Luft zu allergischen Reaktionen führen, ab elf Pollen spricht man von einer starken Belastung. Bei Gräserpollen benötigt es 50 Pollen pro Kubikmeter Luft für eine „starke Belastung“.

Nicht selten führen die Allergene auch zu allergischen Bindehautentzündungen und zu allergischem Asthma – vor allem dann, wenn die Allergie unbehandelt bleibt.

Da die Pflanze von Juli bis Oktober blüht, verlängert sich die Pollensaison für die Betroffenen, ausgedehnt über Zeiten, in denen Gräserpollen kaum noch in der Luft fliegen.

Patienten mit einer Allergie auf den Gemeinen Beifuß (Artemisia vulgaris) haben oft eine Kreuzallergie, bekommen also auch nach dem Kontakt mit anderen Ambrosia-Pflanzen allergische Beschwerden. Kreuzreaktionen sind weiterhin möglich mit folgenden Pflanzen:

  • Sonnenblume
  • Goldrute
  • Arnika
  • Kamille
  • Anderen Korbblütlern wie Compositae oder Asteraceae

Entsprechend einer Verordnung hat die EU seit 2011 die Einfuhr von Futtermitteln mit Ambrosia verboten. So soll der wohl stärkste Verbreitungsweg unterbunden werden.

In Deutschland gibt es mehrere Meldestellen, die Funde der Ambrosia registrieren und kartieren. Seit Juli 2006 besteht eine Meldepflicht für Ambrosia artemisiifolia. Betroffene Landwirte sollen ggfs. entschädigt werden.

Ambrosia entfernen und bekämpfen

Vor allem von Mai bis August sollten Gärten überprüft werden. Ganz besonders an den Stellen, wo Vogelfutter verwendet wurde, das oft Ambrosiasamen enthält, sollte man einen Blick darauf werfen, ob die hochallergene Pflanze wächst. Beim Kauf des Vogelfutters sollte man gezielt solches auswählen, das explizit keine Ambrosia enthält.

Da die Pflanze einjährig ist, reicht es nicht, die Pflanzen abzuschneiden, dann treibt sie neue Blüten. Besser ist es, die Pflanze mitsamt ihrer Wurzel vor der Blüte auszureißen. Dabei sollte man Handschuhe tragen, denn: je häufiger man mit dem Beifußkraut in Berührung kommt, umso größer die Gefahr einer Sensibilisierung und damit Allergie. Auch sollte man immer einen Mundschutz dabei tragen, eine Vollsichtbrille kann zudem die Bindehaut der Augen vor den reichlich in der Luft schwebenden Pollen schützen.

Den größten Teil der Pollen schüttet das Kraut am frühen Morgen aus. Daher sollte man die Pflanze am Nachmittag ausreißen. Die ausgerissenen Pflanzen sollten auf keinen Fall kompostiert werden, sondern in Plastiktüten verschlossen und in den Hausmüll gegeben werden.

Allergiker sollten die Pflanze niemals selbst entfernen, sonst drohen schwere allergische Reaktionen.

Wer die Ambrosie erst spät erkennt, kann die Flächen noch bis zu Beginn der Samenproduktion (Anfang September) mähen – danach auf keinen Fall mehr, da sich sonst die Samen weiter ausbreiten.

Offene Bodenflächen sollten gleich wieder neu begrünt werden.

Stellt man einen großflächigen Befall der Ambrosia fest, sollte dies den zuständigen Behörden gemeldet werden, etwa:

  • Umweltamt
  • Grünflächenamt
  • Pflanzenschutzamt
  • Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
     

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