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Akne Behandlung – Cremes, Salben, Medikamente

Grundlage jeder Akne Behandlung ist die tägliche Reinigung und Pflege der Haut. Mehr dazu unter Akne Behandlung – Hautpflege und sonstige Maßnahmen.

Was man bei Akne hingegen nicht tun sollte:

  • Selbst an den Pickeln und Mitessern herumdrücke
  • Die Haut mehr als zweimal täglich waschen
  • Aggressive Seifen verwenden, die die Haut angreifen
  • Komedogenes Make-up benutzen, das neue Pickel fördert
  • Fetthaltige Cremes und Kosmetika verwenden

In sehr leichten Fällen von Akne während der Pubertät ist der Gang zum Hautarzt (Dermatologen) nicht notwendig. In allen anderen Fällen sollten hingegen ein Arzt konsultiert werden, damit die Akne schneller in den Griff bekommen wird. Die Akne Behandlung erfolgt dann in der Regel durch Medikamente, die entweder als Creme oder Salbe auf die betroffenen unreinen Hautpartien aufgetragen (örtliche Behandlung) oder eingenommen (systemische Behandlung) werden.

Bei leichteren Akne Formen reicht eine örtlichen Behandlung mit antibakteriellen, hautschälenden Cremes und Waschlotionen. In schwereren Fällen können Medikamente mit stärkeren Wirkstoffen sowie Antibiotika oder Hormonpräparaten (bei Frauen) zum Einsatz kommen.

Die Medikamente sollen die Produktion von Talg / Hautfett reduzieren, die Verhornungsstörung im Ausgang des Talgdrüsenfollikels beseitigen, Bakterien bekämpfen und Entzündungen der Haut mildern. Die Behandlung der Akne braucht Zeit, bis sie Erfolge zeigt, können oft sechs bis acht Wochen ins Land streichen. Häufig kommt es vor der Besserung zunächst zur sogenannten “Erstverschlechterung”, also zur vorübergehenden Verschlimmerung des Hautbilds. In jedem Fall empfehlen Ärzte, bereits frühzeitig mit einer Akne Therapie zu beginnen, um spätere Narbenbildungen zu verhindern.

