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Allergisch auf die eigene Katze – Muss man sie weggeben?

Etwa 8 Millionen Katzen haben die Deutschen, damit sind sie Deutschlands beliebtestes Haustier. Was aber, wenn man plötzlich allergisch auf die eigene Katze reagiert, muss man sie dann weggeben? jucknix klärt auf, was man tun kann und sollte.

Woran erkenne ich, dass ich allergisch auf meine Katze reagiere?

Die Symptome einer Katzenallergie ähneln denen des Heuschnupfens:

  • Fließschnupfen
  • Niesen
  • Gerötete, tränende und / oder juckende Augen
  • Bei allergischem Asthma Luftnot

Auftreten können die Symptome nicht nur bei engem Kontakt, sondern bereits beim Betreten eines Raums, in dem eine Katze ist oder war.

Verantwortlich für die allergischen Beschwerden sind übrigens nicht wie meist angenommen die Katzenhaare, sondern bestimmte Eiweiße (Fel d 1), die im Speichel, im Urin und in den Hautdrüsen-Sekreten der Katze vorkommen. Diese Eiweiße verteilen sich in der Luft, wenn das Haustier sich putzt oder aufs Klo geht.

Selbst wenn man die Katze sofort abgeben würde – die Beschwerden würden noch eine ganze Weile bleiben, meist über mehrere Monate, da sich die Proteine nicht nur in der Luft bewegen, sondern auch auf Kissen und Co. festsetzen.

Auch in öffentlichen Gebäuden, in Bus und Bahn, Schulen und Kindergärten können die Spuren in der Luft sein.
Da Katzenallergiker nicht nur auf Hauskatzen, sondern auch auf Raubkatzen reagieren können, sollten Zoos und der Zirkus gemieden werden.

Gibt es Katzen für Allergiker?

„Hypoallergene Katzen“, also solche Rassen, die keine Allergien auslösen, gibt es unseres Wissens nach nicht. Zwar gab es mal einen Anbieter von Katzen speziell für Allergiker, der ist allerdings nicht mehr am Markt.

Die Rasse spielt beim Allergie-Risiko keine Rolle, allerdings produzieren kastrierte Katzen weniger Allergene als nicht kastrierte.

Was kann man tun, wenn man auf die eigene Katz allergisch reagiert?

Heilen kann man eine Katzen-Allergie nicht. Und dennoch behalten vier von fünf Katzenallergikern ihre Katze entgegen des ärztlichen Rats.

Zwar werden im Internet zahlreiche Methoden zur Behandlung der Katzenallergie diskutiert, für die Wirkung der meisten fehlen jedoch wissenschaftliche Nachweise, so etwa für Eigenbluttherapie, Kinesiologie oder Akupunktur.

Die Schulmedizin bietet allerdings durchaus Mittel, mit denen die Beschwerden deutlich gelindert werden können.

Die Allergie sollte in jedem Fall behandelt werden, da sonst allergisches Asthma entstehen kann – und dabei greift die Schulmedizin auf das Verfahren der Hyposensibilisierung zurück, auch als „Spezifische Immuntherapie“ (SIT) bezeichnet. Dies kann nur dann eingesetzt werden, wenn der Patient noch kein allergisches Asthma entwickelt hat.

Bei der Hyposensibilisierung wird dem Körper des Patienten das Katzenallergen in immer höherer Konzentration verabreicht, sodass sich das Immunsystem langsam an die an sich harmlosen Substanzen gewöhnen kann und immer weniger überreagiert. Die Therapie dauert etwa 36 Monate, während der die Katze nicht mit dem Patienten in einem Haushalt leben darf.

Während die Hyposensibilisierung bei Pollenallergien gut erforscht ist und häufig verwendet wird, sollte man bei einer Behandlung einer Katzenallergie besonderes Augenmerk auf die Professionalität und Erfahrung des Arztes setzen. Dann können sich die Beschwerden oft schon rasch bessern. Da die Allergene so weit und stark verbreitet sind, drohen bei unsachgemäßer Therapie starke Nebenwirkungen bis hin zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks.

Gefährlich macht die SIT bei Katzen-Allergien, dass an so vielen Orten Spuren der Allergene in der Luft sind. Bei der Hyposensibilisierung ist es jedoch wichtig, so wenig wie möglich zusätzlich mit den Allergenen in Kontakt zu kommen, sonst drohen allergische Schocks. Daher sollten Betroffene nach der Therapie jeweils länger in der Arztpraxis warten, bevor sie nach Hause gehen.

Die Kosten der spezifischen Immunsystem werden nicht von den Kassen gezahlt – behält der Patient die Katze jedoch und entwickelt deswegen ein allergisches Asthma, übernehmen die Kassen die Behandlung des Asthmas ohne Murren …
 


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