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Allergie-Behandlung

Für die Allergiebehandlung steht eine breite und daher auch für den Allergiker unübersichtliche Fülle an Arzneien und Behandlungsmethoden bereit. Wichtig ist zunächst die Frage: In welcher Form treten die Allergie-Symptome bei mir auf? Hier die gängigen Allergiemittel und Behandlungsmethoden im Überblick:

Antihistaminika: 

  • Wirkungsweise: Antihistaminika blockieren die Andockstellen für Histamin und reduzieren so die allergische Reaktion. In der Regel werden Antihistaminika in Tablettenform verabreicht, aber auch als Nasensprays, Augentropfen und Gels sowie als Säfte.
  • Risiken und Nebenwirkungen:

    Ältere Wirkstoffe (Antihistaminika der ersten Generation) wie Doxylamin und Hiphenhydramin sedieren, das heißt sie machen müde. Tätigkeiten mit hoher Konzentration sind dann nicht ratsam oder erlaubt. Wirkstoffe der 2. Generation lösen nur noch in sehr geringem Maße Müdigkeit aus. Teilweise sind diese aber bei Nierenerkrankungen (z.B. Levocabastin) oder Herzproblemen (z.B. Terfenadin) nicht empfehlenswert . Schwangere sollten in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft gar keine Antihistaminika zu sich nehmen.

  • Erstattung durch Krankenkassen: Verschreibungspflichtige Antihistaminika werden erstattet, rezeptfreie in der Regel nicht.

TEST ALLERGIEMITTEL
ÖKO-TEST vergleicht rund 60 Allergiemittel
Im Test 65 nicht rezeptpflichtiger Allergiemittel kommen die Tester bei Nasensprays und Augentropfen zu einem eher durchschnittlichen Ergebnis. Einnahmepräparate werden hingegen durchweg als "sehr gut getestet. Hier geht’s weiter zu einer ausführlichen Zusammenfassung der Testergebnisse.


Mastzellstabilisatoren: 

  • Wirkungsweise: Die Wirkstoffe hindern die Mastzellen an der Ausschüttung des Allergie verursachenden Histamins und werden in Augentropfen und Nasensprays eingesetzt. Sie wirken hauptsächlich gegen Heuschnupfen und müssen bereits 14 Tage vor dem relevanten Pollenflug genommen werden.
  • Risiken und Nebenwirkungen: Gelegentlich kann es zu Reizungen von Augen und Nase kommen oder Kopfschmerzen und Schwindelgefühle verursachen. Kurz nach Einnahme der Augentropen ist die Sicht eingeschränkt – dies dauert aber meist nur ein paar Minuten.
  • Erstattung durch Krankenkassen: Verschreibungspflichtige Mastzellstabilisatoren werden erstattet.

Glukokortikoide: 

  • Wirkungsweise: Glukokortikoide sind Wirkstoffe mit entzündungshemmender Wirkung. Sie werden bei der Allergiebehandlung unter anderem bei allergischem Schnupfen oder Asthma bronchiale verwendet.  Sie führen zu einer Abschwellung der Schleimhäute sowie an der Bronchialmuskulatur zur Krampflösung. Beide Wirkungen treten frühestens nach etwa einer halben Stunde ein, daher sind sie nicht für akute Allergieschübe geeignet.

    Für die Behandlung von Asthma und allergischem Schnupfen gehören Glukokortikoide zur Standardtherapie. Sie sollten allerdings nicht bei gewöhnlichem Schnupfen eingesetzt werden. Genauso wenig sollten herkömmliche Schnupfensprays bei einem allergischen Schnupfen eingesetzt werden, da diese bei dauerhaften Einsatz zu schweren Schädigungen der Nasenschleimhäute führen (siehe auch Trockene Nasenschleimhaut – Ursachen und Hausmittel)

  • Risiken und Nebenwirkungen: Da Glukokortikoide so gut wie gar nicht in den Blutkreislauf eintreten und nur an den Nasen- und Bronchialschleimhäuten wirken, führen sie anders als Kortison kaum zu schädigenden Nebenwirkungen. Allerdings können sie bei übermäßigem Einsatz die Nasenschleimhaut austrocknen und schädigen.
  • Erstattung durch Krankenkassen:  Glukokortikoide werden in der Regel erstattet.

