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Mupirocin

Mupirocin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antibiotika, also ein Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen. Mupirocin bekämpft Bakterien vom Typ Staphylokokken in der Nasenschleimhaut, zudem kann das Mittel in Form von Cremes und Salben auf infizierte Hautpartien aufgetragen werden. Entdeckt wurde Mupirocin im Bakterium Pseudomonas fluoroscens. 

Enthalten ist der Arzneistoff zum Beispiel in folgenden Monopräparaten (d.h. ohne weitere Wirkstoffe): 

  • Bactroban
  • Eismycin
  • Infectopyoderm
  • Turixin

Mupirocin – Anwendung

Mupirocin wird als Antibiotikum in der Behandlung von bakteriellen Infektionen angewendet, insbesondere in folgenden Fällen:

  • Infektionen mit Staphylokokken im Nasen-Rachenraum (vor allem bei multiresistenten Bakterien)
  • Infektionen mit Streptokokken, z.B. mit Streptococcus pyogenes
  • Impetigo
  • Haarbalgentzündungen (Follikulitis)
  • Infizierte Ekzeme
  • Furunkel und Karbunkel
  • Dekubitus

Die Substanz ist ein Stoffwechselprodukt eines Bakterienstamms (Pseudomonas fluorescens) und hemmt ein bakterielles Enzym verschiedener Bakterien, sodass diese sich nicht weiter vermehren können bzw. bei höherer Konzentration des Wirkstoffs absterben. Mupirocin wirkt damit anders als andere Antibiotika, eine Kreuzresistenz ist daher nicht zu erwarten.

Dagegen bleibt das Mittel wirkungslos bei:

  • gram-negativen Bakterien
  • versch. Enterococcus-Arten
  • Anaerobiern

Zur Anwendung in der Nase wird eine etwa streichholzkopfgroße Menge des Mittels zwei bis dreimal am Tag in der Nase verteilt. Als Creme oder Salbe wird Mupirocin einmal bis dreimal täglich dünn auf die infizierten Hautpartien aufgetragen.

Die Behandlung erstreckt sich üblicherweise über 5 bis 7 Tage.

Mupirocin – Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

In der Nase angewendet kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen an der Schleimhaut oder Haut der Nase kommen.

Als Salbe kann Mupirocin zu Hautrötungen, Trockenheit, Stechen und Brennen sowie Juckreiz führen. Allergische Reaktionen, die mehr Organe als die Haut betreffen, sind sehr selten.

Wird das Medikament über einen längeren Zeitraum genutzt, können sich resistente Bakterien ansiedeln, allerdings ist dies unwahrscheinlicher als bei vielen anderen Antibiotika.

In die Augen oder den Mund darf das Antibiotikum nicht kommen, auch darf die Salbe nicht zur Anwendung in der Nase verwendet werden. Die Nasensalbe ist für Säuglinge ungeeignet, da sie bei diesen in die Atemwege gelangen können. Ob Mupirocin in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet ist, ist noch unklar, eventuell geht es in die Muttermilch über. Daher sollte ein Einsatz in dieser Zeit besonders kritisch abgewogen werden.
 


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