  • Alpha-Hydroxy-Säuren
    Die α-Hydroxycarbonsäuren zählen zu den natürlichen Fruchtsäuren. Sie öffnen die Poren, so dass weniger Komedone entstehen. Am wichtigsten sind Apfelsäure, Glycolsäure, Mandelsäure, Milchsäure und Zitronensäure. Mit den Alpha-Hydroxy-Säuren werden in der Regel alle zwei Wochen Peelings auf der betroffenen Haut durchgeführt. Die Wirkung der Fruchtsäurepeelings ist wissenschaftlich belegt und tritt oft schon ab der zweiten Behandlung ein. Bei der Fruchtsäurebehandlung verliert die Haut außerdem kein Wasser – im Gegensatz zur Akne Therapie mit Benzoylperoxid, Ritinoiden und Salicylsäure.
  • Salicylsäure
    Salicylsäure ist eine ß-Hydroxycarbonsäure. Bei Konzentrationen bis zwei Prozent, wie sie häufig in Kosmetikprodukten enthalten sind, schält Salicylsäure die Hautoberfläche ab. Ab fünf Prozent reduziert sie die Entstehung von Mitessern. Verwendet als wiederholtes Peeling alle zwei Wochen mit 30%-Salicylsäure wirkt es bereits ab der zweiten Behandlung nachweislich. In hoher Dosierung und großflächiger Anwendung, zum Beispiel zur Behandlung von Aknenarben, können die Nieren beschädigt werden. 
  • Antibiotika
    Bestimmte Bakterien können die Talgdrüsen befallen und die Hautveränderungen, die durch die Akne entstehen. Bakterien führen zur Entzündung der angeschlagenen Haut. Mit Antibiotika werden diese Bakterien bekämpft, Entzündungen werden gehemmt, zudem wird indirekt auch die Verhorhungsstörung gemildert. Man kann Antibiotika entweder lokal (topische Therapie) auf die Haut auftragen oder einnehmen (systemische Therapie). Eingenommene Antibiotika können die Darmflora ins Ungleichgewicht bringen und Verdauungsprobleme hervorrufen. Außerdem beeinträchtigen sie die Wirkung der Antibabypille.
  • Benzoylperoxid (BPO)
    Benzoylperoxid ist ein Oxidationsmittel. Es wirkt antibakteriell und löst die Hornschicht auf. BPO wird als Creme oder Waschsuspension verkauft. Die Waschsuspension wird auf die betroffenen unreinen Hautpartien aufgetragen, leicht eingerieben und danach abgewaschen. BPO-Präparate gibt es mit 2,5% bis 10% BPO-Anteil. Je höher der Anteil, umso häufiger kommt es zu Hautirritationen. Jeder zehnte Patient reagiert auf Benzoylperoxid mit einer Kontaktallergie und muss das Akne-Medikament dann absetzen.
  • Hormone (bei Frauen)
    Frauen mit schwerer Akne können einer Hormontheraoie (Östrogentherapie) unterzogen werden. Ihnen werden antiandrogen wirkende Antibabypillen verabreicht, also Substanzen, die die Produktion männlicher Sexualhormone hemmen. So sollen Talgproduktion und Verhornungsvorgänge der Haut wieder normalisiert werden. Während der Schwangerschaft sind Hormontherapien nicht möglich, und auch sonst gehen sie mit einigen Nebenwirkungen einher. Häufig wird ein antiandrogen wirkendes Gestagen kombiniert mit einem Estrogen verabreicht.
  • Linolsäure
    Cremes mit Linolsäure verringern die Größe Komedonen bereits innerhalb eines Monats nachweislich um 25% (das zeigte eine Studie aus Jahr 1998).
  • Zink
    Zink zählt zu den essentiellen Spurenelementen im menschlichen Körper und wirkt antiseptisch, desinfiziert die Haut also, und trägt zur Wundheilung bei. Fehlt es dem Körper an Zink, können Mangelerscheinungen auftreten. Akne-Patienten haben einen erhöhten Bedarf an Zink, unter anderem wegen den vermehrten Wundheilungsprozessen. Reicht die Zinkzufuhr über die Ernährung nicht aus, kann die Akne-Therapie entweder innerlich mit Zinkkapseln unterstützt werden oder äußerlich mit Zinksalben. Manche Antibiotika-Behandlungen werden standardmäßig mit Zinkpräparaten kombiniert.
  • Retinoide
    Bei leichten bis mittelschweren Formen kommen Retinoide in Form von Cremes zur Anwendung. Äußerlich aufgetragen öffnen Retinoide die Poren und sorgen so dafür, dass weniger Mitesser (Komedone) entstehen. Zur Verwendung kommen die Retinoide Tretinoin, Isotretinoin, Motretinid, Adapalen und Tazaroten. Juckreiz, Brennen und Hautrötungen sind nicht selten. Neue Formen der Retinoide wie das Adapalen können jedoch bereits in sehr schwacher Wirkstoff-Konzentration helfen und bringen dabei weniger Nebenwirkungen mit sich.
    In schweren Fällen der Hautkrankheit Akne (oder wenn sonst kein Medikament anschlägt) wird häufig das Retinoid Isotretinoin systemisch, also innerlich angewendet. Es verändert die Talgproduktion dauerhaft. Isotretinoin hat eine sehr hohe Erfolgsquote. Aber auch starke Nebenwirkungen. Die Haut schält sich und wird trocken, Haare können ausfallen, Nasenbluten, Gelenkschmerzen, Leberschäden und Depressionen sind nicht selten. Außerdem ist die Haut bei und nach einer Retinoid-Behandlung sehr sonnenbrandgefährdet. Auf keinen Fall darf eine Isotretinoin-Patientin während oder kurz nach dieser Akne Behandlung schwanger sein, da sonst schwere Missbildungen beim Ungeborenen auftreten können.
  • Kortison
    Bei einer schweren Akne kann Kortison verschrieben werden, um die Entzündungen zu hemmen. Kortison ist zwar ein wirksamer Klassiker in der Behandlung von Hautkrankheiten, kommt aber leider nicht ohne Nebenwirkungen aus. Mehr zu den Kortison Nebenwirkungen
  • Autovakzine
    Früher wurden die entzündlichen Hautveränderungen häufig mit einer Autovakzine-Impfung therapiert, inzwischen wird diese Form der Akne-Behandlung allerdings kaum noch angewandt. Aus einer infizierten, geschädigten Hautstelle des Patienten wird ein Abstrich entnommen und ins Labor eingeschickt. Dort wird auf Basis des Abstrichs ein Autovakzin hergestellt, eine Art krankheitserregerindividuelles Antibiotikum. Dieses wird Patienten dann über zwei bis drei Monate einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Die Wirksamkeit bei Akne konnte bisher nicht nachgewiesen werden – einer der Gründe, warum diese Therapieform nahezu verschwunden ist.

Bei der schweren Akne Form Acne inversa ist die Behandlung mit Medikamenten manchmal nicht ausreichend. Dann müssen die Hautveränderungen in einer Operation großflächig entfernt werden. Bei Acne inversa gilt eines besonders: auf keinen Fall rauchen!

 

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