Hyposensibilisierung:

  • Wirkungsweise: mittels Hyposensibilisierung (auch bekannt als Immuntherapie. soll der Körper nach und nach in immer höheren Dosen an ein Allergen zu gewöhnt werden, bis die Allergie verschwindet oder die Symptome zumindest deutlich reduziert wurden. Die Hyposensibilisierung gilt als wirksam in der Bekämpfung der Allergien, insbesondere bei Pollenallergien gibt es hohe Erfolgsquoten. Bei Nahrungsmittelallergien scheint die Behandlung weniger erfolgversprechend zu sein.
  • Risiken und Nebenwirkungen: Das Immunsystem kann so stark überreagieren, dass es zu einem anaphylaktischen Schock kommt.
  • Erstattung durch Krankenkassen: die Hyposensibilisierung wird in aller Regel von den Krankenkassen bezahlt.
  • Arten der Hyposensibilisierung: 

Pollenschutzsalbe: 

  • Wirkungsweise: Die Gels oder Salben sind für Heuschnupfen-Allergiker und werden an der Innenwand der Nasenflügel oder rund um die Nase aufgetragen. Beim Atmen soll der größte Teil der Allergie auslösenden Pollen an den Gels oder Salben hängen bleiben und somit nicht bis an die Schleimhäute vordringen. Die Meinungen zur Wirksamkeit der Präparate sind geteilt. Viele Mediziner weisen darauf hin, dass Teile der Schleimhäute verkleben können und somit die Funktion der Schleimhäute sogar nachteilig eingeschränkt werden kann.
  • Risiken und Nebenwirkungen: Bis auf die eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Schleimhäute (Verminderter Abtransport von Sekreten und Fremdkörpern) sind keine negative Auswirkungen der Präparate bekannt.
  • Erstattung durch Krankenkassen:  Pollenschutzsalben werden aufgrund ihrer zweifelhaften Wirkung nicht erstattet.

Weitere Allergiebehandlungen:

  • Probiotika und Darmsanierung: Mit Probiotika soll die Darmflora gefördert werden. Dass das einen Einfluss auf Allergien haben könnte, verwundert nicht, schließlich spielt der Darm eine tragende Rolle für das menschliche Immunsystem, welches wiederrum über die Allergien bestimmt. Mehr zu Allergiebehandlung mit Probiotika
  • DNA-Immunisierung: Die Forschungen zur DNA-Immunisierung als Allergie-Behandlung liegen noch in eher frühen Entwicklungsstadien. Der Grundgedanke und die ersten Tests an Mäusen geben aber Anlass zur Hoffnung. Mehr zur DNA-Immunisierung gegen Allergien
  • FAHF-1, ein Wirkstoff aus einer alten chinesischen Kräutertinktur. Tatsächlich wurden Mäuse mit Erdnussallergie erfolgreich damit behandelt – ihre Reaktionen auf das Allergen sind deutlich zurückgegangen, lebensbedrohlichen Reaktionen wurde so vorgebeugt. Da die Rezeptur jedoch nicht nur schwierig herzustellen ist, sondern auch potenziell gefährliche Zutaten enthält, kann sie Menschen nicht verschrieben werden. Wissenschaftler arbeiten jedoch an einer Weiterentwicklung, dem FAHF-2, das ohne die gefährlichen Substanzen auskommt. In ersten Tests zeigte sich, dass diese bei Mäusen ähnlich gute Erfolge erzielte wie das gewöhnliche FAHF-2.

Alternative Allergiebehandlungen:

  • Auch die Alternativmedizin versucht sich an der Behandlung von Allergien – mit unterschiedlichen Erfolgen, die in der Regel weit unter denen der Schulmedizin liegen. Mehr zu den alternativen Allergie-Behandlungen

 

Quelleen: ÖKO-TEST Neuschnupfen und Allergien 2010

 

"Der Schriftbeitrag wurde von mir in meiner Eigenschaft als ärztlicher Beirat auf seine medizinische Aussagen geprüft. Es bestehen keine Bedenken. Der Beitrag eignet sich sehr gut als Vorinformation der Leidtragenden, kann jedoch nicht die individuelle ärztliche Diagnose, Beratung und Therapie ersetzen. Ich empfehle deshalb ausdrücklich den persönlichen Arztbesuch." Dr. med. Regine Sticken, Meldorf, www.hautarzt-meldorf.de


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2 Antworten zu “Allergie-Behandlung”

  1. Peter Loyda sagt:

    Probiert es doch einfach mal mit der Orthomolekularen Medizien aus !!! Wir haben in diesem Bereich sehr gute Erfolge erzielt.

    LG
    Heike Loyda

  2. admin sagt:

    Hallo Heike,

    Danke für Deinen Tipp. Worum geht es bei der Orthomolekularen Medizin? Was muss man beachten, und wie genau hilft diese Behandlungsart bei Neurodermitis?

    Liebe Grüße

    Jens

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