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Aus die Maus – wie Zuckermoleküle aus Gräsern lebenslang allergieimmun machen

In unserem Artikel zur geringeren Allergie- und Asthmaanfälligkeit von Kindern, die auf Bauernhöhen aufwachsen haben wir bereits davon berichtet: Landluft, Kontakt zu Tieren und Bewegung scheinen allergische Erkrankungen unwahrscheinlicher zu machen. Warum das so ist und wie das Ergebnis vielleicht schon in wenigen Jahren Babys allergieimmun machen kann, das haben Forscher aus Bochum nun herausgefunden.

Ein Zucker aus dem Heustaub von Kuhställen – die große Hoffnung für Allergiker und solche, die es nicht werden wollen?

Der Zucker aus dem Heustaub trägt den Namen Arabinogalaktan. Um das pflanzliche Zuckermolekül zu finden, untersuchte das Forscherteam zunächst Stallstaub von Bauernhöfen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor allem beim Wiesen-Fuchsschwanz, der häufig an Nutztiere verfüttert wird, fand man bedeutende Mengen des Arabinogalaktan.

Das Zucker-Molekül scheint dafür zu sorgen, dass Bauernhofkinder seltener unter Asthma und Allergien leiden. Diese Kinder atmen den Staub von Geburt an ein, der die Luft durch das Umlagern und Umschichten des Heus anreichert.

Arabinogalaktan dämpft das Verhalten der dendritischen Zellen, die dafür verantwortlich sind, schädliche Eindringliche weiterzuleiten und eine Immunreaktion des Körpers auszulösen. Die Dämpfung verhindert ein übertrieben wachsames und zum Teil unnötig aktives Immunsystem, wie es bei Allergikern vorherrscht. Die genauen Rezeptoren sind aber noch nicht klar.

Um Anzeichen für eine mögliche Allergie-Immunisierung durch den Stoff zu finden, verabreichten Forscher Mäusen Arabinogalaktan. Das Ergebnis: die Tiere waren tatsächlich lebenslang geschützt vor Allergien, sogar nach dem Kontakt und der Einnahme verschiedenster Allergene in hohen Dosen.  

Die Co-Autorin der Studie, Marion Kauth, sagt, dass dieser Zucker schon bald Einzug in Sprays und Nasentropfen erhalten wird und damit auch Babys allergieimmun gemacht werden können, “vorausgesetzt, die Tests zeigen beim Menschen Erfolg”.

Und genau hierin liegt die Hoffnung, schließlich ähneln sich Mäuse und Menschen sehr in ihren Immunreakionen. Bevor die Tests am Menschen starten können, müssen jedoch erst noch einige toxikologische Untersuchungen durchgeführt werden, um sicher zu stellen, dass keine Gefahren von einer Verabreichung des Moleküls für den Menschen ausgehen. Sollten diese Tests positiv verlaufen, können die eigentlichen Studien durchgeführt werden.

Es ist nie zu spät – oder doch?

Leider wird das Heustaub-Molekül wohl selbst im Falle eines erfolgreichen Ergebnisses keine Rettung für bereits betroffene Allergiker und Asthmatiker bedeuten. Dafür aber könnte Arabinogalaktan zur Allergieprophylaxe für Kinder im ersten Lebensjahr verwendet werden. In dieser Zeit kann das Immunsystem nämlich noch nicht zwischen schädlichen und unschädlichen Stoffen unterscheiden, und die Darmschleimhaut lässt große Moleküle passieren. Und genau dies sind die Voraussetzungen für eine Immunisierung gegen Allergien. Das heißt: für Kinder auf jeden Fall eine Therapie-Option, alles weitere wird sich herausstellen müssen.


Quellen:
Journal of Allergy and Clinical Immunology:
Arabinogalactan isolated from cowshed dust extract protects mice from allergic airway inflammation and sensitization


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Eine Antwort zu “Aus die Maus – wie Zuckermoleküle aus Gräsern lebenslang allergieimmun machen”

  1. Rainer Bachmann sagt:

    …und für jene, die bereits betroffen sind, könnte der Hyla eine Linderung bedeuten: http://www.Aqua.CleanYourWorld.de – einfach mal lesen und kostenfrei und unverbindlich vorführen lassen.

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