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Alkoholunverträglichkeit (Alkoholintoleranz)

Die Alkoholunverträglichkeit (auch: Alkoholintoleranz) bezeichnet eine Unverträglichkeit von Alkohol, an der eine gestörte Verstoffwechslung des Alkohols im Körper des Betroffenen verantwortlich ist. Die Ursachen sind vielfältig, die Verbreitung schwankt stark zwischen verschiedenen Gebieten auf der Welt – Asiaten zum Beispiel vertragen den Alkohol genetisch bedingt sehr viel häufiger schlecht als Europäer. Alkoholunverträglichkeit kann auch die Folge übermäßigen Konsums und daraus folgenden Organschäden sein, insbesondere der Leber. Weiterhin gibt es eine Form der Intoleranz die sich nur dann bemerkbar macht, wenn Alkohol vor oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente konsumiert wurde.

Alkoholunverträglichkeit – Ursachen 

Obgleich die Ursachen der Intoleranz sehr verschieden sein können, liegt sehr oft ein verändertes – mutiertes – Gen vor. Dieses sorgt im Körper dafür, dass zu wenige oder zu instabile Enzyme vom Typ Alkoholdehydrogenase (ADH) oder Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) produziert und freigesetzt werden. Diese Enzyme sorgen bei Gesunden dafür, dass der Alkohol und seine Abbauprodukte gut abgebaut werden kann. Ein Mangel an kräftigen Enzymen dagegen lässt den Alkohol bzw. die Abbauprodukte nur langsam abbauen, was sich auch am verlangsamt sinkenden Alkoholspiegel im Blut zeigt.

Alkohol ist ein Gift. Steigt der Pegel im Organismus schneller bzw. dauert es länger, bis das Gift abgebaut ist, treten Beschwerden auf.

Besonders weit verbreitet ist die Alkoholunverträglichkeit unter den folgenden Bevölkerungen:

  • Japaner
  • Chinesen
  • Koreaner
  • Vietnamesen

Warum zum Beispiel Europäer oder Amerikaner deutlich seltener intolerant sind, wird noch heftig diskutiert. Eine Vermutung: in Europa spielte der Alkohol schon im Mittelalter eine viel größere Rolle – wer ihn nicht vertrug, hatte ein Problem. Wer ihn jedoch gut vertrug, konnte in Gesellschaft besser auftrumpfen und sich häufiger fortpflanzen. Menschen mit Alkoholunverträglichkeit könnten in Europa zu dieser Zeit also gewissermaßen „aussortiert“ worden sein. Auch schon vorher war die Alkoholkultur im Westen stärker als im Osten: während man in der Antike in Griechenland Wein trank, gab’s in China und Japan vorwiegend Tee.

Neben den Genen können auch Wirkstoffe in Medikamenten eine Rolle spielen. Isoniazid zum Beispiel setzt die Leberfunktion herab und führt damit vorrübergehend zu einer Intoleranz. So lange, bis das Medikament im Organismus abgebaut wurde.

Weiterhin können geschädigte Organe wie Leber oder Niere eine Intoleranz begünstigen. Die Schäden können Folge übermäßigen Alkoholverzehrs sein, müssen sie aber nicht. Auch Autoimmunerkrankungen wie die Schilddrüsenerkrankung Hashimoto machen die Unverträglichkeit wahrscheinlicher.

Alkoholunverträglichkeit – Symptome

Die Symptome einer Alkoholintoleranz sind:

  • Gesichtsröte
  • Schwellungen im Gesicht
  • Gesteigerter Puls / Herzrasen
  • Magenprobleme, Bauchschmerzen
  • Wärmegefühl, vermehrte Wärmeabstrahlung, da Ethanol die Gefäße erweitern und die Durchblutung ankurbeln kann, Gefahr der Unterkühlung
  • Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gliederschmerzen, teils über Tage

Ihr erkennt die Symptome sicher: es sind die eines normalen „Katers“. Bei Menschen mit einer Alkoholunverträglichkeit treten sie jedoch

  • deutlich stärker und
  • nach deutlich weniger konsumiertem Alkohol auf.

Diagnose

Eine eindeutige Diagnostik zur Alkoholunverträglichkeit gibt es nicht, auch sind Allergietests, mit denen viele Nahrungsmittelallergien halbwegs sicher festgestellt werden können, für diese Intoleranz nicht vorhanden.

Die Diagnose beruht auf den Erfahrungen und Schilderungen der Betroffenen. Wer nach einer geringen Menge Alkohol bereits sehr stark verkatert ist (obwohl er vor und nach dem Konsum gut gegessen hat), könnte betroffen sein.

Kann man einer Alkoholintoleranz vorbeugen?

Vorbeugen kann man einer Alkoholintoleranz nicht. Betroffene müssen selbst herausfinden, welche Mengen des Gifts ihr Körper gut handhaben kann, und wann klare Nachteile des Konsums die möglichen Vorteile überwiegen.

Hier unterscheiden sich die Patienten nämlich stark voneinander: während der eine trotz Unverträglichkeit noch ein Bier trinken kann, schlägt der Körper des Nächsten schon nach dem Nippen Alarm.
 


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