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Allergieberaterin Roswitha Stracke über Ihre Erfahrungen

Roswitha Stracke ist Allergieberaterin, Autorin und Mitglied im Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). Sie selbt leidet / litt ebenso unter Allergien wie ihre Kinder und kann zurückblicken auf jahrzehntelange Erfahrungen mit dem Thema.

 

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Interview mit einem Allergen

 

Schon in den ersten Lebensmonaten bildete sich eine ausgeprägte Neurodermitis, damals natürlich „empfindliche Haut“ genannt. Ich war wohl einige Zeit in stationärer Behandlung, bis sich der Hautzustand unter milchfreier Ernährung besserte. Aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, dass bereits in den 50iger Jahren bei Hautproblemen sofort an eine Allergie gedacht wurde.

Ich wurde dann direkt „vom Tisch“ ernährt und bekam keine Flaschennahrung mehr. Im Laufe der Jahre war der Hautzustand mal mehr, mal weniger gut, aber im Prinzip schenkte man dem keine große Beachtung. Erinnern kann ich mich, dass die Mundpartie immer entzündet war, aber das wurde großzügig vom Hausarzt mit Jellin-Salbe behandelt.

Heute erinnert daran die fehlende Pigmentierung des Mundwinkels. Ich konnte manche Nahrungsmittel nicht vertragen, z.B. hatte ich jahrzehntelang starke Schwellungen an den Lippen und ein heftiges Brennen im Mund nach Hühnerei und Erdbeeren, war aber daran gewöhnt, direkt im Anschluss Medikamente zu nehmen und habe mir deshalb keine Gedanken gemacht.

Meine Schulzeit habe ich so in Erinnerung, dass ich regelmäßig an ein oder zwei Tagen in der Woche fehlte, weil meine permanente Migräne das erforderte. Beim Sport bzw. Anstrengung litt ich unter extremer Luftnot, was nicht am Körpergewicht lag (ich war bis zum 20. Lebensjahr ein Strich in der Landschaft). 

Zunehmend kamen dann Gelenkschmerzen dazu und, was besonders störend war, offene Handekzeme. Aber auch dafür gab es Moorbäder, Bestrahlungen, starke Schmerzmittel bzw. eine rasch helfende Salbe (die sich als Cortisonbombe entpuppte). So gingen die Jahre dahin. Erst durch meine beiden jüngsten Kinder fiel auf, dass meine Beschwerden ganz einfach allergische Reaktionen waren.

Während der Schwangerschaft mit meinem älteren Sohn hatte ich erhebliche Luftprobleme, aber mit Nasenspray habe ich das behoben. Vor der OP (Kaiserschnitt) wurde ich von der Hebamme gefragt, ob ich Allergien habe. Da habe ich auf Ei und Erdbeeren hingewiesen, auch dass ich keine Pflaster vertrage. Doch das spielte hierbei angeblich keine Rolle. Folgerichtig hatte ich nach der OP heftige, mit jedem Tag zunehmende Schmerzen an der Schnittwunde sowie den Pflasterrändern.

Die altgediente Schwester aber hielt das für ein Zeichen guter Wundheilung, da muss es mal „ziepen“. Als ich es eines Nachts nicht mehr aushielt und das Pflaster abzog, war die Haut darunter extrem eitrig entzündet, später sind dort Narben zurückgeblieben, die genau zeigen, wo die Pflaster anlagen.

Beim zweiten Kaiserschnitt 1 Jahr später setzte 1, 2 Tage nach der OP eine massive Nierenfunktionsstörung ein, ich kam einige Zeit an den Tropf, letztlich ging alles gut. Kurz danach begann meine Milchkarenz (Nieren und Kuhmilch hängen leider zusammen, wie ich heute weiss). Ein paar Jahre später folgte eine weitere OP. Aufgrund der Funktionsstörung wurde in den 10 Tagen Aufenthalt jeden Tag Ultraschall der Nieren gemacht. Am letzten Tag kam der Arzt und sagte, er wüsste zwar nicht, wie er das erklären sollte, aber beide Nieren arbeiteten total normal.

