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Analfissuren

Analfissuren (Fissura ani) sind meist schmerzhafte Einrisse der Haut (Afterkranz) oder Schleimhaut des Afters. Die Risse können immer wieder neu auftreten, ihre Ursachen sind vielfältig.

Analfissuren – Ursachen

Am häufigsten bedingt sind Analfissuren durch einen harten Stuhl, zum Beispiel bei chronischer Verstopfung. Beim Stuhlgang reißt dann die Haut ein. Gleiches kann bei zu starkem Pressen geschehen.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Alkoholmissbrauch oder falsche Ernährung
  • Ekzeme und andere Entzündungen oder sehr trockene Haut, die an Elastizität verliert und somit schneller reißt
  • Mangelhafte Analhygiene, vor allem bei flüssigen Stuhlgang
  • Vermehrter Schleimabgang am Anus
  • Sexualpraktiken: eingeführte Gegenstände, Analverkehr, Fisting – vor allem, wenn kein Gleitmittel verwendet wird

Analfissuren – Symptome

Eine Analfissur macht sich vor allem durch einen stechenden Schmerz während des Stuhlgangs bemerkbar, dem oft ein anhaltendes Brennen folgt. Durch den Schmerz kommt es zu einer Verkrampfung des Schließmuskels, dadurch wird der Stuhl oft nur mit viel Druck in dünnen (etwa Bleistiftstärke) Strängen abgeführt.

Die Schmerzen sind bei einer akuten Analfissur oft stärker als bei chronischen Analfissuren, nehmen bei letzterer aber nach der Darmentleerung typischerweise zu. Die Schmerzen können krampfartig auftreten und ausstrahlen.

Möglich sind weiterhin schwache, hellrote Blutungen.

Hat der Patient Angst vorm nächsten Stuhlgang und den Schmerzen und unterdrückt er das Bedürfnis, kann es zu einer verstärkten Verstopfung kommen.

Aus den Rissen können sich weiterhin Fisteln oder Abszesse bilden (siehe Abszess Bilder und Abszess am After).

Analfissuren – Diagnose

Die Diagnose wird nach der Patientenbefragung und Betrachtung des Afters gestellt. Die Risse gehen meist in Richtung Steißbein, seltener zum Damm. Dabei werden auch andere Erkrankungen wie Hämorrhoiden ausgeschlossen.

Analfissuren – Therapie

Kurzfristig können schmerzlindernde und entzündungshemmende Cremes und Salben eingesetzt werden, darüber hinaus steht jedoch die Regulation des Stuhlgangs im Mittelpunkt der Behandlung einer Analfissur. Ein weicher, geformter Stuhl ist die beste Voraussetzung, keine wiederkehrenden Beschwerden erleiden zu müssen.

Ebenfalls wichtig ist die gründliche, aber sanfte Analhygiene, zum Beispiel mit pH-neutralen Seifen und einem Waschlappen, getränkt in lauwarmes Wasser. Stuhlreste müssen dabei gründlich aus den kleinen Hautfalten am After entfernt werden.

Bei chronischen Analfissuren kommen außerdem Medikamente mit Wirkstoffen wie Nitroglyzerin (Rectogesic) oder Calciumantagonisten (Nifedipin, Diltiazem) zum Einsatz, welche den Schließmuskel entspannen. Die Cremes und Salben müssen 3-4 am Tag für 6-12 Wochen aufgetragen werden, in 80% aller Fälle heilt die Fissur nach 6-8 Wochen vollständig ab. 20% der Patienten bekommen von den Mitteln allerdings Kopfschmerzen.

Über mehre Tage geben transdermale Pflaster die Wirkstoffe ab.

Ringelblumensalbe kann die Beschwerden ebenfalls lindern.

Hilft all das nichts, kann eine Operation nötig sein, bei der der Analmuskel geschwächt wird. Die früher häufiger durchgeführte Dehnung des analen Schließmuskels unter Vollnarkose wird dagegen heut nicht mehr eingesetzt.
 


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