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Allergie gegen Sperma

Die Allergie gegen Sperma ist eine eher unbekannte Form der Allergie. Betroffen sind vor allem zwanzig- bis dreißigjährige Frauen, aber auch Männer können auf ihr eigenes Sperma allergisch sein (POIS, Post Orgasmic Illness Syndrome). Auf fremdes menschliches Sperma scheinen Männer nicht allergisch reagieren zu können, dafür aber auf artfremdes Sperma.

Die Erkrankung gilt als sehr selten, vermutlich gibt es jedoch eine beträchtliche Dunkelziffer von Betroffenen, die sich schämen und deswegen nicht zum Arzt gehen. Außerdem liegt der Gedanke, dass allergische Symptome Folge einer Spermaallergie sein könnten, nicht gerade nah – die meisten Menschen wissen nicht, dass es diese Allergie überhaupt gibt. Geschätzt wird, dass zwischen 0,25 und 1 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.

Allergie gegen Sperma bei Frauen

Frauen reagieren bei einer Allergie gegen Sperma auf ein bestimmtes Protein in der Samenflüssigkeit. Ein Partnerwechsel hilft der Frau jedoch nicht: das Protein kommt genauso bei sämtlichen anderen Männern vor. Die Spermien selbst hingegen sind keine Allergene.

Symptome einer Allergie gegen Sperma bei Frauen sind:

  • Brennen
  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • Hautausschlag im Intimbereich o.ä.
  • In schweren Fällen Durchfall und Erbrechen
  • Schlimmstenfalls anaphylaktischer Schock

Die Beschwerden treten etwa 10 bis 30 Minuten nach dem Kontakt mit der Samenflüssigkeit auf.

Bis ins Jahr 2000 wurden nur 60 Fälle der Allergie registriert, die ohne Behandlung lebensgefährdend sein können.

Allergie gegen Sperma bei Männern

Bei einer Spermaallergie beim Mann spricht man von Post Orgasmic Illness Syndrome (POIS), das erstmals 2002 beschrieben wurde. Nach dem Ejakulieren reagieren die (sehr wenigen) Männer allergisch, mit heuschnupfenartigen oder an Grippe erinnernden Symptomen. Die Beschwerden treten meist innerhalb einiger Minuten auf und können bis zu eine Woche lang andauern.

Die Rolle der Psyche

In einer niederländischen Untersuchung von 45 Männern mit der Erkrankung wurden 33 mittels Hautallergietest (Pricktest) untersucht, zu 88 Prozent war das Ergebnis positiv. Zwei Männer nahmen an einer Hyposensibilisierung teil, die so ähnlich auch bei der Therapie von Heuschnupfen eingesetzt wird: die Patienten bekommen über einen langen Zeitraum das Allergen in langsam steigenden Dosen gespritzt, hier also verdünnte Lösungen ihrer eigenen Samenflüssigkeit. Ihre Beschwerden nahmen nach einem Jahr bzw. 3 Jahren ab.

Lange Zeit vermutete man psychische Faktoren als Ursachen der Beschwerden handelt, die Vorstellung einer Allergie gegen Sperma ist noch recht neu.

Dazu unternahm man folgenden Versuch mit den Teilnehmern der oben genannten Studie: sie sollten masturbieren, aber vor dem Orgasmus aufhören – keiner dieser Testpersonen fühlte sich krank ohne Samenerguss, alle aber innerhalb einiger Minuten nach dem Ejakulieren.

Behandlung der Spermaallergie

Frauen mit einer Allergie gegen Sperma können mittels Kondom beim Geschlechtsverkehr Abhilfe verschaffen, sie sind dann weitestgehend frei von Symptomen.

Frauen und Männer können akut behandeln werden mit:

  • Antihistaminika
  • Cortison
  • Adrenalinsprays

Insgesamt sind 11 Fälle in der Wissenschaft beschrieben, in denen eine Hyposensibilisierung die Beschwerden dauerhaft beseitigte. Alle anderen Methoden wirken und vorübergehend.

Bei einem Kinderwunsch muss entweder eine solche Hyposensibilisierung der Frau durchgeführt werden, wenn sie auf natürlichem Weg schwanger werden will. Oder aber die Spermien des Mannes werden im Labor von der Samenflüssigkeit getrennt, die das allergene Eiweiß enthält, und die Kinder werden per künstlicher Befruchtung gezeugt.
 


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