Mein älterer Sohn hat quasi vom ersten Tag an reagiert, zunächst auf die Flaschennahrung, dann auf die Muttermilch, dann Soja-Nahrung. Egal, was er bekam, er erbrach sich heftig. Bereits nach wenigen Tagen entwickelte er Ekzeme, mit zwei Monaten hatte er keinen Fetzen heiler Haut mehr, aber angeblich lag keine Allergie vor, ich bildete mir das nur ein. Dann habe ich ihn auf eigene Faust ca. 6 Wochen mit Reiswasser ernährt und er erholte sich schlagartig.

Die Haut heilte ab, Mahlzeiten blieben im Körper, das Kind gedieh. Dann musste ich es nach dem Willen des Kinderarztes wieder mit Soja probieren und das Elend fing von vorne an. Reiswasser-Ruhe, Soja-Erbrechen-Ekzeme. Aber lt. Kinderarzt hatte er Magengrippe und müsste ins Krankenhaus und an einen Tropf. Da war für mich Feierabend, er bekam eine H.A.-Nahrung, wurde allergenarm ernährt und alles war gut. Nur auf Möhren und Apfel reagierte er mit Durchfall.

Meinen jüngeren Sohn habe ich direkt mit H.A.-Nahrung ernährt, er wurde nur 13 Monate später geboren. Zwei Babys, meine Tochter kam zur Schule, das war alles etwas zuviel Stress, um auch noch in Ruhe zu stillen. Die ersten zwei Lebensjahre ging es ihm unter allergenarmer Ernährung bis auf eine leichte Neurodermitis gut (später kamen dann Kreuzallergien und Asthma dazu, er hat auch eine Nickelallergie, aber heute ist er praktisch beschwerdefrei). Als auch er mit ca. 4 Monaten Apfel bekam und sofort mit Durchfall reagierte, meinte jener Kinderarzt „Da müssen Sie den Kindern mal beibringen, wie man richtig kaut, dann haben die auch keinen Durchfall“. Ok., man kann auch ohne Apfel und Möhre leben.

Wegen der häufigen Infekte der Jungs wollte ich einen Pary-Boy verschreiben bekommen: Der Kinderarzt war dazu nur bereit, wenn ich beweisen konnte, dass dieser auch nutzbringend angewendet wird. Also mussten meine Söhne, 1 ½ und 2 ½ Jahre,  in der Praxis „probeinhalieren“. Wir wurden in das Labor verfrachtet, dabei offene Tür zum Durchgang, ständiges Gerenne sowohl des Praxispersonals als auch weiterer Mütter und Kinder, ein Kind auf dem Schoß, während das andere munter alle Schubladen untersuchte, also alles ganz gemütlich. Nach 20 Minuten Kinderwechsel. Anschließend weigerte sich der Kinderarzt, den Inhalator zu verschreiben, Begründung: „Die Kinder sind ja viel zu unruhig“. Noch am gleichen Tag habe ich den Kinderarzt gewechselt, natürlich ein Rezept für den Inhalator bekommen und im ruhigen häuslichen Milieu ohne Schwierigkeiten auch angewendet. Weitere Beispiele, auch aus über zwanzig Jahren Beratung, werde ich zukünftig auf Wunsch in Anekdoten von A-Z zum besten geben.

