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Milchzucker

Milchzucker (Laktose) ist für den Säugling ein wichtiger Energielieferant aus der Muttermilch, er unterstützt zudem den Aufbau ihrer Darmflora. Außerdem erfüllt er eine Vielzahl von Aufgaben in der Ernährung und industriellen Fertigung. Zugleich sind heute mehr Menschen denn je von einer Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz) betroffen. In Deutschland vertragen inzwischen geschätzt 15 Prozent aller Menschen den Milchzucker nicht. Diese müssen die Laktose bestmöglich meiden – was sich als schwierig gestaltet, da sie in so vielen Lebensmitteln vorkommt, aber nicht mengenmäßig auf den Verpackungen angegeben werden muss (kein Zusatzstoff).

Milchzucker befindet sich nicht nur in der Muttermilch von Frauen, sondern in der aller Säugetiere (Ausnahme: Seelöwen), allerdings in unterschiedlicher Konzentration. So enthält die Milch von Frauen 7% Milchzucker, von Schafen 4,2-5%, von Stuten 6,2% und von Ziegen 4,4%.

Damit stellt Milchzucker den größten Anteil an Kohlenhydraten in der Muttermilch dar, er deckt etwa 40% des Energiebedarfs des Säuglings.
Milchzucker in Lebensmitteln (Liste)

Der Zucker ist natürlicherweise in sämtlichen aus Milch hergestellten Produkten enthalten. Sauermilchprodukte zum Beispiel enthalten 4-5% Laktose. Da Milchsäurebakterien ein Teil der Substanz abbauen, sind lange gereifte Käsesorten fast laktosefrei. Auch Fertigprodukte enthalten sehr oft Milchzucker, von Senf über Wurstwaren bis hin zu Suppen, Backwaren und Desserts.

In der Zutatenliste erkennt man den Zucker beispielsweise an den Begriffen:

  • Milch
  • Molke
  • Magermilchpulver
  • Vollmilchpulver

Milchsäure (E 270) sowie Laktate (E 325-327) sind dagegen laktosefrei.

Bei unverpackten Waren beim Bäcker oder Metzger gibt es keine Zutatenliste – entsprechend muss man gegebenenfalls persönlich nachfragen.

Dass der Milchzucker in so vielen Lebensmitteln vorkommt, hat diverse Gründe. Zum einen süßt er Speisen undgilt als Geschmacksträgerstoff oder Geschmacksverstärker, zum anderen sorgt er zum Beispiel bei Backwaren für eine schöne Bräunung. Darüber hinaus bindet er Wasser sehr gut, sodass mit seiner Hilfe zum Beispiel Joghurt dicker gemacht oder ein Fleischprodukt „aufgepumpt“ werden kann.

Ist Milchzucker ungesund?

Für Säuglinge ist der Milchzucker ohne Frage wichtig und gesund. Aber für Erwachsene? Pro Tag nehmen wir durchschnittlich 20-30 Gramm Laktose auf. Diese wird vom Enzym Laktase zerlegt, was jedoch recht lange dauert. Die Einzelbestandteile werden dann sowohl zur Energieversorgung des Körpers genutzt, als auch in Milchsäure, Essigsäure und Kohlensäure umgewandelt, die den Stoffwechsel beeinflussen. Der Milchzucker kann die Bildung von hilfreichen Bakterien im Darm fördern und damit die Darmflora, weiterhin kann er zur besseren Aufnahme von Mineralstoffen beitragen. In größeren Mengen wirkt Laktose abführend.

Fehlt es am spaltenden Enzym Laktase im Darm, kommt es zu Beschwerden – eine Laktoseintoleranz liegt vor. Eigentlich ist es sogar natürlich, den Milchzucker mit zunehmendem Alter nicht mehr aufspalten zu können, weil man ihn nicht mehr verträgt. Dass trotzdem der Mehrzahl der Menschen in unserem Kulturkreis Milchprodukte verträgt, liegt wohl an einer Mutation.

Mehr dazu unter Laktoseintoleranz.


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