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Leaky-Gut-Syndrom

Leaky Gut (auch: „Leaky-Gut-Syndrom“, „durchlässiger Darm“, „leckender Darm“) ist eine Erkrankung im Magen-Darm-Trakt, die unter anderem beim Reizdarmsyndrom eine Rolle spielen kann. 

Auch der gesunde Darm ist nicht völlig dicht – stattdessen sorgen seine kleinen Öffnungen dafür, dass er Nahrung aufnehmen und verarbeiten kann. Der gesunde Darm unterscheidet jedoch zwischen fertig verarbeiteten und noch nicht fertigen sowie zwischen gesunden und krankmachenden Substanzen und lässt nur die fertigen, gesunden Substanzen durch. Der kranke Darm versagt dabei, wodurch unerwünschte Stoffe ins Blut übergehen und den Körper schädigen können, anstatt ausgeschieden zu werden.

Leaky Gut entwickelt sich aus einer Störung der sogenannten intestinalen Permeabilität des Darms. Der Darm ist also in seiner Durchlässigkeit gestört, wodurch Entzündungen und gröbere Nahrungsmittelbestandteile durch die Darmwand hindurchtreten können, zudem werden Nährstoffe nur mangelhaft aufgenommen.

Hat ein Mensch chronische (mehr als 3 Monate) Darmbeschwerden, sind jedoch meist andere Erkrankungen als ein durchlässiger Darm verantwortlich, zum Beispiel:

  • Reizdarmsyndrom
  • Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit)
  • Laktoseintoleranz
  • Fruktorseintoleranz
  • Sorbitintoleranz
  • Kohlenhydratmalassimilation

Das Leaky-Gut-Syndrom kann mittels einfacher Untersuchung des Stuhls im Labor diagnostiziert finden – Betroffene haben erhöhte Werte von Alpha-1-Antirypsin im Stuhl, was für eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut steht.

Ziel der Therapie dieser Erkrankung ist es, den Darm wieder zu stärken, indem die erhöhte Durchlässigkeit zurückgebildet wird und die Darmflora wieder besser funktioniert. Dazu müssen sich gesunde Bakterien wieder vermehrt in ihm ansiedeln, Entzündungen gelindert und allergenhaltige Lebensmittel gemieden werden.

Leaky-Gut-Syndrom – Ursachen

Beim durchlässigen Darm entwickeln sich kleine Löcher zwischen den Zellen des Dünndarms, durch die Bakterien, andere Krankheitserreger, Giftstoffe und unvollständig abgebaute Nahrungsmittel gelangen und somit direkt in die Blutbahn übergehen können. Zwar kann die Leber noch einige dieser Substanzen entgiften, doch ihre Kapazität ist begrenzt. Was übrig bleibt, kann krank machen.

Die genauen Ursachen von Leaky Gut sind noch nicht abschließend geklärt, allerdings scheinen bestimmte Substanzen zu Entzündungen im Darm zu führen, die ihn durchlässiger machen. Dies gilt vor allem dann, wenn die Substanzen über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Daneben gibt es weitere mögliche Ursachen:

  • Kaffee
  • Alkohol
  • Nahrungsmittel mit vielen Zusatzstoffen
  • Medikamente wie die Pille, Acetylsäure-Präparate oder Gichtmedikamente
  • Darminfektionen, zum Beispiel mit dem Pilz Candida
  • Nahrungsmittel, auf die man allergisch reagiert

Leaky-Gut-Syndrom – Symptome

Typische Leaky-Gut-Symptome sind:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Nahrungsmitteln oder Medikamenten
  • Chronisches leichtes Fieber
  • Chronische Müdigkeit
  • Häufige Kopfschmerzen
  • Schlechte Laune
  • Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen
  • Magenschmerzen, Blähungen und Durchfall
  • Hautausschlag
  • Geschwächtes Konzentrations- und Erinnerungsvermögen

Vermutet wird, dass die vermehrte Anzahl unerwünschter Moleküle, die über den Darm in die Blutbahn gelangen, Allergien und Autoimmunerkrankungen begünstigen, ebenso psychische Erkrankungen, Leseschwächen, Autismus, Schizophrenie, Tourette oder DAMP. 

Leaky-Gut-Syndrom – Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Symptome und durch Tests gestellt. Üblich ist die Untersuchung des Stuhls auf erhöhte Anzahl von Alpha-1-Antirypsin im Stuhl, die die Folge einer erhöhten Durchlässigkeit ist.

Daneben kommen manchmal zum Einsatz:

  • Untersuchungen des Bluts mittels Faserkontrastmikroskop oder Dunkelfeldmikroskop
  • PEG-Test: Blase leeren, Mischung aus Laktulose und Mannitol trinken, nach sechs Stunden erneut urinieren. Findet sich Laktulose im Urin, deutet dies auf einen durchlässigen Darm hin, findet man kein Mannitol im Urin, steht dies für eine verminderte Aufnahme von Nahrungsstoffen im Darm.

Leaky-Gut-Syndrom – Therapie

Im Mittelpunkt der Therapie von Leaky Gut steht das Vermeiden jener Faktoren, die zu Entzündungen und Löchern im Darm geführt haben.
Häufig wird zudem eine Darmreinigung, zum Beispiel mittels Darmspülung und –massage (Colon-Hydro-Therapie) oder Heilfasten empfohlen, anschließend kann die Einnahme von gesunden Darmbakterien (mittels Probiotika) die Darmflora wieder stärken.

Infektionen des Darms sollten natürlich ebenfalls behandelt werden, etwa der Befall mit Hefepilzen.

Sind bereits Mangelerscheinungen aufgetreten, können Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen und Vitaminen helfen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch eine langfristige Ernährungsumstellung:

  • Wenig Zucker
  • Wenig Weißmehl-Produkte
  • Viel Gemüse
  • Viel Obst
  • Viel Vollkorn
  • Viel Sauermilchprodukte wie Joghurt, Sauermilch, Kefir oder milchsauer vergorene Drinks wie Sauerkrautsaft oder Brottrunk

Die Wiederherstellung der Darmflora soll bis zu anderthalb Jahren dauern. Währenddessen sollten regelmäßig Stuhlproben untersucht werden.

Ist die Darmbarriere wiederhergestellt, werden oft auch zuvor unverträgliche Lebensmittel wieder besser vertragen.
 


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