Erst als beide Kinder u.a. Heuschnupfen entwickelten und eine Behandlung in einer Spezialklinik begann, wurde ich vom Chefarzt gefragt, ob denn jemand in der Familie Allergien hätte. Ich ganz überzeugt: „Nein, ich habe nur Rheuma“. Da nie ein Rheumafaktor festgestellt werden konnte und ich nach Symptom behandelt wurde, hieß es: „Na, Sie wissen ja, wie es geht, jetzt lassen Sie mal 4 Wochen Milch und Ei weg.“ Gesagt, getan. Schon nach wenigen Tagen waren meine jahrelangen Gelenkschmerzen einfach weg. Die Provokation später brachte die Bestätigung, bereits wenige Tropfen Milch ließen die Schmerzen wieder aufflammen. So stellte sich mein „Rheuma“ nach über 15 Jahren Behandlung mit z.T. Hammermedikamenten als (erneute oder immer noch vorhandene) Milchallergie heraus. Ei blieb natürlich auch weg. Dann kamen meine Hände dran. Meine gesunde Ernährung mit Vollkorn und anderen stark nickelhaltigen Lebensmitteln vertrug sich natürlich nicht mit meiner seit frühen Kindertagen bestehenden Nickelallergie.

Näheres hierzu können Sie in meinem Buch „Nickelallergie – Ratgeber bei Kontakt- und Lebensmittelallergie“, pala-Verlag, nachlesen. Die ersten 2-3 Jahre ohne Cortisonsalbe waren schwer, danach aber platzte die Haut nicht mehr bei jeder Berührung auf, es bildete sich dauerhaft neue Haut, ich hatte auch wieder „Fingerabdrücke“, vorher waren die Rillen einfach nicht vorhanden. Noch heute staune ich manchmal, dass die Haut (es gab Zeiten, da war ich bandagiert wie eine Mumie) ganz normal aussieht. Es kostet allerdings auch etwas Mühe und Willen, so zu leben, dass möglichst wenig Allergenkontakt besteht, aber es lohnt sich immer.

Weitere Tests zeigten dann noch eine Latexallergie (inklusive einiger Kreuzallergien), Asthma, Milbe, Diclofenac und so weiter, es kam einiges zusammen. Durch Zufall habe ich auch festgestellt, dass ich auf Jod reagiere (Knötchenflechte), ein Verzicht auf künstliche Jodzusätze hat zumindest den Verlauf der Reaktionen gestoppt.

Kurz nach der Geburt der Söhne habe ich mich dann ehrenamtlich engagiert, mich belesen mit allem rund um das Thema Allergien, habe einen „Ratgeber Ernährung bei Kindern mit Allergien“ mitgeschrieben und vieles, vieles mehr, vielleicht schauen Sie auf meiner Homepage www.allergieberatung-stracke.de mal nach, da steht ein bisschen mehr darüber.

Ich bin eher der pragmatische Typ, wenn ich feststelle, dass mir etwas nicht bekommt, lasse ich das weg. Man muss nicht alles „testen“, schon gar nicht alle möglich und unmöglichen Testverfahren „abarbeiten“, Sie sind selbst der beste Beobachter für sich oder Ihr Kind. Nicht alle Tests sind hilfreich, oft gibt es falsch positive oder falsch negative Ergebnisse, die nur der Facharzt deuten kann und die nur durch Karenz zu beweisen sind. Manchmal ist es schlicht und einfach ein unbrauchbares Verfahren.

Deren Nutzen ist dann der gefüllte Geldbeutel des Anbieters. Es ist verführerisch, mal die eine oder andere alternative Methode begleitend auszuprobieren oder man kann dem Druck Dritter nicht mehr widerstehen. Ich persönlich finde, das kann man als Erwachsener je nach Gemütslage machen, aber bitte bei Kindern keine Experimente, sondern erst seriöse Ärzte (ich weiß, es gibt auch andere) oder Therapien einbinden, denn falsche oder zu spät einsetzende Behandlung  kann erhebliche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Bei Fragen hierzu stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Im übrigen hilft es, sich aus allen Bereichen das anzunehmen, was man auch wirklich umsetzen kann.

 

Roswitha Stracke
Auf dem Stein 3a,
57482 Wenden-Gerlingen
Telefon: 02762 / 2777
Fax: 02762 / 4001709
Allergieberatung-Stracke@t-online.de
   


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