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Akupunktur

Akupunktur ist die Therapiemethode der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin), die in unseren Breitengraden am weitesten geläufig ist. Vor allem in der Schmerzbehandlung sind die Nadelstiche längst auch in Europa ein wichtiger Ansatz geworden, der teilweise sogar von den Krankenkassen anerkannt und übernommen wird.

Doch auch im Bereich der Allergien trifft die Akupunktur zunehmend auf großes Interesse der Wissenschaftler. Die Berliner Uniklinik Charité führt zum Beispiel seit 2008 die bisher größte Studie zu Akupunktur gegen Heuschnupfen durch. In der Studie wird die Wirksamkeit zweier Akupunktur-Formen der der schulmedizinischen Behandlung gegenübergestellt.

Andere, bereits abgeschlossene Studien zeigen: Akupunktur kann nicht nur bei Schmerzen, sondern auch bei Asthma und Juckreiz helfen.

Was ist Akupunktur und Moxibustion?

Mit Akupunktur und Moxibustion (Aku-Moxi-Therapie) werden bestimmte Punkte auf der Körperoberfläche mit mechanischen oder thermischen (Temperatur) Reizen behandelt, um therapeutische Ziele zu erreichen.

Bei der Akupunktur werden vor allem Metallnadeln benutzt, bei der Moxibustion wird Beifußkraut erwärmt und auf die Punkte auf der Haut gelegt.

Beide Ansätze werden nach TCM den „äußeren Therapien“ zugeordnet, weil sie von Außen auf den Organismus einwirken. Dem gegenüber steht die „innere Therapie“ mit Arzneimitteln zur Einnahme.

Woher kommt die Akupunktur?

Wie die Akupunktur entstanden ist, ist bis heute nicht geklärt. Vermutet wird, dass sich die Theorie der energetischen Leitbahnen im Körper durch Meditation und Qi Gong herausgebildet hat, zudem werden schon seit Jahrtausenden bestimmte Stellen am erkrankten Körper gedrückt, später mit Massage oder warmen Steinen behandelt, und zuletzt mit Steinnadeln und Bambusspilttern. Die Akupunktur führt diese beiden Ansätze, den theoretischen und den praktischen, zusammen.

Die ersten Anwendungen der Akupunktur lassen sich auf das Jahr 3000 vor Christus zurückführen. Aus der Zeit vor etwa 2000 Jahren stammt das erste überlieferte medizinische Schriftwerk überhaupt. Es trägt den Namen „Innere Klassiker des Gelben Fürsten“ und beschreibt bereits 160 Akupunkturpunkte, einige Leitbahnen und die Anwendung von Nadeln aus Metall.

Zwei Jahrhunderte später waren bereits 349 Akupunkturpunkte bekannt. Im siebten Jahrundert nach Christus wurde die erste eigene Abteilung für Akupunktur-Behandlung in einer großen Klinik gegründet.

Als bis heute wichtigstes historisches Werk zur Akupunktur gilt das Buch „Summe der Aku-Moxi-Therapie“, geschrieben von Yang Jizhou im Jahre 1601.

Heute ist die Akupunktur sogar ein fünfjähriger Studiengang an chinesischen Universtitäten und viele Ärzte, die die Kenntnisse als Familientradition weiterreichen.

Wie funktioniert die Akupunktur?

Mittels Akupunktur-Behandlung soll das „energetische Potential“ beeinflusst werden, also die Energien Qi und Xue, die durch den Körper fließen. Die Energien fließen über sogenannte Leitbahnen im Körper, größtenteils unter der Körperoberfläche (Haut und Schleimhäute) und sind mit den Organen und Funktionskreisen verbunden. Die Energien können über die Akupunkturpunkte angegangen und erreicht werden.

Die Theorie lautet: über Akupunktur können die Energien im Körper beeinflusst werden – und damit auch die Organe. Auf diesem Weg sollen Krankheiten therapiert werden.

Vor allem bei Erkrankungen, die eher die Oberfläche des Menschen nach TCM beeinflussen, soll die Akupunktur wirksam sein. Zu diesen Krankheiten werden unter anderem auch Allergien und Neurodermitis gezählt.

Eine funktionierende Oberfläche schützt den Organismus vor feindlichen Einflüssen, lässt aber notwendige Einflüsse wie Luft, Licht und Nährstoffe eindringen. Diese zwei Arten von Einflüssen zu unterscheiden ist die Aufgabe des Immunsystems.

Bleiben wir beim Beispiel der Allergien. Hier reagiert das Immunsystem über: an sich harmlose Substanzen (Allergene) werden als feindlich eingestuft und bekämpft, es kommt unnötigerweise zu einer allergischen Reaktion mit Rötungen, Niesen und Juckreiz. Die Akupunktur versucht, diese Einflüsse nach Außen abzuleiten, sodass sie kein Chaos im Körperinneren verursachen können.

Neben einer gründlichen Diagnose nach TCM ist es für die Behandlung mit einer Akupunktur unbedingt notwendig, dass sich der Arzt gut mit den Leitbahnen und den Akupunkturpunkten auskennt.

Mehr dazu unter:

Akupunktur Leitbahnen und
Akupunkturpunkte

Wie läuft die Akupunktur ab?

Grundsätzlich gilt: da die Nadelstiche den Patienten schwächen können, wird die Behandlung immer im Liegen durchgeführt.

