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Allergie-Zunahme – Warum immer mehr Menschen unter Allergien leiden

Noch vor dreißig, vierzig Jahren war das Thema Nahrungsmittelallergie nur wenigen Menschen ein Begriff. In der Schule konnten die Kinder essen was sie wollten (oder was es eben gab in der Schulküche), und auch ihre Eltern konnten sich jegliches Gemüse, Eier und Milchprodukte nach Belieben gönnen. Pollenallergien waren ebenfalls sehr viel weniger verbreitet.

Konkrete Zahlen über die anscheinend massive Ausbreitung der Allergien besonders in den letzten zwei Jahrzehnten liegen leider nicht vor, was zum Teil auch an den unterschiedlichen Durchführungen diesbezüglicher Untersuchungen im Zeitverlauf liegt. Diverse Beweise für die Explosion der Betroffenenzahlen gibt es aber dennoch:

  • Für die vergangenen zehn Jahre gab es Untersuchungen nach gleicher Methodik, was Rückschlüsse auf das reale Wachstum ziehen lässt. Erdnussallergien zum Beispiel haben sich allein in den letzten fünf bis zehn Jahren verdoppelt.
  • Asthma hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Auch wenn keine hundertprozentige Beziehung zwischen Asthma und Allergien besteht, hängen beide Krankheiten stark genug zusammen, um ähnlich dramatische Wachstumskurven bei den Allergien zu unterstellen.
  • Die meisten Kinderärzte und Allergologen berichten vom stark angestiegenen Zulauf wegen der Allergien und geben an, dass dies nicht allein daran liegt, dass Allergien inzwischen mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Stellt sich also die Frage:

Warum ist das so?

Klar ist nur: es gibt nicht die eine Ursache, die allein verantwortlich ist für die Zunahme der Allergien. Stattdessen gibt es eine Menge unterschiedlicher Theorien.

1.     Hygiene-Hypothese

Die zunehmende Hygiene gilt als mögliche Ursache für die Allergie-Zunahme. Kinder spielen seltener draußen im Schmutz, mehr Menschen leben in klimatisierten, weitgehend sterilen Räumen und weniger auf dem Land zusammen mit Tieren. Reinigungsprodukte werden immer effizienter, Seifen antibakteriell. Laut Hygiene-Hypothese führt all das dazu, dass das Immunsystem weniger mit Keimen und Bakterien beschäftigt wird und sich daher mehr auf Allergene konzentriert. Für die Hypothese gibt es einige Belege. In hochentwickelten Industrieländern gibt es weitaus mehr Allergien als in Entwicklungsländern, der Anteil der Allergiker wächst proportional mit dem Entwicklungsstand des Landes. In Familien mit Haustieren gibt es zwar mehr Keime, aber weniger Allergien. Und Kindern auf Bauernhöfen sowie Kinder, die schon früh in Kindergrippen und –gärten mit anderen Kindern spielen, leiden ebenfalls öfter unter einer Allergie.

2.     Medikamente, insbesondere Antazida

Antazida und andere Medikamente, die Magensäure binden, begünstigen Allergien nachweislich. Der Grund: durch die Bindung der Magensäure wird die Aufspaltung potenzieller Allergene im Magen behindert.

3.     Impfungen und Antibiotika

Immer wieder werden Impfungen und Antibiotika verdächtigt, Allergien zu begünstigen. An wissenschaftlichen Nachweisen dafür mangelt es aber bis heute.

4.     Vitamine

Vitamine könnten ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Allergien haben. Unklar ist noch, wie der Einfluss genau ausschaut. Während manche Studien Anlass geben, die Einnahme von Vitaminpräparaten mit einem Mehr an Allergien in Verbindung zu bringen, kam in anderen heraus, dass ein Mangel an Vitamin D Allergien begünstigt.

5.     Tabakrauch und Luftverschmutzung

Mehr Tabakrauch = mehr Allergien. Das ist wissenschaftlich geklärt. Tabakrauch regt das Immunsytem zur Entwicklung von Allergien an. Auch andere Schadstoffe in der Luft könnten Allergien wahrscheinlicher machen. Die meisten Studien in dieser Richtung deuten allerdings darauf hin, dass der Einfluss der Luftverschmutzung auf die Allergieentstehung doch recht gering ist.
 


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