Zum Einsatz kommen heutzutage überwiegend sogenannte „Flaumnadeln“, sehr dünne Nadeln aus Edelstahl mit einer Länge von 2,5 bis 4 Zentimetern und einem Durchmesser von 0,3 Millimetern.

Durch den für gewöhnlich senkrechten Nadelstich wird die Haut leicht verletzt, es entsteht eine kleine Öffnung, die um Ausleiten dient. Mit speziellen Techniken können die Nadelstiche aber auch stützend (als Gegenteil von ausleitend) oder ergänzend wirken. Die Nadel dringt meist 5 bis 15 Millimeter unter die Haut ein, die genaue Stichtiefe ist abhängig vom Akupunkturpunkt.

Zwischen fünf und 15 Nadeln sind es meistens, die gleichzeitig angebracht werden. Zwar könnten theoretisch auch viel mehr Akupunkturpunkte gleichzeitig behandelt werden, dabei würde jedoch der Körper verwirrt werden können, so die Ansicht der TCM-Therapeuten.

Welche Punkte gestochen wird, hängt von der Diagnose ab – während manche der Punkte eher die Symptome lindern, wirken andere stärker gegen die Krankheitsursache. Viele Therapeuten behandeln zudem gleichzeitig Punkte, die sehr nah und weit weg vom Ort der körperlichen Beschwerden liegen.

Die Nadeln verbleiben fünfzehn bis 30 Minuten in der Haut.

Neben der Behandlung mit Nadeln werden auch Elektroakupunktur (mit leichten Stromflüssen durch die Akupunkturpunkte) sowie Akupressur (Druckmassage) angeboten.

Durchschnittlich sind, abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung, etwa 10 bis 15 Behandlungen notwendig, bei schweren chronischen Krankheiten teilweise auch 30. Bei allergischen Erkrankungen sollen häufig bereits fünf oder sechs Anwendungen deutliche Erfolge mit sich bringen.

Ist die Krankheit akut, behandelt der Arzt in der Regel ein bis drei Mal wöchentlich, chronische Symptome werden eher ein bis vier Mal im Monat therapiert – insbesondere dann, wenn gleichzeitig eine chinesische Arzneimitteltherapie angewendet wird.

Studien zur Akupunktur

Der größte Teil der Studien zur Wirkung der Akupunktur beschäftigt sich mit der Schmerztherapie. Doch auch die Behandlung von Heuschnupfen, sonstigen Allergien und Asthma mit Akupunktur wurde in den letzten zwei Jahrzehnten häufig untersucht.

Die Studien geben überwiegend Anlass, zu vermuten, dass die Behandlungsmethode auch bei allergischen Erkrankungen helfen kann. Unter Leitung der TKK (Techniker Krankenkasse) wurde die ARC-Studie durchgeführt, die Studie zur Akupunktur in der Routineversorgung. 90 Prozent der behandelten 981 Patienten mit Heuschnupfen berichteten von einer nachhaltigen Linderung ihrer allergischen Beschwerden.

Doch – wie geht das, wie funktioniert die Akupunktur nach heutigem Kenntnissstand bei Hautkrankheiten und Allergien?

Aktueller Stand: Die Akupunktur wirkt auf das Immunsystem, auf das Nervensystem, auf die Hormone sowie auf die Psyche des Patienten ein.

Entsprechend verschiedener Studien regt die Akupunktur den Körper dazu an, mehr vom Hormon ACTH auszuschütten, welches das körpereigene Cortisol zur Ausschüttung anregt. Cortisol wirkt wie Cortison, hemmt also Entzündungen und entkrampft. Weiterhin kann die Akupunkturbehandlung dazu führen, dass der IgE-Spiegel im Blut gesenkt wird, der vor / bei allergischen Reaktionen nachweisbar ansteigt. Zuletzt werden die Lymhozyten im Blut erhöht, die eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielen. Die genauen Zusammenhänge dazu konnten jedoch nach unserem Wissen noch nicht aufgedeckt werden.

Dass die Akupunktur auch langfristig allergische Beschwerden lindern kann, scheint an einem Anpassungsvorgang im Körper zu liegen, der durch die Nadelstiche und die einhergehende Reizung von Haut und Energiepunkten ausgelöst wird.

Einige der wissenschaftlichen Untersuchungen weisen allerdings Mängel in der Durchführung auf, manche Ergebnisse müssen daher kritisch betrachtet werden. Besonders häufig scheint dies bei Studien aus dem chinesischen Raum der Fall zu sein – wir vertrauen daher den europäischen Ergebnissen tendenziell mehr.

Mehr zum wissenschaftlichen Stand der Akupunktur bei Neurodermitis erfahrt ihr unter Akupunktur gegen Neurodermitis.

Weitere Infos zu den Akupunktur Nebenwirkungen sowie zur Akupunktur in der Schwangerschaft und zu den Akupunktur Kosten.

 

 


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Eine Antwort zu “Akupunktur”

  1. Simon sagt:

    Doris sagt:Ich mochte snhlecl los werden, dass ich nur gute Erfahrungen mit der Akupunktur gemacht habe. Die Akupunktur hat mir geholfen mit dem Rauchen aufzuhoren. Und das Wort Nadel hort sich einfach viel schlimmer an, als es in Wirklichkeit dann ist.

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